Der Wochenendstart hat es in sich: Ausgerechnet die Schweizer Großbank UBS dreht Shell den Rücken – zumindest ein Stück weit. Nach einem ordentlichen Jahresauftakt mit plus 12 Prozent stuft UBS die Aktie des Energieriesen von „Buy" auf „Neutral" herab. Die Begründung sitzt: Das Potenzial ist ausgereizt, Wachstumshürden türmen sich auf, und die Bewertung gibt nicht mehr viel her. Gleichzeitig eskaliert ein milliardenschwerer Rechtsstreit mit einem US-Gasexporteur – und Shell wehrt sich mit allen Mitteln. Ist die Party für Anleger jetzt vorbei?

UBS entzieht das Vertrauen

Die Botschaft aus Zürich ist unmissverständlich: Shell habe seinen fairen Wert erreicht. Die Analysten verweisen auf die starke Performance seit Jahresbeginn – ein Plus von 12 Prozent, das vor allem aus solidem Cashflow und Kapitalrückführung resultierte. Doch genau hier liegt das Problem: Weitere Aufwärtsfantasie sehen die Experten nicht mehr.

Die Knackpunkte der UBS-Analyse:

  • Rating-Abstufung von „Buy" auf „Neutral" – ein klares Verkaufssignal für viele institutionelle Anleger
  • Mittelfristige Wachstumsschwäche: Ressourcen-Nachschub stockt, Umsatzwachstum ist begrenzt
  • Bewertung im Vergleich zu Wettbewerbern nicht mehr attraktiv
  • Cashflow-Stärke bereits eingepreist

Die Bank lobt zwar Shells starke Position in Mobilität und integriertem Gas, doch das reicht nicht mehr für eine Kaufempfehlung. Die „schnellen Gewinne" seien eingefahren – jetzt droht Seitwärtsbewegung.

Rechtsstreit mit Venture Global eskaliert dramatisch

Parallel zum Analyst-Gegenwind verschärft sich ein juristisches Drama, das für Shell zu einer echten Belastung wird. Der US-Flüssiggasexporteur Venture Global wirft dem britischen Konzern eine „dreijährige Kampagne" zur Rufschädigung vor. Auslöser: Shell fechtet eine kürzlich verlorene Schiedsgerichtsentscheidung vor dem New York State Supreme Court an – und treibt damit den Konflikt auf die Spitze.

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Worum geht es?

Shell und andere europäische Energiekonzerne werfen Venture Global vor, während der Energiekrise langfristig zugesagte LNG-Lieferungen zurückgehalten und stattdessen lukrativ auf dem Spotmarkt verkauft zu haben. Ein Schiedsgericht entschied unlängst gegen Shell – und verurteilte den Konzern zur Übernahme der Anwaltskosten. Shells Entscheidung, in Berufung zu gehen, bezeichnet Venture Global nun als „haltlos" und schädlich für die gesamte Branche.

Dieser Rechtsstreit belastet nicht nur das Image, sondern bindet auch Ressourcen in einem strategisch wichtigen Geschäftsfeld. Anleger beobachten mit Sorge, wie viel Energie Shell in juristische Gefechte statt in Wachstumsprojekte steckt.

Aktienrückkäufe laufen auf Hochtouren

Trotz aller Unwägbarkeiten hält Shell am aggressiven Kapitalrückführungsprogramm fest. Aktuelle Daten vom 28. November bestätigen: Der Konzern kauft täglich eigene Aktien an der Londoner Börse zurück, um das ausgegebene Kapital zu reduzieren und den Gewinn je Aktie zu stützen.

Diese Strategie bildet weiterhin das Rückgrat der Investmentthese – sie sorgt für eine Art Preisuntergrenze, selbst wenn die Wachstumsperspektive trüb erscheint. Doch die Frage bleibt: Reicht das aus, um das verlorene Vertrauen der Analysten zurückzugewinnen?

Zwiespältige Aussichten

Shell steckt in der Klemme: Solide Bilanz und verlässliche Shareholder Returns auf der einen Seite, schrumpfende Wachstumshoffnungen und Rechtsquerelen auf der anderen. Die UBS-Herabstufung könnte weitere Analysten zum Umdenken bewegen – ein Dominoeffekt droht. Ob die Rückkäufe ausreichen, um den Abwärtsdruck abzufedern, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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