Strategy Aktie: Schwankende Stimmung!
Strategy dreht im Januar noch einmal kräftig an der Bitcoin-Schraube – und stößt dabei an eine entscheidende Grenze des eigenen Geschäftsmodells. Erstmals seit Langem notiert die Aktie unter dem Wert der hinterlegten Bitcoin-Bestände. Die zentrale Frage: Wie lange funktioniert das auf massiven Kapitalzuflüssen basierende Konstrukt noch so reibungslos?
Vierte Bitcoin-Großkauf im Januar
Zwischen dem 20. und 25. Januar hat Strategy 2.932 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 90.061 US‑Dollar je Coin erworben. Das Volumen der jüngsten Tranche liegt bei rund 264 Millionen US‑Dollar. Insgesamt summieren sich die Bitcoin-Bestände damit auf 712.647 BTC.
Die Coins wurden über das bestehende At-the-Market-(ATM-)Aktienprogramm finanziert. Dafür platzierte Strategy 1.569.770 neue Class‑A‑Aktien mit einem Nettoerlös von etwa 257 Millionen US‑Dollar. Zusätzlich kamen 70.201 Stück der ewigen Vorzugsaktie STRC hinzu, die weitere rund 7 Millionen US‑Dollar einbrachten.
Über alle Käufe hinweg hat das Unternehmen laut den zitierten Datenquellen rund 54,19 Milliarden US‑Dollar in Bitcoin investiert. Der durchschnittliche Einstandskurs liegt damit bei 76.037 US‑Dollar pro Bitcoin.
Aktie erstmals unter Bitcoin-Wert
Spannend wird es beim Blick auf die Bewertung. Entscheidend ist hier die sogenannte multiple to net asset value (mNAV), also das Verhältnis des Aktienkurses zum rechnerischen Wert der Bitcoin-Bestände pro Aktie.
Laut einer Auswertung von Yahoo Finance lag die verwässerte mNAV zum 26. Januar bei etwa 0,94. Übersetzt heißt das: Die Aktie handelt mit einem Abschlag von rund 6 % auf den hinterlegten Bitcoin-Wert je Anteil.
Das ist mehr als eine Randnotiz, denn das bisherige Geschäftsmodell beruhte wesentlich darauf, neue Aktien über dem inneren Wert auszugeben. Solange die Aktie mit Aufschlag handelte, konnten Neuemissionen den Bitcoin-Bestand pro Aktie erhöhen und damit den Wert für bestehende Aktionäre steigern. Dreht das Verhältnis ins Minus, droht Verwässerung statt Wertaufbau.
Verwässerungseffekt im Zeitraffer
Die Entwicklung im Januar zeigt dieses Spannungsfeld deutlich. Laut den vom Unternehmen gemeldeten Daten und der Auswertung von Yahoo Finance ergibt sich folgendes Bild:
- Am 5. Januar hielt Strategy 673.783 BTC bei 345,6 Millionen verwässerten Aktien
- Bis zum 26. Januar stieg der Bestand auf 712.647 BTC, die verwässerte Aktienzahl auf 364,2 Millionen
- Der Bitcoin-Bestand je verwässerter Aktie legte im Monatsverlauf jedoch nur um 0,38 % zu
Unterm Strich heißt das: Die Bitcoin-Menge steigt schnell, der Nutzen pro Aktie wächst jedoch nur minimal. Genau hier beißt sich das Modell, sobald der Markt die Aktie nicht mehr mit einem Aufschlag auf den inneren Wert honoriert.
Hohe Schlagzahl im Januar
Januar 2026 ist für Strategy ein echter Kaufmonat. Zwischen dem 12. und 19. Januar erwarb das Unternehmen laut Reuters bereits rund 22.305 Bitcoin im Volumen von 2,13 Milliarden US‑Dollar. Der jüngste Kauf über 264 Millionen US‑Dollar ist bereits die vierte Transaktion in diesem Monat.
Finanziell ist noch Luft nach oben: Allein im Programm für die Platzierung von Stammaktien stehen nach Angaben von Bitcoin Magazine noch rund 8,17 Milliarden US‑Dollar zur Verfügung. Hinzu kommen mehrere Vorzugsaktienprogramme (STRK, STRF, STRC, STRD), die zusammen ein Potenzial in zweistelliger Milliardenhöhe für weitere Kapitalaufnahmen bieten.
Voll abhängig vom Kapitalmarkt
Strategy hat sich faktisch in einen stark gehebelten Bitcoin-Treasury verwandelt. Der Bestand entspricht inzwischen rund 3,4 % des maximal möglichen Bitcoin-Angebots von 21 Millionen Coins. Bei Bitcoin-Preisen im Bereich von 87.500 bis 89.000 US‑Dollar liegt der Marktwert der Bestände derzeit bei rund 62 Milliarden US‑Dollar – das entspricht nicht realisierten Buchgewinnen von etwa 8,3 Milliarden US‑Dollar gegenüber dem kumulierten Einsatz.
Dieses Konstrukt funktioniert jedoch nur mit dauerhaft offenem Zugang zum Kapitalmarkt. Laut Yahoo Finance hat Strategy in den vergangenen 19 Monaten rund 18,56 Milliarden US‑Dollar allein über die Ausgabe neuer Stammaktien eingesammelt. Je stärker der Aktienkurs gegenüber dem inneren Wert zurückbleibt, desto kritischer wird jede weitere Kapitalerhöhung.
Ein Blick auf die Kursentwicklung unterstreicht den Druck: Mit rund 136 Euro liegt die Aktie aktuell mehr als 65 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, während die 12‑Monats-Performance ein Minus von knapp 59 % ausweist.
Wichtige Termine und nächste Wegmarken
Die nächste inhaltliche Standortbestimmung steht bereits fest: Am 5. Februar 2026 veröffentlicht Strategy die Zahlen für das vierte Quartal 2025 und erläutert die Bitcoin-Strategie in einem Live‑Webinar. Dann wird sich konkret zeigen, wie das Management das Bewertungsdilemma zwischen weiterem Bitcoin-Aufbau und drohender Verwässerung adressiert – und welchen Stellenwert der Kapitalmarktzugang in der künftigen Strategie einnimmt.
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