SoftBanks Zahlungstochter PayPay hat ihr US-IPO abgeschlossen und dabei rund 880 Millionen Dollar eingesammelt – die größte US-Börsennotierung eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: SoftBank monetarisiert Assets, um seine milliardenschweren KI-Wetten zu finanzieren.

PayPay debütiert unter dem Ausgabepreis

PayPay und SoftBanks Investmentvehikel SVF II Piranha platzierten insgesamt rund 55 Millionen American Depositary Shares zu je 16 Dollar – und damit unterhalb der ursprünglich angestrebten Spanne von 17 bis 20 Dollar. Gedrückt wurde der Preis durch die angespannte geopolitische Lage infolge des US-israelischen Konflikts mit dem Iran. Das IPO soll morgen offiziell schließen; der Handel an der Nasdaq läuft unter dem Kürzel PAYP.

Trotz des Preisabschlags ist die Transaktion ein Meilenstein: Größer war zuletzt nur das Dual-Listing von Line Corp. im Jahr 2016, das 1,3 Milliarden Dollar einbrachte. Als Ankerinvestoren sicherten sich Visa, die Abu Dhabi Investment Authority sowie eine Tochter des Qatar Investment Authority bis zu 220 Millionen Dollar an Anteilen. Goldman Sachs, JPMorgan, Mizuho und Morgan Stanley führten die Transaktion.

Bei 16 Dollar je ADS kommt PayPay auf eine Marktkapitalisierung von rund 10,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verzeichnete in den neun Monaten bis Dezember 2025 einen Gewinn von 103,3 Milliarden Yen bei einem Umsatz von 278,5 Milliarden Yen – nach 28,96 Milliarden Yen Gewinn auf 220,4 Milliarden Yen Umsatz im Vorjahreszeitraum. Rund 72 Millionen registrierte Nutzer machen PayPay zu einem der meistgenutzten digitalen Geldbörsen Japans.

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SoftBanks KI-Strategie unter Druck

Das IPO ist Teil einer umfassenderen Liquiditätsstrategie. Zwischen Juni und Dezember 2025 verkaufte SoftBank T-Mobile-US-Aktien im Wert von fast 13 Milliarden Dollar. Nun strebt der Konzern einen Brückenkredit von bis zu 40 Milliarden Dollar an – überwiegend zur Finanzierung seiner OpenAI-Beteiligung, die inzwischen auf 11 Prozent angewachsen ist. JPMorgan gehört zu den vier Banken, die das Darlehen mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten zeichnen sollen.

Gleichzeitig wächst der Druck auf SoftBanks Kreditprofil. Die Credit Default Swaps des Konzerns weiteten sich auf ein Elf-Monats-Hoch aus und sind mit rund 355 Basispunkten die weitesten unter japanischen Großunternehmen. S&P Global Ratings stufte den Ausblick auf negativ zurück, nachdem SoftBank weitere 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert hatte. Die Ratingagentur zweifelt daran, dass der Konzern seine Asset-Liquidität und Portfolioqualität schnell genug wiederherstellen kann. Zusätzlich belastete die Nachricht, dass Oracle und OpenAI Pläne für ein KI-Rechenzentrum in Texas – Teil des Stargate-Projekts – aufgegeben haben. SoftBanks Aktie verlor daraufhin zeitweise bis zu 12,5 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit August 2025.

Starke operative Zahlen als Gegengewicht

Auf der anderen Seite stehen solide Geschäftszahlen. Die Telekomtochter SoftBank Corp. steigerte ihren Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 um 8 Prozent auf einen Rekordwert von 5,2 Billionen Yen; das operative Ergebnis legte ebenfalls um 8 Prozent auf 884 Milliarden Yen zu. Die Jahresprognose wurde auf 6,95 Billionen Yen Umsatz und 1,02 Billionen Yen operatives Ergebnis angehoben. Zusätzlichen Rückenwind liefert die Arm-Holdings-Beteiligung: Der Chipdesigner profitiert zunehmend von KI-Anwendungen jenseits des Smartphone-Markts.

Nach dem IPO hält SoftBank rund 92 Prozent der Stimmrechte an PayPay – frisches Kapital also, ohne nennenswerte Kontrolle abzugeben. Parallel dazu läuft die geplante Übernahme der ABB-Robotiksparte für 5,375 Milliarden Dollar, die voraussichtlich Mitte bis Ende 2026 abgeschlossen wird. Ob die Kombination aus Rekordkrediten, KI-Infrastrukturprojekten und selektivem Asset-Verkauf aufgeht, wird sich an der Entwicklung der Stargate-Initiative und der OpenAI-Bewertung entscheiden.

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