Shell schraubt gerade sichtbar an zwei Stellhebeln gleichzeitig: mehr Zugriff auf den europäischen LNG-Markt – und mögliche Verkäufe im eigenen Anlagenpark. Dazu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm, das trotz Gegenwind im Umfeld weiterläuft. Was steckt hinter dieser Neuordnung?

Mehr LNG nach Europa – über Griechenland

Kern der aktuellen Expansion ist eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit Metlen Energy & Metals PLC. Geplant ist, jährlich rund 0,5 bis 1,0 Milliarden Kubikmeter verflüssigtes Erdgas (LNG) zu liefern und zu handeln – von 2027 bis 2031.

Die Mengen sollen über die griechischen Regasifizierungs-Terminals Revithoussa und Alexandroupolis in den Markt kommen. Strategisch wichtig ist dabei auch der Vertical Gas Corridor: Er soll den physischen Zugang zu weiteren europäischen Märkten erleichtern, also über Südosteuropa hinaus. Genau hier liegt der Hebel: Mit einer stärker strukturierten Lieferkette kann Shell regionalen Bedarf und regulatorische Veränderungen in Europa flexibler bedienen.

Australien: Minderheitsverkauf als nächster Schritt?

Parallel führt Shell laut Bericht frühe Gespräche über den Verkauf eines Minderheitsanteils an der australischen Gas-Exportanlage North West Shelf in Westaustralien. Für die Anlage wird eine Bewertung von rund 34 Milliarden australischen Dollar genannt. Als mögliche Gesprächspartner werden Abu Dhabi National Oil Company und Midocean Energy LLC genannt.

Shell hält derzeit 16,67% am Projekt, das als älteste und größte Verflüssigungsanlage Australiens gilt. Interessant: Die Anlage soll in eine Tolling-Struktur überführt werden – Käufer würden dann eine fixe Gebühr zahlen, um Gas verflüssigen zu lassen. Das deutet auf einen Umbau des Geschäftsmodells hin: weg von voller Wertschöpfungstiefe, stärker hin zu planbareren Infrastruktur-Erträgen.

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Der mögliche Teilverkauf passt zur bereits laufenden Regional-Restrukturierung. 2023 hatte Shell seinen Anteil am Browse-Projekt verkauft, das ursprünglich Gas für die North-West-Shelf-Anlage liefern sollte.

Rückkäufe laufen weiter

Trotz eines zuletzt schwächeren Ölpreisumfelds und einer niedrigeren Performance im Chemiegeschäft hält Shell an seinem Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Milliarden US-Dollar fest, das nach den Zahlen zum vierten Quartal angekündigt wurde. Die Rückkäufe werden laut Meldung täglich über mehrere europäische Handelsplätze umgesetzt; die unabhängigen Handelsentscheidungen liegen bei Morgan Stanley. Das Programm ist bis Anfang Mai 2026 angesetzt, und regulatorische Meldungen zeigen häufig tägliche Einziehungen von mehr als einer Million Aktien.

Beim Kurs zeigt sich der Titel weiter stabil: Mit 34,69 Euro notiert die Aktie nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch.

Am Anfang Mai 2026 endet der aktuell angekündigte Rückkaufzeitraum – bis dahin dürften Anleger vor allem darauf schauen, wie schnell Shell die LNG-Partnerschaft in konkrete Lieferströme übersetzt und ob aus den Gesprächen zur North-West-Shelf-Anlage tatsächlich ein Teilverkauf wird.

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