RWE startet mit klaren Signalen ins neue Jahr: sinkende Beschaffungskosten, ambitionierte Ausbaupläne für Gaskraftwerke und ein charttechnisch aufgehelltes Bild. Entscheidend ist nun, ob die Politik das geforderte Tempo beim Kraftwerksausbau mitgeht – davon hängt ein wesentlicher Teil der weiteren Bewertung ab.

Gaspreise als Margenhebel

Konzernchef Markus Krebber stellt für 2026 eine spürbare Entlastung bei Strom- und Gaspreisen in Aussicht. Grundlage sind stabilisierte Großhandelspreise und eine bessere Versorgungslage durch LNG-Importe. Für den Versorger hat das direkte Auswirkungen auf die Ertragslage.

Die wesentlichen Punkte:

  • Günstigere Beschaffung senkt die Kosten im Großkundengeschäft.
  • Stabile Abnahmeverträge sichern Erlöse trotz sinkender Inputpreise.
  • Verbesserte Spreads in Gaskraftwerken stärken die Erzeugungsmargen.

Als großer Player im europäischen Energiemarkt kann RWE damit Kostenvorteile in der Beschaffung mit einer optimierten Stromerzeugung kombinieren. Das eröffnet zusätzlichen Spielraum in einem Umfeld, in dem Rohstoffpreise zwar schwanken, der Trend aber entlastend wirkt.

Politische Weichen für H2-ready-Kraftwerke

Der zentrale strategische Hebel liegt jedoch nicht nur in der aktuellen Gaspreisentwicklung, sondern in den anstehenden Entscheidungen aus Berlin. Krebber fordert eine zeitnahe Ausschreibung neuer Gaskraftwerke, die perspektivisch auf Wasserstoff umgerüstet werden können (H2‑ready).

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Konkret zielt das Management auf:

  • eine Weichenstellung noch im ersten Quartal 2026,
  • neue Kapazitäten von rund drei Gigawatt, die RWE errichten will,
  • Planungssicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen und Fördermechanismen.

Damit knüpft der Konzern seine Investitionsbereitschaft klar an politische Signale. Die Strategie passt zur Positionierung als „Green Energy Major“, der erneuerbare Energien mit flexibler Gas- und künftig Wasserstofferzeugung verbindet. Gelingt hier eine zügige Einigung, könnte das die langfristige Bewertung zusätzlich stützen.

Charttechnik und Kennzahlen

Die Aktie hat die zuletzt hartnäckige Widerstandszone nach oben durchbrochen. Am Freitag schloss der Kurs bei 46,91 Euro und liegt damit deutlich über zentralen Durchschnittslinien: Der 50‑Tage-Durchschnitt steht bei 44,47 Euro, der 200‑Tage-Durchschnitt bei 37,93 Euro. Der Abstand von rund 24 % zur 200‑Tage-Linie signalisiert einen gefestigten Aufwärtstrend.

Im Rückblick auf zwölf Monate ergibt sich ein Plus von knapp 55 %. Gleichzeitig bleibt ein Puffer zum 52‑Wochen-Hoch von 53,42 Euro, von dem der Titel rund 12 % entfernt notiert. Der RSI von 59,8 deutet auf keinen extrem überkauften Zustand hin, auch wenn die Dynamik der vergangenen Wochen mit einer 30‑Tage-Volatilität von über 74 % beachtlich ist.

Einordnung und Ausblick

Die aktuellen Aussagen des Managements fügen sich in die Neuausrichtung hin zu einem integrierten grünen Energiekonzern ein, der Gas- und perspektivisch Wasserstoffinfrastruktur als Brückentechnologie nutzt. Im Vergleich zu stärker regulierten Netzbetreibern profitiert RWE dabei von der Möglichkeit, sinkende Rohstoffkosten operativ auszuspielen.

Für die weitere Kursentwicklung sind vor allem drei Aspekte entscheidend: Erstens, ob die Bundesregierung im ersten Quartal konkrete Ausschreibungen für H2‑ready-Gaskraftwerke auf den Weg bringt. Zweitens, ob der jüngste Ausbruch über die Zone um 46 Euro durch anhaltend hohes Handelsvolumen bestätigt wird. Drittens, inwieweit Analysten ihre Modelle an das skizzierte Margenpotenzial für 2026 anpassen.

Solange die politische Flankierung des Kraftwerksausbaus nicht klar geregelt ist, bleibt ein gewisser Unsicherheitsfaktor bestehen. Aus aktueller Sicht überwiegt jedoch der Eindruck, dass RWE operativ gut positioniert ist und den begonnenen Aufwärtstrend fortsetzen kann, sofern die erwarteten Rahmenbedingungen im Laufe des ersten Quartals tatsächlich konkretisiert werden.

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