Auf dem RXD Summit in Peking demonstrierte Siemens eindrucksvoll den Übergang von industrieller KI in die massentaugliche Praxis. Obwohl der Technologiekonzern 26 neue Produkte vorstellte und die Cloud-Zusammenarbeit mit Alibaba massiv ausbaute, dämpft ein strukturelles Problem die Euphorie. Lokale Partner zögern bei der essenziellen Datenfreigabe, was sich auch in der verhaltenen Kursentwicklung widerspiegelt.

Schulterschluss für die Industrie-Cloud

Das Herzstück der jüngsten Ankündigungen bildet die erweiterte Strategie für Ingenieursimulationen. Gemeinsam mit Alibaba Cloud will Siemens sogenannte Computer-Aided-Engineering-Kapazitäten als Infrastructure-as-a-Service auf dem chinesischen Markt anbieten. Dabei wird das hauseigene Simulationsportfolio direkt mit der Hochleistungsrecheninfrastruktur von Alibaba verzahnt.

Zusätzlich evaluieren die Partner, wie Alibabas Qwen-Sprachmodelle zukünftig KI-assistierte Engineering-Workflows in der Siemens-Software unterstützen können. Parallel dazu positioniert sich der Konzern als Hardware-Lieferant für die KI-Wirtschaft selbst und liefert Technologien für Alibabas Großrechenzentren.

Lokale Vorbehalte beim Daten-Teilen

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Neben neuen programmierbaren Logiksteuerungen und hochpräzisen Servo-Systemen für die Robotik präsentierte das Unternehmen auch KI-gestützte Software zur vorausschauenden Wartung. Genau hier offenbart sich allerdings eine zentrale Hürde für die ambitionierte Strategie.

Wie CEO Roland Busch am Rande der Veranstaltung einräumte, scheuen viele chinesische Partner davor zurück, reale Fabrikdaten für das Training der KI-Modelle bereitzustellen. Die Angst vor dem Verlust geistigen Eigentums wiegt schwerer als die technologischen Möglichkeiten, selbst wenn lokale Regularien den Datentransfer grundsätzlich erlauben.

An der Börse verfehlt der strategische Vorstoß in Asien bisher seine Wirkung. Die Papiere notieren am Mittwoch bei 212,45 Euro und weisen damit seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 12 Prozent auf. Auch der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie, die aktuell bei 235,67 Euro verläuft, verdeutlicht die anhaltende Schwäche des Titels.

Die operative Umsetzung der KI-Strategie in China hängt nun maßgeblich davon ab, ob Siemens die Sicherheitsbedenken der lokalen Industrie ausräumen kann. Gelingt es nicht, vertrauensvolle Rahmenbedingungen für die Datenfreigabe zu schaffen, droht der großflächige Einsatz der neuen Predictive-Maintenance-Lösungen auf dem asiatischen Markt hinter den Erwartungen zurückzubleiben.

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