Strategy Inc. Aktie: Zwischen Hoffnungen und Risiken
Strategy Inc. steht zum Jahresauftakt im Spannungsfeld zwischen optimistischen Analystenprognosen und klaren Warnsignalen aus dem Bitcoin-Markt. Während die Investmentbank Benchmark ein Kursziel ausruft, das ein Vielfaches des aktuellen Niveaus impliziert, deuten die jüngsten Projektionen auf einen milliardenschweren Quartalsverlust hin. Wie belastbar ist die bullische Story noch?
Analystenfantasie trifft Bewertungsrealität
Am Freitag legte die Aktie zu, nachdem Benchmark sein positives Votum bekräftigte und ein Kursziel von 705 US-Dollar für 2026 bestätigte. Die Analysten sehen vor allem die aktuelle Bewertung als Chance: Der Marktpreis liegt deutlich unter dem geschätzten Nettovermögen auf Basis der Bitcoin-Bestände.
Aus dieser Sicht spiegelt der Kurs den inneren Wert des Bitcoin-Portfolios nicht mehr wider. Das von Benchmark genannte Kursziel impliziert rechnerisch ein Aufwärtspotenzial von über 300 Prozent gegenüber dem jüngsten Schlusskurs von 157,16 US-Dollar – vorausgesetzt, Bitcoin erholt sich deutlich und die Bewertungsabschläge gehen zurück.
Gleichzeitig hat sich die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mehr als halbiert und liegt rund 60 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Der tiefe Abschlag zum 200‑Tage-Durchschnitt und ein RSI von über 80 unterstreichen: Das Papier ist stark gefallen, kurzfristig aber bereits wieder heiß gelaufen.
Bitcoin-Korrektur und Milliardenverlust
Dem optimistischen Bewertungsargument stehen deutliche Belastungen gegenüber. Berichte vom Ende der vergangenen Woche gehen davon aus, dass Strategy im vierten Quartal einen „erheblichen“ Milliardenverlust ausweisen dürfte. Haupttreiber ist ein Rückgang des Bitcoin-Preises um 25 Prozent im Schlussquartal 2025.
Da das Unternehmen seine Bilanz stark an Bitcoin gekoppelt hat, schlagen Kursbewegungen des Coins über Bewertungs- und Impairment-Effekte voll auf die GuV durch. Die starke Abhängigkeit wird auch im Kurs sichtbar: Während Bitcoin im vierten Quartal um 25 Prozent nachgab, verlor die Aktie im gleichen Zeitraum 53 Prozent – die Hebelwirkung nach unten hat viele Anleger verschreckt.
In Reaktion auf die Marktschwäche hat Strategy seine langjährige Bitcoin-Kaufstrategie vorerst gestoppt. Statt weitere Coins zuzukaufen, stand Liquiditätssicherung im Vordergrund. Im Dezember sammelte das Unternehmen rund 748 Millionen US-Dollar über Aktienverkäufe ein und erhöhte die Barmittel so auf etwa 2,19 Milliarden US-Dollar. Diese Kasse dient als Puffer für die laufenden Verpflichtungen und als Absicherung gegen weitere Kursschwankungen.
Parallel liefert das klassische Softwaregeschäft weiterhin Cashflow, bleibt aber klar im Schatten der Bitcoin-Treasury-Strategie, die das Profil des Unternehmens in den vergangenen fünf Jahren geprägt hat. Die Pause bei neuen Bitcoin-Käufen markiert daher einen bemerkenswerten Einschnitt in der bisherigen Ausrichtung.
Vom Bitcoin-Proxy zum Problemfall?
Die Schere zwischen der Entwicklung des Coins und der Aktie ist zuletzt deutlich aufgegangen. Strategy wurde lange als „gehebeltes Proxy“ auf Bitcoin gehandelt – mit Aufschlägen auf den inneren Wert, weil Anleger zusätzliche Hebelung und Managementstory bezahlten. Inzwischen notiert die Aktie jedoch mit einem Abschlag auf den geschätzten NAV.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
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Stärkere Volatilität als Bitcoin selbst
Ein Minus von 53 Prozent im Quartal bei einem 25‑prozentigen Bitcoin-Rückgang signalisiert, dass das Risiko deutlich über dem des Basiswerts liegt. -
Belastung der Bilanz in der Korrekturphase
Mit Bitcoin weit unter früheren Höchstständen geraten die bilanziellen Werte unter Druck; Abschreibungen und Buchverluste summieren sich. -
Skepsis gegenüber dem schulden- und aktienfinanzierten Modell
Das frühere Bewertungsplus ist einem Abschlag gewichen, weil der Markt das auf Fremdkapital und immer neuen Aktienemissionen gestützte Treasury-Modell in einer schwächeren Marktphase kritischer sieht.
Seit der Umbenennung von MicroStrategy in Strategy Inc. im August 2025 befindet sich das Unternehmen damit in einer der anspruchsvollsten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Der Kern der Debatte lautet: Wird Strategy wieder mit einem Aufschlag auf den Bitcoin-Bestand bewertet – oder bleibt die Aktie ein Vehikel mit strukturellem Abschlag und hoher Schwankung?
Index-Entscheidung und nächste Wegmarken
Für die kommenden Wochen zeichnet sich ein klarer Fahrplan ab. Am 15. Januar 2026 will MSCI über die künftige Einstufung von Strategy in seinen Indizes entscheiden. Zur Diskussion steht, ob das Unternehmen weiterhin als operatives Softwarehaus geführt wird oder künftig als Investmentvehikel gilt.
JPMorgan warnt, dass ein Ausschluss aus MSCI-Indizes – und mögliche Nachzüge anderer großer Indexanbieter – erzwungene Abflüsse von rund 8,8 Milliarden US-Dollar aus passiven Fonds auslösen könnte. Solche Verkäufe hätten vor allem kurzfristig das Potenzial, zusätzlichen Druck auf den Kurs auszuüben.
Charttechnisch hat die Aktie in der vergangenen Woche im Bereich um 150 US-Dollar Halt gefunden. Dieses Niveau fungiert nun als erste wichtige Unterstützungszone für das bullische Szenario, das Benchmark zeichnet. Entscheidend wird darüber hinaus der offizielle Termin für die Q4-Zahlen: Dann muss das Management den erwarteten Milliardenverlust erläutern und klar darlegen, ob und unter welchen Bedingungen die Bitcoin-Käufe wieder aufgenommen werden.
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