Während Shell seine Aktionäre fast täglich mit weiteren Aktienrückkäufen bei Laune hält, richtet das Management den Blick auf Südamerika. Ein frisch unterzeichnetes Gas-Abkommen in Venezuela soll eine wichtige operative Lücke schließen. Das Vorhaben birgt allerdings erhebliche politische Risiken, die den ehrgeizigen Zeitplan gefährden könnten.

Die Rückkauf-Maschinerie läuft

Am Mittwoch bestätigte der Konzern den Kauf und die Vernichtung von über einer Million weiterer eigener Aktien. Diese Transaktionen an verschiedenen europäischen Handelsplätzen sind Teil des laufenden Programms, das noch bis zum 1. Mai 2026 andauert. Das finanzielle Fundament für diese Maßnahme ist äußerst solide: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Cashflow von 42,9 Milliarden US-Dollar. Davon flossen gut 22,4 Milliarden über Dividenden und Rückkäufe an die Investoren zurück.

Auch an der Börse spiegelt sich diese Stärke wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von beachtlichen 22,83 Prozent und notiert aktuell bei 39,52 Euro.

Lückenschluss in der Karibik

Neben der Kapitalpflege steht die langfristige Versorgungssicherheit im Fokus. Anfang März sicherte sich Shell die Rechte am Offshore-Feld "Dragon" in Venezuela. Dort lagern schätzungsweise 4,5 Billionen Kubikfuß Erdgas. Das Ziel ist klar definiert: Ab dem dritten Quartal 2027 soll das Gas in die benachbarte Anlage "Atlantic LNG" in Trinidad und Tobago fließen.

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Dieser Schritt behebt ein drängendes Problem. Im vergangenen Jahr blieb die Anlage, an der Shell und BP jeweils 45 Prozent halten, vier Millionen Tonnen unter ihrer Kapazitätsgrenze. Es fehlte schlichtweg das nötige Gas, um die Anlage voll auszulasten.

Politische Hürden und Sanktionsgefahr

Die strategische Logik des Deals ist einleuchtend, die Umsetzung jedoch ungewiss. Eine endgültige Investitionsentscheidung steht noch in diesem Jahr an und hängt maßgeblich von der US-Regierung ab. Washington entzog dem Konkurrenten Chevron kürzlich eine wichtige Lizenz für Venezuela. Die harte Linie der aktuellen US-Administration schwebt als ständiges Risiko über dem Projekt.

Gleichzeitig beobachtet das Management die geopolitische Lage im Nahen Osten mit Sorge. Der Iran-Konflikt treibt zwar aktuell die Ölpreise und stützt die Kursentwicklung, könnte aber das langfristige Vertrauen in die globale Versorgungssicherheit von Erdgas beschädigen.

Die nächsten Monate erfordern von Investoren einen genauen Blick auf die politischen Entscheidungen in Washington. Neue fundamentale Daten liefert der Konzern am 7. Mai 2026. An diesem Tag präsentiert Shell die Quartalszahlen und muss belegen, inwieweit das starke operative Geschäft die ehrgeizigen südamerikanischen Expansionspläne stützt.

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