Deutschlands Energiewende hat zwei Gesichter, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite steht RWE, der aggressive Stürmer, der weltweit Windparks und Solaranlagen in den Boden stampft. Auf der anderen Seite lauert E.ON, der unerschütterliche Verteidiger, der die Netze kontrolliert, durch die der Strom fließt.

Nach der großen Aufspaltung vor einigen Jahren stehen Anleger heute vor der Gretchenfrage: Setzt man auf die Produktion oder den Transport? Während RWE an den volatilen Strombörsen zockt, kassiert E.ON staatlich regulierte Netzentgelte. Doch welche Strategie verspricht im Februar 2026 die bessere Rendite? Ein Blick auf das Duell der ungleichen Brüder.

Strategie-Check: Risiko-Jäger gegen Infrastruktur-König

RWE hat sich radikal gewandelt. Vom Kohle-Dino zum grünen Riesen. Das Management setzt alles auf eine Karte: Erneuerbare Energien. Mit massiven Investitionen in Offshore-Windparks und Wasserstoff-Projekte (wie in Lingen) ist der Konzern direkt vom Wetter und den schwankenden Strompreisen abhängig. Läuft der Wind, klingelt die Kasse. Flaute am Markt bedeutet jedoch Stress für den Aktienkurs.

E.ON hingegen wählt den langweiligen, aber sicheren Weg. Als Europas größter Netzbetreiber verdient der Konzern sein Geld nicht mit dem Verkauf von Strom, sondern mit dessen Durchleitung. Das Geschäftsmodell gleicht einer Mautstation auf der Autobahn: Egal wer fährt, E.ON kassiert. Mit einem 42-Milliarden-Euro-Investitionspaket bis 2028 zementiert das Unternehmen seine Stellung als Rückgrat der Energiewende.

Der Zahlen-Vergleich: Wer ist günstiger bewertet?

An der Börse zählen am Ende harte Fakten. Wie schlagen sich die beiden DAX-Schwergewichte im direkten Bewertungsvergleich?

Kennzahl RWE E.ON
Marktkapitalisierung ~39,5 Mrd. € ~48,7 Mrd. €
KGV (erwartet) 20,14 ~18,00
Dividendenrendite ~2,1 % ~3,0 %
Dividenden-Historie Steigert seit 2 Jahren Steigert seit 8 Jahren
Ausschüttungsquote ~35 % ~49 %

Das Zwischenfazit der Zahlen:
E.ON gewinnt beim Thema Einkommen. Mit rund 3,0 % Dividendenrendite und einer längeren Historie von Steigerungen ist die Aktie der Liebling für Einkommensinvestoren. RWE ist mit einem KGV von über 20 teurer bewertet – ein klares Signal, dass der Markt hier deutlich höheres Wachstum erwartet und bereits einpreist.

Momentum: Wer hat die Nase vorn?

Hier zeigen sich Risse im Bild des Verteidigers E.ON. Die Aktie notiert bei rund 18,60 Euro, doch das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt nur bei etwa 17 Euro. Das deutet auf eine potenzielle Überbewertung hin – die Luft scheint dünn zu werden.

Ganz anders bei RWE: Die Aktie handelt um die 49,90 Euro, während Kursziele von bis zu 61 Euro (Jefferies) im Raum stehen. Der Abstand zum fairen Wert scheint hier deutlich größer zu sein. Die Marktstimmung suggeriert: RWE ist der unterschätzte Sprinter, der noch Luft nach oben hat, während E.ON bereits am Limit läuft.

Spannung voraus:
Der Showdown naht. E.ON legt am 25. Februar Zahlen vor – nächste Woche wissen wir, ob die hohe Bewertung gerechtfertigt ist. RWE zieht am 12. März nach.

Nervenkitzel oder Nachtruhe?

Wer sich RWE ins Depot legt, muss starke Nerven haben. Die Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und den Launen des Strommarktes sorgt für höhere Volatilität. Doch genau hier liegt die Chance: Steigen die Strompreise oder gelingt der Durchbruch bei grünem Wasserstoff, hebelt das den Gewinn massiv nach oben.

E.ON ist der Fels in der Brandung. Doch auch Felsen können bröckeln. Das größte Risiko hier sind die Zinsen. Da E.ON den Netzausbau oft über Schulden finanziert, drücken hohe Zinsen auf die Marge. Zudem ist man dem Regulator ausgeliefert, der festlegt, wie viel Rendite das Netz abwerfen darf.

Fazit: Die Qual der Wahl

Wer gewinnt das Duell? Es kommt darauf an, wie Sie schlafen wollen.

Der Sieger für Mutige: RWE.
Wenn Sie an einen anhaltenden Boom der Erneuerbaren glauben und Kursschwankungen aussitzen können, bietet RWE das deutlich spannendere Aufwärtspotenzial. Die Bewertung ist sportlich, aber die Analysten sehen hier noch viel Luft nach oben.

Der Sieger für Konservative: E.ON.
Suchen Sie einen Ersatz für das Sparbuch? Dann ist E.ON die erste Wahl. Die Dividende ist attraktiv, das Geschäft krisenfest. Erwarten Sie keine Kursexplosionen, aber freuen Sie sich über stetige Erträge aus der "Mautstation der Energiewende".

Im aktuellen Marktumfeld (Februar 2026) wirkt RWE jedoch rein vom Chance-Risiko-Verhältnis her als die verlockendere Wette auf Kursgewinne, während E.ON bereits viel Vorschusslorbeeren eingepreist hat.

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