Rio Tinto Aktie: Teurer Wandel
Der Bergbau-Riese Rio Tinto befindet sich in einer kostspieligen Transformationsphase, die Spuren in der Bilanz hinterlässt. Während das traditionelle Eisenerzgeschäft schwächelt, gewinnt die Kupfer-Sparte massiv an Bedeutung. Doch dieser strategische Umbau hat seinen Preis: Die Schulden haben sich mehr als verdoppelt, und die jüngsten Jahreszahlen verfehlten die Erwartungen der Analysten.
Gewinn unter Druck, Schulden steigen
Die am 19. Februar veröffentlichten Jahreszahlen zeigen ein Unternehmen im Umbruch. Der bereinigte Gewinn stagnierte bei 10,87 Milliarden US-Dollar und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Deutlich drastischer fällt jedoch der Blick auf die Verschuldung aus: Die Nettofinanzschulden sprangen um 162 Prozent auf 14,36 Milliarden US-Dollar an.
Haupttreiber für diesen Anstieg sind massive Investitionen in zukünftiges Wachstum. Insbesondere die Übernahme von Arcadium Lithium, die im März 2025 abgeschlossen wurde, sowie hohe Kapitalausgaben für neue Projekte belasten kurzfristig die Kasse. Der freie Cashflow brach infolgedessen um 28 Prozent ein. Das Management nimmt bewusst Geld in die Hand, um das Portfolio weg von der reinen Eisenerz-Abhängigkeit zu diversifizieren.
Kupfer verdrängt Eisenerz
Operativ vollzieht sich eine signifikante Verschiebung der Gewichte. Die Erträge der Kupfer-Sparte haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und tragen nun rund 30 Prozent zum Konzernergebnis bei. Dies ist eine direkte Folge der globalen Nachfrage nach Metallen für die Energiewende und den Ausbau von Rechenzentren.
Im Gegensatz dazu verlor das klassische Kerngeschäft an Dominanz. Der Gewinnanteil aus Eisenerz schrumpfte von zuvor 70 auf etwa 60 Prozent. Verantwortlich hierfür waren vor allem gesunkene Marktpreise sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen in den australischen Minen. Dennoch bleibt die Produktion robust: Die Eisenerzlieferungen aus der Pilbara-Region legten im vierten Quartal um 7 Prozent zu.
Strategische Neuausrichtung
Rio Tinto sucht weiterhin aggressiv nach Wegen, das eigene Portfolio zu optimieren. Nachdem Gespräche über eine mögliche Fusion mit Glencore gescheitert sind, prüft der Konzern nun den Verkauf kleinerer Sparten wie Titan, um Kapital freizusetzen. Gleichzeitig wird die Position im Batteriemetall-Sektor gefestigt: Mitte Februar übernahm Rio Tinto die Mehrheit am kanadischen Projekt Nemaska Lithium, um die Lieferkette weiter zu integrieren.
Trotz der gemischten Bilanz hält das Unternehmen an seiner Dividendenpolitik fest und schüttet 6,5 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre aus. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 60 Prozent. Die Aktie, die am Freitag bei 82,30 Euro schloss, bleibt jedoch unter Beobachtung, da der Markt erst Beweise sehen will, dass die hohen Investitionen die sinkenden Margen im Eisenerzgeschäft langfristig kompensieren können.
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