RWE steht vor einer paradoxen Situation: Während der Konzern mit Milliarden-Projekten wie dem 1,38-Gigawatt-Offshore-Park Norfolk Vanguard West seine grüne Transformation vorantreibt, attestiert das Bundeskartellamt dem Essener Energieriesen eine bedenkliche Marktmacht im deutschen Strommarkt. Der Grund ist ausgerechnet der Kohleausstieg – ausgeschiedene Altkapazitäten machen RWE unverzichtbar für die Stromversorgung. Am 12. März legt der Konzern seine Jahreszahlen 2025 vor. Dieser Termin könnte richtungsweisend werden.

Marktbeherrschung durch Kapazitätsrückgang

Das Bundeskartellamt sieht RWE als wahrscheinlich marktbeherrschend an. In bis zu 11,1 Prozent der Jahresstunden gilt der Konzern als unverzichtbar für die Stromversorgung – deutlich über der kritischen Schwelle von fünf Prozent. Diese sogenannten "pivotalen Stunden" entstehen nicht durch neue Kraftwerke, sondern durch den Wegfall alter Kohlekraftwerke, die nach kurzfristiger Reaktivierung in der Energiekrise nun endgültig vom Netz sind.

Die Behörde warnt: Marktbeherrschende Betreiber dürfen Erzeugungskapazitäten nicht gezielt zurückhalten, um Preise zu treiben. Vor diesem Hintergrund beobachtet das Kartellamt auch RWEs Pläne für bis zu drei Gigawatt neue Gaskraftwerke "kritisch". Der regulatorische Druck steigt spürbar.

Offshore-Offensive mit Vestas und KKR

Parallel forciert RWE den internationalen Ausbau. Für das Projekt Norfolk Vanguard West vor der britischen Küste hat der Konzern 92 Turbinen des Typs V236-15,0 MW bei Vestas bestellt. Die 1,38 Gigawatt Leistung sollen ab 2029 rund 1,5 Millionen Haushalte versorgen. Abgesichert ist das Vorhaben durch einen Contract for Difference zu 91,20 Pfund je Megawattstunde – Teil der britischen Allocation Round 7, bei der RWE insgesamt 6,9 Gigawatt an Kapazität sicherte.

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Die Investmentgesellschaft KKR steigt mit 50 Prozent in beide Norfolk Vanguard-Projekte ein. RWE setzt damit konsequent auf die "Capital-Light"-Strategie über Partnerschaften. Eine Non-Recourse-Projektfinanzierung läuft, der Abschluss wird noch 2026 erwartet. Die finale Investitionsentscheidung fällt im Sommer.

Expansion in Italien und im Rheinischen Revier

In Italien hat RWE die Kapazitäten im Bau auf 235 Megawatt mehr als verdoppelt. Nach Projektstarts 2025 kamen weitere 123 Megawatt hinzu – darunter der Onshore-Windpark "Alas" auf Sardinien sowie mehrere Solar- und Agri-PV-Anlagen. Auch im Rheinischen Revier entstehen zwei Windanlagen mit 14 Megawatt Gesamtleistung zwischen Inden und Düren-Merken. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Aktienrückkauf statt Investitions-Offensive

Für 2025 bis 2030 plant RWE Investitionen von rund 35 Milliarden Euro – etwa zehn Milliarden weniger als ursprünglich vorgesehen. Die frei gewordenen Mittel fließen in einen Aktienrückkauf über 1,5 Milliarden Euro, der bis Mai 2026 läuft. Die vorgeschlagene Dividende von 1,20 Euro je Aktie steht am 30. April zur Abstimmung auf der Hauptversammlung.

Ab 2028 sollen etwa 75 Prozent des EBITDA aus Wind- und Solarenergie stammen – ein Transformationsziel, das für mehr Ertragssichtbarkeit und ein risikoärmeres Profil sorgen soll. Die Präsentation der Jahreszahlen am 12. März wird zeigen, wie der Vorstand die verschärfte Kartellamt-Haltung einordnet und ob die Sparmaßnahmen im volatilen Handelsgeschäft greifen. Analysten richten ihr Augenmerk besonders auf die Nettoverschuldung von zuletzt 15,7 Milliarden Euro und deren Verhältnis zur operativen Ertragskraft.

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