ServiceNow schärft seine KI-Strategie und bringt zwei neue Produkte an den Start: „Autonomous Workforce“ und „EmployeeWorks“. Das passiert nur wenige Monate nach dem Abschluss der Moveworks-Übernahme. Kann das Paket den Schritt von „smarter KI“ hin zu KI, die Arbeit tatsächlich Ende-zu-Ende erledigt, in der Breite liefern?

Zwei Produkte, ein Ziel

Mit Autonomous Workforce führt ServiceNow KI-„Spezialisten“ ein, die nicht nur Einzeltasks abarbeiten, sondern komplette Abläufe mit Rollen, Zuständigkeiten und Governance orchestrieren sollen. Als erstes fertiges Modul nennt das Unternehmen einen Level‑1‑Service-Desk-KI‑Spezialisten, der typische IT-Anfragen wie Passwort-Resets, Software-Berechtigungen oder Netzwerk-Fehlersuche diagnostizieren und lösen kann. Wenn nötig, eskaliert das System an menschliche Teams.

EmployeeWorks ist dagegen die direkte Klammer um Moveworks: Moveworks’ Conversational AI und Enterprise Search werden mit ServiceNows Portal und autonomen Workflows kombiniert. Ziel: Anfragen in natürlicher Sprache sollen in „gesteuerte“ Prozesse übersetzt werden, die systemübergreifend umgesetzt werden. EmployeeWorks ist laut Unternehmen ab sofort allgemein verfügbar. Der erste Autonomous-Workforce-Spezialist läuft zunächst in einer kontrollierten Einführung, die breite Verfügbarkeit peilt ServiceNow für Q2 2026 an.

Interne Kennzahlen als Machbarkeitsnachweis

ServiceNow verweist auf Effekte im eigenen Betrieb nach der Moveworks-Integration. Demnach verdoppelte sich das Ticketvolumen im internen IT-Helpdesk, ohne dass die Servicezeiten litten. Gleichzeitig verarbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben 90% der internen IT-Anfragen autonom, Lösungen erfolgten 99% schneller als bei menschlichen Agents.

Neben den Produktstarts meldete ServiceNow in dem Zeitraum außerdem neue Telekom-Roaming- und Security-Integrationen sowie eine FedRAMP-Autorisierung für Moveworks. Zudem reichte das Unternehmen shelf registrations im Zusammenhang mit Mitarbeiteraktienplänen über insgesamt rund 102,91 Mio. US-Dollar an Stammaktien ein.

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Aktie unter Druck – trotz Wachstum

Operativ klingt vieles nach Ausbau, an der Börse dominiert aber seit Monaten Gegenwind. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 23,2% im Minus. Bei 113,18 US-Dollar notiert sie damit 45,8% unter dem 52‑Wochen-Hoch von 208,94 US-Dollar aus Juli 2025.

Zwischen dem 2. Dezember 2025 und dem 2. März 2026 kam es zu einem Rücksetzer von 34% – trotz +4,8% Umsatzwachstum in diesem Zeitraum und +21% bei den Q4-Subskriptionen. Als Belastungsfaktoren nennt der Text vor allem Sorgen um schrumpfende Margen und einen breiten Tech-Abverkauf, der die KI-Offensive überlagerte. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um über 20% auf 3,57 Mrd. US-Dollar, der Abo-Umsatz legte ebenfalls um 21% zu.

Kurzfristig zeigte sich zuletzt auch Gegenbewegung: Gestern sprang die Aktie am Nachmittag um 4,2%, als Anleger offenbar in eine Erholung hinein zugriffen. Fünf Tage zuvor gab es bereits +4,3%, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang Befürchtungen zurückgewiesen hatte, generative KI könne Unternehmenssoftware-Anbietern das Geschäft „wegnehmen“. Er betonte stattdessen die Bedeutung etablierter Plattformen und sagte, der Markt liege hier „falsch“.

Pipeline, Wettbewerb und nächster Prüfstein

Auf der Fundamentalseite meldet ServiceNow cRPO (Current Remaining Performance Obligations) von 12,85 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr – ein Hinweis auf einen vollen Auftrags- und Umsatzkorridor. Für Q3 2025 nennt das Unternehmen zudem eine Erneuerungsrate von 97%. Außerdem erwartet ServiceNow, dass KI-bezogene Angebote in diesem Jahr allein über 1 Mrd. US-Dollar erlösen.

Die Strategie setzt darauf, dass „gesteuerte“, vereinheitlichte Automatisierung zum neuen Standard in Unternehmen wird. Gleichzeitig bleiben Risiken: KI-Wettbewerb, die Integration jüngster Zukäufe und möglicher Budgetdruck im öffentlichen Sektor. Als relevante Wettbewerber-Reaktionen nennt der Text insbesondere Microsoft, Salesforce und Workday.

Der nächste klare Meilenstein ist die breite Einführung von Autonomous Workforce in Q2 2026. Dann muss ServiceNow zeigen, dass die intern gemessenen Effizienzgewinne bei Kunden skalieren und sich in besseren Margen niederschlagen. Zusätzlich legt das Unternehmen eine Ziel-Erzählung bis 2028 vor: 20,3 Mrd. US-Dollar Umsatz und 3,3 Mrd. US-Dollar Gewinn, was laut Text 18,9% jährliches Umsatzwachstum und einen Gewinnanstieg um rund 1,6 Mrd. US-Dollar gegenüber dem aktuellen Niveau erfordern würde.

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