MSCI hat Anlegern von Strategy vorerst einen dicken Stolperstein aus dem Weg geräumt. Die geplante, sofortige Herausnahme von stark kryptoexponierten Unternehmen aus wichtigen Indizes ist vom Tisch – zumindest vorläufig. Damit ist ein Szenario massiver, zwangsweiser Abgaben durch Indexfonds verhindert. Doch wie viel Entspannung bringt diese Entscheidung wirklich für die Aktie?

MSCI-Entscheidung nimmt Druck – mit Haken

Strategy, einer der prominentesten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Spezialisten, stand zuletzt im Fokus, weil MSCI den Umgang mit sogenannten „Digital Asset Treasury Companies“ (DATCOs) überprüft. Hintergrund war die Frage, ob Konzerne, deren Bilanz im Wesentlichen aus Kryptowerten besteht, weiter Bestandteil klassischer Aktienindizes sein sollen.

Am 7. Januar entschied MSCI nun, diese Unternehmen nicht sofort aus den Indizes zu entfernen. Marktteilnehmer hatten zuvor einen möglichen Verkaufsdruck in Milliardenhöhe befürchtet: Passive Fonds, die MSCI-Indizes abbilden, hätten ihre Positionen zwangsweise reduziert. Schätzungen reichten von 2,8 bis 10 Milliarden US-Dollar an potenziellen Abflüssen – ein Risiko, das nun vorerst vom Tisch ist.

Ganz ohne Einschränkung bleibt Strategy aber nicht. MSCI friert das Indexgewicht der betroffenen Firmen ein. Neue Aktien, die das Unternehmen ausgibt, führen damit nicht mehr automatisch zu zusätzlichen Käufen durch Indexfonds. Die gefürchtete „Forced-Selling“-Welle wurde also verhindert, das bisher vorteilhafte „Forced-Buying“ durch passive Zuflüsse auf neue Aktienemissionen ist jedoch gestoppt.

Am Markt sorgte die Nachricht für spürbare Erleichterung. Die Aktie legte deutlich zu und hielt die Gewinne bis zum Donnerstag. Mit rund 161,83 US-Dollar notiert der Titel zwar knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber weiterhin deutlich – rund 59 Prozent – unter dem 52‑Wochen-Hoch.

Bitcoin bleibt der zentrale Hebel

Operativ bleibt die Ausgangslage unverändert: Die Unternehmensbewertung hängt stark an der Bitcoin-Entwicklung. Strategy hat über die vergangenen Jahre aggressiv BTC angekauft und hält aktuell rund 673.783 Bitcoin – etwa 3 Prozent des weltweiten Angebots. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei rund 75.026 US-Dollar je Bitcoin.

Mit Bitcoin unter der Marke von 91.000 US-Dollar schwanken die bilanziellen Werte der Bestände erheblich. Zwar liegen die nicht realisierten Gewinne laut Artikelangaben weiterhin bei über 12 Milliarden US-Dollar, doch im vierten Quartal 2025 kam es durch die Korrektur am Kryptomarkt zu deutlichen Bewertungsverlusten.

Zentrale Kennzahlen aus dem beschriebenen Setup:

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  • Bestände: 673.783 BTC, mit einem aktuellen Gesamtwert von über 60 Milliarden US-Dollar
  • Strategie: „42/42 Plan“ – geplanter Kapitalaufbau von 84 Milliarden US-Dollar (je zur Hälfte Eigenkapital und Fremdkapital), um weitere Bitcoin zu erwerben
  • Einstandspreis: rund 75.026 US-Dollar pro BTC

Die Börse blickt dabei nicht nur auf den absoluten Wert der Bestände, sondern auch auf den Aufschlag, den Anleger für die Aktie im Vergleich zum Wert der hinterlegten Bitcoin zu zahlen bereit sind. Dieser Bewertungsaufschlag (Premium zum Net Asset Value, NAV) ist deutlich geschrumpft: Lag er 2024 noch bei etwa dem 2,5‑Fachen des NAV, handelt der Titel nun laut Artikelangaben fast auf Höhe des inneren Werts bei etwa 1,03‑mal NAV. Das signalisiert, dass Investoren vorsichtiger geworden sind, welchen Mehrpreis sie für die Bilanzstruktur und das Management zahlen.

Marktmechanik gegen Krypto-Fantasie

Bemerkenswert ist die jüngste Entkopplung zwischen Aktie und Basiswert. Während Strategy von der MSCI-Entscheidung profitierte und deutlich fester tendierte, gab der Bitcoin-Kurs zuletzt leicht nach – laut Ausgangstext um rund 1,1 Prozent auf etwa 92.543 US-Dollar, belastet durch geopolitische Unsicherheiten und Gewinnmitnahmen an einem technischen Widerstand.

Früher galt das Papier oft als Hebelprodukt auf Bitcoin: Steigende Kurse der Kryptowährung führten überproportional zu Kursgewinnen der Aktie – und umgekehrt. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie stark strukturelle Faktoren wie Indexregeln zeitweise die Kursentwicklung überlagern können.

Besonders kritisch ist für Strategy, dass die bisherige Kapitalstrategie stark von der Mechanik der Indizes profitierte. Neue Aktienemissionen wurden zu einem erheblichen Teil von passiven Fonds aufgenommen, die ihre Bestände entsprechend der Indexgewichte anpassen mussten. Dieses „Automatikprogramm“ ist durch die eingefrorenen Indexgewichte nun ausgesetzt. Künftige Verwässerung über Kapitalerhöhungen im Rahmen des 42-Milliarden-Equity-Plans muss künftig stärker von aktiven Investoren aufgefangen werden.

Ausblick: Volatilität und Bilanzfragen

In den kommenden Wochen dürfte die Aktie volatil bleiben, während der Markt die Folgen der MSCI-Politik einordnet. Der Indexanbieter hat bereits eine weitergehende Überprüfung von Unternehmen mit überwiegend nicht operativen Vermögenswerten für Februar 2026 angekündigt. Damit bleibt das regulatorische Risiko grundsätzlich bestehen, auch wenn der unmittelbare Druck nachgelassen hat.

Charttechnisch hat sich der Titel von einem 16‑Monats-Tief um die 150 US-Dollar erholt und findet aktuell Unterstützung im Bereich um 160 US-Dollar. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird nun, wie das Management die Finanzierung des „42/42 Plans“ ohne automatische Unterstützung passiver Indexflüsse konkret ausgestaltet. Antworten darauf dürfte der für Ende Januar erwartete Quartalsbericht liefern, in dem Strategie, Tempo und Struktur künftiger Kapitalmaßnahmen im Mittelpunkt stehen werden.

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