Strategy Aktie: Bewertungsrätsel
Die Aktie von Strategy kämpft sich nach einem schwachen Jahr von ihren jüngsten Tiefstständen nach oben. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Themen: die deutlich erhöhte Dividende auf Vorzugsaktien und die ungewöhnliche Bewertungslücke zu den enormen Bitcoin-Beständen des Unternehmens. Entschärft die hohe Ausschüttung die Risiken rund um Regulierung und Indexzugehörigkeit – oder bleibt die Skepsis dominierend?
Höhere Dividende auf Vorzugsaktien
Für Aufmerksamkeit sorgt zunächst die Ausschüttungspolitik bei den Vorzugsaktien. Strategy hat die jährliche Dividendenrate für die Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock zum 1. Januar 2026 von 10,75 % auf 11,00 % angehoben.
Konkret wurde für den Monatszeitraum bis zum 31. Januar 2026 eine Bardividende von 0,916666667 US‑Dollar je Vorzugsaktie erklärt. Zahltag ist der 31. Januar, maßgeblicher Stichtag der 15. Januar.
Auch wenn diese Maßnahme direkt nur die Inhaber der Vorzugsaktien betrifft, sendet sie ein Signal: Das Management hält an seinen ertragsorientierten Instrumenten fest – trotz der starken Kursschwankungen der Stammaktie im Jahr 2025. Marktbeobachter werten dies als Versuch, einkommensorientierte Investoren zu binden und das Vertrauen in die Kapitalstruktur zu stützen.
Erholung von Jahrestiefs
Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter früheren Höchstständen. Nach einem neuen 52‑Wochen-Tief im Dezember bei 135 US‑Dollar hat sich der Kurs zuletzt etwas erholt und schloss am Freitag bei 157,04 US‑Dollar, ein Plus von 3,35 % zum Vortag.
Damit liegt die Aktie immer noch rund 60 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch und auch klar unter den langfristigen gleitenden Durchschnitten. Die 12‑Monats-Performance von etwa minus 46 % unterstreicht den Druck, unter dem der Titel steht. Der erhöhte RSI und die hohe 30‑Tage-Volatilität deuten zudem auf ein nervöses, spekulativ geprägtes Umfeld hin.
Bitcoin-Bestand über Marktkapitalisierung
Zentral für die Bewertung bleibt die enge Verknüpfung mit Bitcoin. Strategy hält derzeit 672.497 Bitcoin und hat zwischen dem 22. und 28. Dezember 2025 weitere 1.229 BTC für rund 109 Mio. US‑Dollar zugekauft. Mit dem Bitcoin-Kurs über 90.000 US‑Dollar liegt der Marktwert dieser Reserven bei knapp 60 Mrd. US‑Dollar.
Brisant: Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird im Artikelumfeld mit rund 47 Mrd. US‑Dollar angegeben und damit unter dem Wert der Bitcoin-Bestände. Das bedeutet, dass der Markt das operative Geschäft faktisch mit null oder sogar negativ bewertet. In der Fachsprache liegt die mNAV (Market-to-Net Asset Value) nahe oder unter 1,0 – ein Niveau, das typischerweise für extreme Skepsis steht, etwa hinsichtlich möglicher Zwangsliquidationen oder struktureller Risiken im Geschäftsmodell.
Unsicherheit durch mögliche MSCI-Neuklassifizierung
Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist die anstehende Entscheidung des Indexanbieters MSCI im Januar. Im Raum steht eine Neuausrichtung der Klassifizierung von Unternehmen mit hoher Krypto-Exponierung. Für Strategy könnte dies bedeuten, künftig eher als „Fonds“ denn als operatives Unternehmen eingestuft zu werden.
Kommt es zu einer solchen Umstufung und dem damit verbundenen Ausschluss aus bestimmten Indizes, drohen umfangreiche Zwangsverkäufe durch passiv investierende Fonds. Analystenschätzungen gehen von einem möglichen Abgabedruck von bis zu 8,8 Mrd. US‑Dollar aus. Diese regulatorische Unsicherheit dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Aktie zuletzt deutlich hinter der Entwicklung von Bitcoin zurückblieb.
Optionsmarkt setzt auf Kurzfristerholung
Trotz der schwachen Jahresbilanz gibt es spekulatives Interesse an einer Gegenbewegung. Am 2. Januar wurden auffällige Umsätze im Optionsmarkt gemeldet, vor allem bei Call-Spreads mit kurzer Laufzeit.
Ein Beispiel: Käufer eines Call-Spreads mit Laufzeit bis zum 9. Januar (Strikes 157,5/165 US‑Dollar) konnten an einem Tag rund 74,5 % Gewinn erzielen, nachdem sich die Aktie deutlich von den Tagestiefs gelöst hatte. Solche Trades deuten darauf hin, dass ein Teil der Marktteilnehmer kurzfristig mit erhöhter Volatilität oder einer Entlastungsrally rechnet – etwa im Vorfeld der MSCI-Entscheidung.
Ausblick: Volatile Wochen voraus
Die kommenden Wochen werden für Strategy entscheidend. Das Unternehmen dürfte für das vierte Quartal 2025 einen deutlichen Verlust ausweisen, vor allem bedingt durch Wertberichtigungen infolge der Bitcoin-Schwankungen in diesem Zeitraum. Gleichzeitig hängt über der Aktie die MSCI-Entscheidung, die bis zum 15. Januar erwartet wird und bei einem negativen Ausgang erheblichen Verkaufsdruck auslösen könnte.
Auf der anderen Seite bietet die auf 11 % erhöhte Dividende auf die Vorzugsaktien einen klaren Anreiz für renditeorientierte Investoren und wirkt stabilisierend auf dieses Segment der Kapitalstruktur. Zusammengenommen spricht vieles dafür, dass die Aktie bis zur Klärung der Indexfrage und der Vorlage der Q4‑Zahlen in einem Umfeld hoher Schwankungen bleibt, in dem Nachrichten zu Regulierung und Bitcoin-Preis die Richtung vorgeben.
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