Rekordaufträge, steigende Gewinne — und trotzdem notiert die Siemens-Aktie rund zehn Prozent unter ihrem Januarhoch. Der Grund liegt nicht in den Fundamentaldaten, sondern in dem, was der Konzern gerade umzubauen versucht.

Healthineers-Abspaltung hält Anleger zurück

Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 sind beeindruckend: Der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, neue Aufträge stiegen um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 2,22 auf 2,80 Euro. Auf dieser Basis hob Siemens die EPS-Prognose für das Gesamtjahr auf 10,70 bis 11,10 Euro an.

Der Kurs spiegelt das nicht wider. Mit rund 218 Euro liegt die Aktie knapp zehn Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt — und fast 17 Prozent unter dem Januarhoch von 261,55 Euro.

Das dominierende Thema: die geplante Abgabe der Kontrollmehrheit an Siemens Healthineers. Siemens will 30 Prozent der Healthineers-Anteile per Direktabspaltung an die eigenen Aktionäre übertragen. Der Konzernanteil sinkt damit langfristig von rund 67 auf unter 20 Prozent. Das Ergebnis wäre ein schlankerer, fokussierterer Konzern — stärker auf Industrie, Digitalisierung und KI ausgerichtet. Viele Experten sehen darin eine Aufwertung des verbleibenden Kerngeschäfts.

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Konkrete Details zu Struktur und Zeitplan fehlen jedoch noch. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und der Zustimmung beider Hauptversammlungen. Genau diese Unklarheit erklärt die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung.

Healthineers steht vor eigenen Belastungen

Die Medizintechniksparte tritt die Eigenständigkeit nicht ohne Gepäck an. Bis 2028 muss Healthineers durch Siemens besicherte Kredite von bis zu 13,9 Milliarden Euro eigenständig refinanzieren — ein erheblicher Kraftakt, der ein solides Investment-Grade-Rating voraussetzt. Für 2026 rechnet Healthineers zudem mit einem negativen Zolleffekt von bis zu 500 Millionen Euro aus den USA. Im ersten Quartal schrumpfte die Diagnostiksparte um drei Prozent, vor allem wegen anhaltender Schwäche im China-Geschäft.

Gegen den Kursdruck stemmt sich Siemens mit einem laufenden Rückkaufprogramm: 4,4 Milliarden Euro wurden bereits eingesetzt, im März sollen 18 Millionen eigene Aktien eingezogen werden. Das reduziert die Gesamtzahl ausstehender Aktien auf rund 782 Millionen und stärkt künftige Gewinne je Aktie strukturell.

Zwei Termine im Blick

Anfang des zweiten Quartals 2026 will Siemens konkrete Pläne zur Abspaltung vorlegen — das dürfte der erste echte Stimmungstest für die Aktie werden. Am 13. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen. Solange die Transaktionsdetails offen bleiben, bleibt der Umbau das bestimmende Thema für die Kursrichtung — unabhängig davon, wie stark das operative Geschäft läuft.

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