Während viele DAX-Konzerne noch mit Sparmaßnahmen ringen, beschleunigt Siemens einen radikalen Konzernumbau. Der Münchner Industriekonzern kombiniert operative Rekordwerte mit einer KI-Offensive und dem geplanten Ausstieg aus der Mehrheit an Siemens Healthineers. Die Strategie: schneller investieren, digitaler werden – und sich auf das Kerngeschäft fokussieren.

Q1-Zahlen übertreffen Erwartungen

Das erste Quartal 2026 lieferte starke Signale. Die Gruppenaufträge legten um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Der Profit des Industriegeschäfts kletterte um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro – die Marge verbesserte sich auf 15,6 Prozent.

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Das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationseffekten erreichte 2,80 Euro. Bereinigt um den Sondereffekt aus dem Innomotics-Verkauf im Vorjahr lag der Wert deutlich über den 2,22 Euro aus Q1 2025. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordstand von 120 Milliarden Euro.

Treiber des Wachstums sind vor allem Digital Industries und Smart Infrastructure. Großaufträge aus den USA für Cloud- und KI-Infrastruktur sorgen für Rückenwind. Folgerichtig hob Siemens die Jahresprognose an: Das EPS soll nun zwischen 10,70 und 11,10 Euro liegen, beim Umsatzwachstum peilt der Konzern die obere Hälfte der Zielspanne von 6 bis 8 Prozent an.

200 Millionen für KI-Fertigung in Amberg

Der Standort Amberg wird zur Zukunftsfabrik ausgebaut. Bis 2030 fließen rund 200 Millionen Euro in einen Neubau für Smart Infrastructure. Die Vision: eine selbstlernende Produktion, bei der KI Auftragsplanung, Materialtransport und Anlagensteuerung in Echtzeit optimiert.

Die 2.400 Mitarbeiter des Bereichs sollen für die digitalisierte Arbeitswelt qualifiziert werden. Gemeinsam mit NVIDIA entwickelt Siemens KI-beschleunigte Industrielösungen – die Electronics Factory in Erlangen dient dabei als Referenzprojekt.

Healthineers-Abspaltung nimmt Fahrt auf

Parallel treibt der Konzern den größten Struktureingriff seit Jahren voran. Vorstand und Aufsichtsrat planen, die Mehrheit an Siemens Healthineers abzugeben. Rund 30 Prozent der Anteile sollen per Direktabspaltung an die Siemens-Aktionäre gehen.

Details zu Struktur und Zeitplan will der Konzern Anfang des zweiten Quartals vorlegen. Die Transaktion benötigt noch die Zustimmung beider Hauptversammlungen und muss regulatorische Hürden nehmen. Die geplante Dividende von 5,35 Euro je Aktie soll trotz der Dekonsolidierung gezahlt werden.

Aktienrückkauf wird forciert

Beim Rückkaufprogramm prescht Siemens schneller vor als geplant. Von den ursprünglich angekündigten 6 Milliarden Euro sind bereits 4,4 Milliarden Euro umgesetzt. Im März werden 18 Millionen eigene Aktien eingezogen – die Gesamtzahl der ausstehenden Papiere sinkt damit auf rund 782 Millionen.

Am 13. Mai folgen die Zahlen für das zweite Quartal. Zuvor dürften die konkreten Pläne zur Healthineers-Transaktion für Bewegung sorgen. Am 1. April übernimmt Veronika Bienert den CFO-Posten.

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