S&P 500: Zollchaos ohne Folgen
Die Wall Street zeigt sich unbeeindruckt. Trotz juristischer Ohrfeige für Donald Trump und angekündigter Zoll-Alternativen schloss der S&P 500 am Freitag 0,69 Prozent höher bei 6.909,51 Punkten. Der breite US-Index beendete damit eine verkürzte Handelswoche mit moderatem Plus.
Supreme Court kassiert Trumps Zölle
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied mit 6 zu 3 Stimmen gegen die weitreichenden Strafzölle des Präsidenten. Trump habe seine Befugnisse überschritten, als er gestützt auf das Notstandsgesetz IEEPA umfangreiche Importabgaben verhängte. Das 170-seitige Urteil entzieht den Zöllen die rechtliche Grundlage.
Die Marktreaktion? Gelassen. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet – sie war bereits eingepreist. Steven Shermesh von der Bank RBC wertet das Urteil zwar als "leicht positiv", doch die Kursbewegungen blieben überschaubar.
Trump kündigte umgehend an, noch am selben Tag eine alternative Anordnung zu unterzeichnen. Unter Berufung auf andere gesetzliche Grundlagen will er einen weltweiten Zusatzzoll von zehn Prozent erheben. Die Botschaft: Faktisch ändert sich wenig.
Enttäuschende Wirtschaftsdaten bleiben folgenlos
Zeitgleich belasteten schwache Konjunkturdaten. Das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 lag mit 1,4 Prozent deutlich unter der erwarteten Rate von 2,8 Prozent. Parallel dazu stieg der PCE-Index – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed – im Dezember auf 3,0 Prozent im Jahresvergleich. Der höchste Stand seit November 2023 und weit entfernt vom Zwei-Prozent-Ziel.
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Die Kombination aus schwachem Wachstum und hartnäckiger Inflation erschwert der Notenbank weitere Zinssenkungen. Nach Veröffentlichung der Daten reduzierten Marktteilnehmer ihre Erwartungen für eine Zinssenkung im Juni. Dennoch: Der S&P 500 ließ sich nicht beirren.
Gina Bolvin, Präsidentin der Bolvin Wealth Management Group, ordnet ein: "Das Wachstum kühlte sich deutlicher ab als erwartet, doch die Wirtschaft kam nicht zum Stillstand. Die Inflation bei drei Prozent erinnert uns daran – die Arbeit der Fed ist nicht beendet."
Der Nasdaq 100 legte am Freitag sogar 0,87 Prozent zu auf 25.012,62 Zähler. Technologiewerte zeigten sich besonders widerstandsfähig, obwohl Sorgen über KI-bedingte Disruption und Private-Credit-Risiken die Runde machen.
Unter den Einzelwerten verlor Newmont 2,6 Prozent nach einer gesenkten Goldproduktionsprognose. Chemours brach um 16,5 Prozent ein nach enttäuschenden Quartalszahlen, Akamai gab 14,1 Prozent ab wegen eines verhaltenen Ausblicks für 2026.
Die Marktteilnehmer haben sich offenbar mit der Zoll-Unsicherheit arrangiert. Sandra Ebner von Union Investment bringt es auf den Punkt: Trump verfüge über zahlreiche Möglichkeiten, den Druck aufrechtzuerhalten. Die Börsen handeln diese neue Normalität bereits – unabhängig davon, welche juristischen Volten der Präsident schlägt.
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