Strategy Aktie: Erfolgreicher Abschluss!
Strategy bleibt eine der spekulativsten Wetten auf den Bitcoin-Markt – und genau das rückt den Wert jetzt wieder in den Vordergrund. Nach einer deutlichen Erholung des Bitcoin-Preises, einem großen Zukauf der Kryptowährung und einem ungewöhnlichen Insiderkauf zieht die Aktie kräftig an. Die Frage ist: Trägt diese neue Zuversicht oder handelt es sich nur um eine technische Gegenbewegung nach einem harten Jahr?
Bitcoin-Rally als Treiber
Auslöser der jüngsten Bewegung ist klar: Bitcoin hat in dieser Woche erstmals seit Mitte November wieder die Marke von rund 97.000 US‑Dollar erreicht. Die Kryptowährung legte innerhalb von 24 Stunden mehr als 4 % zu, nachdem neue US-Inflationsdaten (CPI) eine etwas niedrigere Kernteuerung als erwartet zeigten.
Strategy, dessen Geschäftsmodell stark vom Bitcoin-Bestand abhängt, reagierte entsprechend sensibel. Die Aktie verzeichnete am Mittwoch zweistellige Kursgewinne im Tagesverlauf und schloss bei 179,33 US‑Dollar. Auf Wochensicht steht ein Plus von rund 7 %, in den vergangenen 30 Tagen summiert sich der Anstieg sogar auf knapp 26 %. Im größeren Bild bleibt die Aktie aber angeschlagen: Auf Zwölfmonatssicht liegt sie immer noch knapp 49 % im Minus und mehr als 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Ein Blick auf die technischen Indikatoren unterstreicht die Dynamik der jüngsten Bewegung: Der RSI (14 Tage) liegt mit 84,2 deutlich im überkauften Bereich, die Aktie notiert gut 15 % über ihrem 50‑Tage-Durchschnitt, aber immer noch rund ein Drittel unter der 200‑Tage-Linie. Kurzfristige Stärke trifft damit auf einen klar abwärtsgerichteten längerfristigen Trend.
Milliardenkauf: Bitcoin-Bestände wachsen
Der Kursschub kommt nicht aus dem Nichts. Am 12. Januar meldete Strategy den größten Bitcoin-Zukauf seit Juli 2025. Zwischen dem 5. und 11. Januar erwarb das Unternehmen 13.627 Bitcoin für etwa 1,25 Milliarden US‑Dollar – zu einem Durchschnittspreis von 91.519 US‑Dollar je Coin.
Damit summiert sich der Bitcoin-Bestand auf 687.410 BTC. Insgesamt hat Strategy dafür rund 51,8 Milliarden US‑Dollar aufgewendet, im Schnitt 75.353 US‑Dollar pro Bitcoin. Auf Basis von Kursen nahe 97.000 US‑Dollar liegt der Marktwert dieses „Bitcoin-Schatzes“ aktuell bei etwa 66,7 Milliarden US‑Dollar – ein erheblicher Aufschlag auf die historischen Anschaffungskosten.
Finanziert wurde der Zukauf über Kapitalmaßnahmen:
- rund 1,1 Milliarden US‑Dollar durch den Verkauf von Class‑A‑Stammaktien im Rahmen eines At-the-Market-Programms
- zusätzlich 119 Millionen US‑Dollar über die Emission von 10‑%‑Serie‑A‑Perpetual‑Vorzugsaktien (STRC)
Damit setzt das Unternehmen seine Strategie fort, Bitcoin-Bestände über die Kapitalmärkte zu hebeln. Für Aktionäre bedeutet das einerseits eine stärkere Partizipation an steigenden Bitcoin-Kursen, andererseits aber auch Verwässerung und höhere Fixkosten durch die hochverzinslichen Vorzugsaktien.
Insiderkauf als Stimmungsfaktor
Für zusätzlichen Rückenwind sorgte ein Insiderkauf, der von Marktbeobachtern als Vertrauenssignal gewertet wird. Laut einer SEC-Meldung vom 12. Januar erwarb Aufsichtsratsmitglied Carl Rickertsen 5.000 Aktien zu einem Preis von 155,88 US‑Dollar je Stück. Das Transaktionsvolumen lag bei rund 779.395 US‑Dollar.
Bemerkenswert ist weniger die absolute Summe als der Kontext: Es ist Rickertsens erster offener Marktkauf seit Juli 2022 – zuvor hatte es über Jahre überwiegend Insiderverkäufe gegeben. Im Nachhinein erwies sich das Timing als günstig. Innerhalb von zwei Handelstagen legte der Kurs mehr als 15 % gegenüber dem Kaufpreis zu.
Solche Käufe gelten an der Börse oft als Stimmungsindikator, auch wenn sie allein natürlich keine Trendwende garantieren. In Kombination mit der Bitcoin-Erholung und der großen Bestandsaufstockung verstärkt der Schritt aber den Eindruck, dass das Management weiter fest auf das Bitcoin-Modell setzt.
MSCI-Entscheidung nimmt Druck
Parallel läuft im Hintergrund ein wichtiger Indexfaktor: MSCI prüft seit einiger Zeit den Umgang mit Unternehmen, die große Teile ihrer Bilanz in Kryptowährungen halten. Eine ursprünglich vorgeschlagene Regel hätte Firmen mit mehr als 50 % Krypto-Anteil aus bestimmten Indizes ausgeschlossen – mit erheblichen Folgen für passiv investierende Fonds und damit für die Nachfrage nach der Aktie.
Für Strategy wäre das riskant geworden. JPMorgan hatte mögliche Abflüsse von bis zu 8,8 Milliarden US‑Dollar geschätzt, falls MSCI den Ausschluss tatsächlich durchgezogen hätte. Am 6. Januar folgte dann die vorerst erleichternde Nachricht: MSCI setzte die Umsetzung dieser Regel „zum jetzigen Zeitpunkt“ aus.
Kurzfristig fällt damit technischer Verkaufsdruck weg, der auf der Aktie gelastet hätte. Ganz vom Tisch ist das Thema aber nicht. MSCI kündigte eine breitere Konsultation zu sogenannten „Non-Operating Companies“ an und ließ erkennen, dass das 50‑Prozent-Kriterium für künftige Überprüfungen weiter als Referenzgröße dienen dürfte. Für Strategy bleibt die Indexfrage damit ein strukturelles Risiko im Hintergrund.
Analysten bleiben überwiegend positiv
Trotz eines Kursrückgangs von rund 45 % im Jahresvergleich zeigen sich die meisten Analysten weiterhin optimistisch. Von 17 erfassten Experten stufen 15 die Aktie als Kauf oder gleichwertig ein, zwei empfehlen Halten, ein Verkaufsvotum gibt es derzeit nicht.
Der durchschnittliche Zwölfmonatszielkurs liegt bei 455,25 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau impliziert das ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von etwa 145 %. Allerdings gibt es innerhalb der positiven Einschätzungen deutliche Nuancen. So hat Brian Dobson von Clear Street sein Kursziel zwar von 443 auf 268 US‑Dollar gesenkt, seine Kaufempfehlung aber beibehalten. Zur Begründung betont er, Strategy sei weiterhin ein „differenziertes und attraktives Vehikel für gehebeltes Bitcoin-Exposure“.
Die Botschaft ist klar: Analysten sehen das Papier im Kern als spekulatives Instrument, um überproportional an Bitcoin-Bewegungen teilzuhaben – mit allen Chancen und Risiken, die ein solcher Hebel naturgemäß mit sich bringt.
Ausblick: Quartalszahlen und Bitcoin-Volatilität
Der nächste klare Termin ist der Quartalsbericht für Q4 2025, der Anfang Februar ansteht. Das Unternehmen hatte im Vorfeld bereits einen unrealisierten Verlust von 17,44 Milliarden US‑Dollar für das vierte Quartal offengelegt. Hintergrund sind neue Fair-Value-Bilanzierungsregeln, die den deutlichen Bitcoin-Rückgang um rund 24 % in diesem Zeitraum direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung sichtbar machen.
Die jüngliche Erholung des Bitcoin-Kurses über 95.000 US‑Dollar reduziert einen Teil dieser Buchverluste, ändert aber nichts daran, dass Ergebnis und Bilanz extrem von der Krypto-Entwicklung abhängen. Die hohe Fünfjahres-Beta von 3,43 gegenüber dem S&P 500 spiegelt diese starke Schwankungsanfälligkeit deutlich wider.
In den kommenden Wochen dürften vor allem drei Faktoren entscheidend sein: die weitere Bitcoin-Preisentwicklung, mögliche regulatorische Signale aus Washington rund um digitale Vermögenswerte sowie konkrete nächste Schritte von MSCI bei der Klassifizierung von Krypto-Treasury-Unternehmen. Für Strategy bedeutet das: Die operative Nachrichtenseite ist relativ schmal, die Kursfantasie – im Positiven wie im Negativen – hängt weiterhin fast vollständig an Bitcoin und am regulatorischen Umfeld.
Strategy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Strategy-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Strategy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Strategy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Strategy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








