Der ambitionierte Expansionskurs entwickelt sich für ServiceNow derzeit zum Bumerang. Während Goldman Sachs überraschend zum Einstieg rät, fliehen Investoren in Scharen: Am Freitag markierte das Papier unter hohem Handelsvolumen ein neues 52-Wochen-Tief. Ein toxischer Mix aus einer teuren Milliarden-Übernahme, Sicherheitslücken und Sorgen um das Geschäftsmodell drückt den Kurs massiv. Bietet dieser Ausverkauf eine Einstiegsgelegenheit oder ist das Wachstumsmodell nachhaltig beschädigt?

Milliarden-Wette verunsichert

Der Workflow-Spezialist beendete den US-Handel am Freitag mit einem Minus von 2,94 Prozent auf 127,31 US-Dollar. Im Tagesverlauf rutschte der Titel sogar bis auf 126,85 US-Dollar ab. Haupttreiber für den Verkaufsdruck ist die geplante Akquisition des Cybersecurity-Unternehmens Armis für rund 7,75 Milliarden US-Dollar. Marktteilnehmer bewerten diesen Schritt skeptisch: Statt die strategische Erweiterung zu feiern, fürchten Anleger Bilanzrisiken und eine Verwässerung der Profitabilität in einem ohnehin nervösen Marktumfeld.

Diese Skepsis spiegelt sich deutlich im Handelsvolumen wider. Am Freitag wechselten 19,73 Millionen Aktien den Besitzer – ein Wert, der 74 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere institutionelle Investoren Positionen abbauen, ungeachtet der jüngsten Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Die Investmentbank hatte erst am 12. Januar die Beobachtung mit einem „Buy“-Rating aufgenommen und prognostiziert bis 2029 ein organisches Wachstum von 20 Prozent.

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Sicherheitslücken und KI-Sorgen

Zusätzliche Belastung entsteht durch technische Probleme. Berichte über die Sicherheitslücke CVE-2025-12420, bekannt als „BodySnatcher“, ließen am Wochenende die Alarmglocken läuten. Die Schwachstelle ermöglichte es theoretisch, KI-Agenten der Plattform zu kapern. Zwar wurde ein Patch für Cloud-Instanzen bereits ausgerollt, doch der Vorfall befeuert die Diskussion um die Sicherheit von „Agentic AI“ im Unternehmenseinsatz.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die langfristige Haltbarkeit des Geschäftsmodells. Der Markt preist zunehmend das Risiko ein, dass effiziente KI-Agenten künftig weniger menschliche Arbeitsplätze erfordern. Da ServiceNow Lizenzen pro Nutzer („Seats“) verkauft, könnte eine KI-getriebene Effizienzsteigerung paradoxerweise das Umsatzwachstum bremsen. Das Unternehmen argumentiert dagegen und positioniert sich als zentraler „KI-Kontrollturm“, doch seit den Höchstständen Ende 2024 hat die Aktie fast 50 Prozent an Wert eingebüßt.

Zahlenvorlage als Bewährungsprobe

Die Bewertung bleibt trotz des Kurssturzes ambitioniert. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 72 für das Jahr 2025 ist kaum Raum für Enttäuschungen. Auch die operative Meldung über eine Partnerschaft mit authID zur Identitätsverifizierung konnte den Abwärtssog zuletzt nicht stoppen.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun der 28. Januar 2026. An diesem Tag präsentiert ServiceNow die Ergebnisse für das vierte Quartal. Analysten erwarten einen Jahresumsatz von 13,36 Milliarden US-Dollar. Um eine Bodenbildung einzuleiten, muss das Management an diesem Termin zwingend darlegen, wie die Armis-Übernahme Synergien hebt und wie die KI-Strategie konkret monetarisiert wird (Ziel: 1 Milliarde US-Dollar Vertragswert). Gelingt dies nicht, droht bei der aktuellen technischen Verfassung weiterer Abgabedruck.

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