Der traditionelle Energietechnikkonzern rückt zunehmend als unverzichtbarer Infrastrukturlieferant für Künstliche Intelligenz in den Fokus. Während Analysten ein lukratives neues Marktsegment für Rechenzentren identifizieren, verlangt die Sanierung der Windkrafttochter Gamesa weiterhin harte Einschnitte.

Bernstein Research sieht Siemens Energy künftig als potenziellen Schlüsselakteur bei sogenannten Solid-State-Transformatoren (SST). Diese Technologie gilt aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz als essenziell für den rasant wachsenden Strombedarf von KI-Rechenzentren. Die Experten bestätigten daher ihre Einstufung mit einem Kursziel von 150 Euro. Dass das operative Geschäft brummt, belegt auch das erste Quartal 2026: Der Konzern verdreifachte seinen Nettogewinn nahezu auf 746 Millionen Euro und schob den Auftragsbestand auf einen Rekordwert von 146 Milliarden Euro. Diese fundamentale Stärke spiegelt sich in der Bewertung wider, denn auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet das Papier bei einem aktuellen Niveau um 143,25 Euro ein Plus von über 160 Prozent.

Harte Schnitte in Dänemark

Abseits der Erfolge im klassischen Gas- und Netzgeschäft bleibt die Windkraftsparte ein Sanierungsfall. Um im laufenden Geschäftsjahr die anvisierte Gewinnschwelle zu erreichen, stellt das Management die Gondel-Produktion am dänischen Standort Brande ein, wovon rund 150 Beschäftigte betroffen sind. Nach einem operativen Verlust von 1,36 Milliarden Euro im Vorjahr wächst der Druck seitens aktivistischer Investoren, die eine Abspaltung von Gamesa fordern.

Gleichzeitig mahnt Morgan Stanley zur Vorsicht bei den profitablen Kernbereichen. Die Analysten strichen den Titel zwar von ihrer Favoritenliste, beließen das Kursziel aber bei 166 Euro. Sie verweisen auf eine hohe Abhängigkeit des Gas-Services-Segments von Großaufträgen aus dem Nahen Osten, speziell aus Saudi-Arabien.

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Index-Aufstieg stützt den Kurs

Trotz dieser operativen Baustellen profitiert das Wertpapier derzeit von starken strukturellen Faktoren. Seit dem 23. März notiert Siemens Energy im Stoxx Europe 50. Diese Fast-Entry-Aufnahme zwingt passiv verwaltete Indexfonds zu Umschichtungen zugunsten des Energietechnikers. Flankiert wird diese Nachfrage durch ein Anfang März gestartetes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro.

Der nächste konkrete Prüfstein für die Unternehmensentwicklung folgt am 12. Mai mit der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal. An diesem Stichtag müssen die Münchner belegen, dass die Restrukturierung bei Gamesa strikt im Zeitplan liegt und die operative Dynamik der Auftragsbücher das Wachstum weiterhin trägt.

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