SoftBank Aktie: Triumph und Kreditdruck
PayPay feiert an der Wall Street einen starken Börsenstart — und SoftBank steckt gleichzeitig tief in der Kritik. Das Spannungsfeld zwischen einem historischen Fintech-IPO und wachsenden Bonitätssorgen rund um die KI-Strategie des Konzerns prägte diese Woche.
PayPay betritt Wall Street
Die Aktien von PayPay Corp. sprangen am Donnerstag beim Handelsstart um 14 Prozent auf 18,16 US-Dollar — deutlich über dem Ausgabepreis von 16 Dollar. Das Unternehmen sammelte dabei 879,8 Millionen Dollar ein und wird nun mit 12,1 Milliarden Dollar bewertet. Es ist das größte US-Börsendebüt eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt und der erste US-Listing einer SoftBank-Mehrheitsbeteiligung seit dem Arm-IPO 2023.
Das Orderbuch war mehr als fünffach überzeichnet. Zu den Ankerinvestoren zählten die Abu Dhabi Investment Authority, eine Einheit des Qatar Investment Authority sowie Visa, die zusammen bis zu 220 Millionen Dollar zusagten. Auch Tencent, Alipay und Googles Mutterkonzern Alphabet beteiligten sich.
Allerdings musste PayPay beim Preis Abstriche machen. Ursprünglich war eine Spanne von 17 bis 20 Dollar angepeilt worden — geopolitische Spannungen und Marktvolatilität drückten den Ausgabepreis auf 16 Dollar. SoftBank-Aktien verloren daraufhin am 12. März rund 4 Prozent.
Kreditrisiken überschatten den Erfolg
Parallel zum IPO-Jubel gerät SoftBanks Bonität unter Druck. Die Kreditausfallversicherungen (CDS) des Konzerns weiteten sich auf ein Elf-Monats-Hoch aus und sind derzeit die weitesten unter japanischen Unternehmen. Die Fünfjahres-CDS notieren bei rund 355 Basispunkten — etwa 100 Basispunkte über Nissan. S&P Global Ratings stufte den Ausblick auf negativ herab, nachdem SoftBank eine zusätzliche Investition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI angekündigt hatte. Die Ratingagentur warnte, die Wiederherstellung von Liquidität und Portfolioqualität könnte länger dauern als erwartet.
Jefferies verschlechterte sein Rating auf Underperform und begründete dies mit konzentrierten Investitionen und dem wachsenden finanziellen Engagement bei OpenAI. Konkret kritisierte Jefferies, dass SoftBank den Großteil des Kapitals in mehreren OpenAI-Finanzierungsrunden bereitgestellt habe — ein Umstand, der die ausgewiesenen Bewertungen und damit SoftBanks eigenen Nettovermögenswert künstlich aufblähen könnte.
Zusätzlichen Druck erzeugte das Stargate-Projekt: Oracle und OpenAI strichen Pläne für ein KI-Rechenzentrum in Texas, das Teil der Initiative war. SoftBank-Aktien fielen in der Folge zeitweise um bis zu 12,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2025. Bloomberg-Intelligence-Analysten konstatieren, SoftBanks Rechenzentrumspläne seien damit „in der Schwebe".
Das OpenAI-Engagement als Kernfrage
SoftBanks Gesamtinvestition in OpenAI beläuft sich mittlerweile auf 41 Milliarden Dollar — davon 30 Milliarden aus dem Vision Fund und 11 Milliarden von Drittinvestoren. Der Konzern hält damit rund 11 Prozent an OpenAI. Jefferies signalisierte, seine negative Einschätzung könnte sich ändern, falls OpenAI ein Börsengang zu einer höheren Bewertung als zuletzt gelingt oder externe Investoren signifikant neues Kapital einbringen.
Einen stabilen Anker bietet unterdessen die Telekomsparte: SoftBank Corp. steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 um 8 Prozent auf einen Rekordwert von 5,2 Billionen Yen. Das operative Ergebnis legte ebenfalls um 8 Prozent auf 884 Milliarden Yen zu. Die Jahresprognose für den Umsatz hob das Unternehmen auf 6,95 Billionen Yen an, das operative Einkommensziel auf 1,02 Billionen Yen.
Das PayPay-IPO zeigt, dass SoftBank auch in unruhigen Märkten Portfoliowerte realisieren kann. Ob das als Blaupause für weitere Monetarisierungen taugt und die Bonitätssorgen mildert, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das OpenAI-Investment in den kommenden Monaten entwickelt — und ob Stargate über Ankündigungen hinauskommt.
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