Shell Aktie: Milliarden-Streit eskaliert
Während Shell seine Aktionäre mit einem laufenden Aktienrückkaufprogramm bei Laune hält, zieht an anderer Stelle ein gewaltiges juristisches Gewitter auf. Der Energieriese und seine Partner haben im Konflikt um eine 5-Milliarden-Dollar-Strafe in Kasachstan nun ein internationales Schiedsgericht angerufen. Damit tritt die Auseinandersetzung um das gigantische Kashagan-Ölfeld in eine kritische Phase ein, die auch direkte Auswirkungen auf die Investitionsstrategie des Konzerns hat.
Der Gang vor das Schiedsgericht
Der Kern des Konflikts liegt in einer Umweltstrafe, die die kasachische Regierung gegen das Betreiberkonsortium des Kashagan-Feldes verhängt hat. Der Vorwurf lautet, die Unternehmen hätten die Grenzwerte für die Schwefellagerung überschritten. Zu dem Konsortium gehören neben Shell auch Schwergewichte wie Eni, ExxonMobil und TotalEnergies.
Nachdem ein lokales Gericht in der Hauptstadt Astana im Dezember den Einspruch der Ölfirmen abgelehnt hatte, sahen sich die Konzerne nun zum nächsten Schritt gezwungen. Ein Shell-Sprecher bestätigte, dass trotz Bemühungen um einen Dialog keine Lösung gefunden wurde und man die Vorwürfe weiterhin bestreite. Der Gang vor ein internationales Schiedsgericht markiert eine deutliche Verschärfung der Tonart zwischen den westlichen Ölmultis und der Regierung in Astana.
Investitionsstopp als Konsequenz
Die geforderten 5 Milliarden Dollar sind dabei nur ein Teil eines weitaus größeren Problems. Laut Berichten summieren sich diverse Forderungen Kasachstans – unter anderem wegen angeblich entgangener Einnahmen und Korruptionsvorwürfen – auf bis zu 166 Milliarden Dollar.
Diese unsichere Rechtslage hat bereits konkrete operative Folgen. Shell-CEO Wael Sawan hatte bereits Anfang Februar während der Quartalskonferenz klargestellt, dass der Konzern weitere Investitionen in Kasachstan vorerst auf Eis legt. Man werde die Situation genau beobachten und abwarten, bis Klarheit herrsche, bevor frisches Kapital in das landeseigene Geschäft fließt.
Rückkaufprogramm stützt den Kurs
Ungeachtet der geopolitischen Spannungen treibt Shell die Pflege seiner Aktienkultur voran. Das am 5. Februar angekündigte Rückkaufprogramm im Volumen von 3,5 Milliarden Dollar läuft auf Hochtouren. Allein am Montag kaufte das Unternehmen über eine Million eigene Anteile zurück.
Auch operativ zeigte sich der Konzern zuletzt solide, wenn auch mit Rückgängen. Der bereinigte Gewinn im vierten Quartal 2025 lag bei 3,26 Milliarden Dollar und damit unter dem Vorjahreswert. Dennoch erhöhte das Management die Dividende um 4 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 33,85 Euro notiert die Aktie weiterhin in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs (33,98 Euro), was das Vertrauen der Anleger in die Substanz des Unternehmens unterstreicht.
Das laufende Aktienrückkaufprogramm, das noch bis zum 1. Mai 2026 terminiert ist, dürfte kurzfristig als stabilisierender Faktor wirken. Mittelfristig müssen sich Investoren jedoch darauf einstellen, dass der Rechtsstreit in Kasachstan Ressourcen binden wird und eine schnelle Rückkehr zu Investitionen in dieser Schlüsselregion unwahrscheinlich bleibt.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 24. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








