Siemens Healthineers Aktie: ESG-Druck
Siemens Healthineers bekommt Gegenwind – und diesmal geht es nicht um Margen oder Auftragseingänge, sondern um Ethik. Auf der jüngsten Hauptversammlung nahmen Tierschutzorganisationen die Nutzung von Antikörpern ins Visier, die aus Kaninchenblut gewonnen werden. Wie stark kann so ein ESG-Thema das Vertrauen der Anleger in ohnehin anspruchsvoller Marktphase belasten?
Hauptversammlung: Forderung nach Ausstiegsplan
Kritiker forderten auf der Versammlung einen verbindlichen Plan, um aus der Verwendung von Kaninchen-Antikörpern auszusteigen. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch, die Geschäftsbeziehungen mit bestimmten Zulieferbetrieben zu beenden und einen konkreten Zeitlichen Fahrplan für den Umstieg auf tierfreie Alternativen vorzulegen.
Als Auslöser der Debatte nannten die Organisationen verdeckte Recherchen, die im September 2025 Missstände in der Tierhaltung dokumentiert haben sollen. „Ärzte gegen Tierversuche“ verwies darauf, dass moderne, tierversuchsfreie Methoden zur Antikörperherstellung verfügbar seien.
Das Management stellte sich gegen einen sofortigen Schnitt. Der Vorstand erklärte, eine eigene Überprüfung beim betroffenen Zulieferer habe keine wesentlichen Abweichungen ergeben. Genau diese Position sorgte wiederum beim Dachverband der Kritischen Aktionäre und bei den Kritikern für Unverständnis.
Warum das Thema jetzt besonders empfindlich ist
Die Kontroverse trifft den Konzern in einer Phase, in der die operative Erzählung ohnehin nicht durchgängig rund läuft. Zwar zeigten die Segmente Imaging und Krebstherapie (Precision Therapy) im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 Wachstum. Gleichzeitig bleibt die Diagnostik-Sparte ein Bremsklotz.
Besonders das China-Geschäft belastet dort die Umsatzentwicklung. Vor diesem Hintergrund bekommt die ethische Debatte zusätzliches Gewicht: Investoren beziehen ESG-Aspekte (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) zunehmend in ihre Bewertung ein – und eine öffentlich ausgetragene Kontroverse kann das Bild schnell eintrüben.
Auch der Kursverlauf spiegelt das angespannte Umfeld: Über zwölf Monate steht die Aktie mit -22,16% deutlich tiefer. Mit 41,91 € (Schlusskurs gestern) notiert sie zudem nur knapp 4% über dem 52‑Wochentief von 40,30 € – ein Hinweis darauf, dass der Markt derzeit wenig Puffer für zusätzliche Unsicherheiten einpreist.
Ausblick: Zwei Baustellen parallel
Kurzfristig bleibt entscheidend, wie Siemens Healthineers mit den Forderungen nach einem verbindlichen Ausstiegsplan umgeht und ob das Unternehmen seine Linie zur Lieferantenprüfung weiter so verteidigt. Parallel muss der Konzern die operativen Sorgen adressieren: Die Diagnostik-Sparte – insbesondere in China – bleibt laut den vorliegenden Aussagen der zentrale Belastungsfaktor, während Imaging und Precision Therapy zuletzt für Wachstum sorgten.
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