Die spanische Großbank Santander steht derzeit im Spannungsfeld zwischen US-Ermittlungen und einem deutlichen Vertrauensbeweis der Konzernspitze. Während mehrere Anwaltskanzleien mögliche Versäumnisse bei der Risikobewertung eines britischen Partners prüfen, setzt Präsidentin Ana Botín ein Zeichen der Zuversicht. Sie investierte in den vergangenen Tagen Millionen in das eigene Unternehmen.

Vorwurf der Irreführung

Hintergrund der juristischen Unruhe ist der Kollaps des britischen Hypothekenanbieters Market Financial Solutions Ltd (MFS). Mehrere US-Kanzleien, darunter die Rosen Law Firm, untersuchen derzeit, ob Santander die Anleger über das tatsächliche Ausmaß der Geschäftsbeziehung zu MFS getäuscht hat. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Vermögenswerte bei MFS mehrfach als Sicherheiten verpfändet wurden, ohne dass die beteiligten Banken dies durch ausreichende Prüfprozesse unterbunden hätten.

Die britische Bankenaufsicht (Prudential Regulation Authority) prüft bereits, ob die Due-Diligence-Verfahren von Santander und anderen Instituten im Umgang mit MFS angemessen waren. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Trotz einer leichten Erholung von rund 1,6 Prozent in der vergangenen Woche notiert das Papier mit aktuell 9,75 Euro noch immer knapp zehn Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen.

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Millionen-Investment der Präsidentin

Inmitten dieser rechtlichen Auseinandersetzungen setzt die Konzernführung auf ein Signal der Stabilität. Präsidentin Ana Botín hat laut Meldungen an die spanische Börsenaufsicht CNMV insgesamt 300,000 Aktien erworben. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund drei Millionen Euro.

Ein Teil dieser Käufe erfolgte bereits am 5. März zu einem Durchschnittspreis von 9,68 Euro. Marktbeobachter werten solche Insiderkäufe häufig als Indikator dafür, dass das Management den langfristigen Wert des Unternehmens trotz kurzfristiger regulatorischer Risiken höher einschätzt als den aktuellen Börsenpreis. Die Aktie handelt derzeit mit einem Abschlag von rund 12,6 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch von 11,15 Euro.

Stabilität am Kapitalmarkt

Ungeachtet der Schlagzeilen führt die Bank ihre Refinanzierungsaktivitäten auf globaler Ebene planmäßig fort. In Chile platzierte die dortige Tochtergesellschaft erfolgreich Anleihen im Volumen von 1,6 Millionen UF mit einer Laufzeit bis 2030.

Auch in Europa zeigt sich das Institut aktiv: Santander vermarktet derzeit eine Verbriefung italienischer Auto- und Konsumentenkredite (Asset-Backed Security) im Wert von 595 Millionen Euro. Die erstklassigen Vorabbewertungen von Agenturen wie Fitch (AA+) und DBRS (AAA) unterstreichen, dass der operative Zugang zum Kapitalmarkt durch die laufenden Untersuchungen bislang nicht beeinträchtigt ist. Die weitere Kursentwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, ob aus den aktuellen Prüfungen der US-Kanzleien formelle Klagen mit substanziellen Schadensersatzforderungen erwachsen.

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