Ein aktivistischer Investor macht Druck, während traditionelle Großaktionäre blockieren. Bei Siemens Energy entbrennt ein strategischer Richtungsstreit über die Zukunft der verlustreichen Windkrafttochter Gamesa. Dieser Konflikt überschattet aktuell die boomenden Zahlen im Kerngeschäft und sorgt für spürbaren Gegenwind beim Aktienkurs.

Zerreißprobe zwischen Aktionären

Der Hedgefonds Ananym Capital fordert eine strategische Überprüfung bis hin zur vollständigen Abspaltung des Windgeschäfts. Mitgründer Charlie Penner stellt Anteilseignern durch diesen Schritt Renditen von 40 bis 60 Prozent in Aussicht. Die Argumentation der Aktivisten basiert auf einer klaren Trennung: Ein Verkauf von Gamesa würde die Profitabilität des Gesamtkonzerns durch den Fokus auf das lukrative Gasgeschäft sofort steigern.

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Große institutionelle Anleger wie DWS, Union Investment und Deka halten vehement dagegen. Sie stützen den aktuellen Sanierungskurs des Managements. Aus Sicht der Deka käme ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt einer Verschleuderung von Unternehmenswerten gleich. Erste Erfolge der Restrukturierung sind bereits sichtbar. Zuletzt schrumpfte der Quartalsverlust von Gamesa auf 46 Millionen Euro, nachdem im Gesamtjahr 2025 noch ein Minus von 1,36 Milliarden Euro verbucht wurde.

Technischer Rücksetzer trotz Rekordaufträgen

Die strategische Unsicherheit spiegelt sich im Chart wider. Mit dem jüngsten Rücksetzer auf 141,90 Euro rutschte der Kurs unter die vielbeachtete 50-Tage-Linie. Damit notiert das Papier gut 15 Prozent unter dem Ende Februar markierten 52-Wochen-Hoch von 168,65 Euro. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, erfährt aber eine spürbare Abkühlung.

Operativ brummt der Konzern derweil auf Hochtouren. Getrieben durch die weltweite KI-Investitionswelle stieg der Auftragseingang in der Sparte Gas Services im ersten Quartal um 81 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns erreichte einen Rekordwert von 146 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum zwischen 11 und 13 Prozent sowie einem Nettoergebnis von bis zu 4 Milliarden Euro.

Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über bis zu zwei Milliarden Euro stützt die Notierung auf dem aktuellen Niveau. Der nächste konkrete Prüfstein für das Management folgt am 12. Mai mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Ein weiterer Rückgang der Gamesa-Verluste an diesem Stichtag würde die Position der traditionellen Großaktionäre stärken und den aktuellen Sanierungskurs des Vorstands untermauern.

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