Rigetti Aktie: Realitätscheck
Rigetti Computing hat ein zentrales technologisches Versprechen gebrochen. Statt des für Ende 2025 angekündigten Durchbruchs müssen Anleger nun eine Anpassung der Roadmap hinnehmen, während Insider Aktienpakete abstoßen. Angesichts sinkender Umsätze und einer extremen Bewertung stellt sich die Frage: Wie viel Substanz steckt hinter der verbleibenden Marktkapitalisierung?
Verpasste Ziele und verschobene Hoffnungen
Der Hauptgrund für die aktuelle Skepsis am Markt ist die Nichterfüllung der eigenen Technologie-Ziele. Rigetti hatte fest zugesagt, bis zum Jahreswechsel ein System mit über 100 Qubits und einer hohen Genauigkeit (99,5 Prozent) zu liefern. Diese Deadline wurde gerissen.
Das Management reagierte mit einer Aktualisierung der Pläne: Ein verbessertes System mit 150 Qubits wird nun erst für Ende 2026 in Aussicht gestellt. Branchenführer wie Alphabet und IBM gehen ohnehin davon aus, dass kommerziell nutzbare Quantencomputer noch vier bis fünf Jahre entfernt sind. Diese Verzögerung trifft Rigetti besonders hart, da der Kurs stark von Zukunftshoffnungen getrieben wird.
Bewertung fernab der Zahlen
Trotz des deutlichen Kursrückgangs von rund 60 Prozent gegenüber dem Allzeithoch im Oktober 2025 wirkt die Aktie fundamental extrem teuer. Das Unternehmen wird derzeit mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 840 bewertet – zum Vergleich: Der Durchschnitt im S&P 500 liegt bei etwa 3,4.
Diese Bewertung steht in einem scharfen Kontrast zur operativen Entwicklung. Im dritten Quartal 2025 schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf lediglich 1,95 Millionen US-Dollar. Anleger zahlen also weiterhin einen massiven Aufschlag für Wachstum, das sich in den Büchern noch nicht niederschlägt.
Insider nutzen den Ausstieg
Ein weiteres Warnsignal senden die jüngsten Transaktionen aus dem direkten Umfeld des Unternehmens. Direktorin Alissa Fitzgerald veräußerte kürzlich rund 60.000 Anteile. Dies reiht sich in eine Phase interner Verkäufe ein, bei der zuvor bereits zu deutlich höheren Kursen Kasse gemacht wurde.
Auch institutionelle Investoren justieren ihr Risiko neu. Der Großaktionär UNICOM Systems reduzierte seine Position im letzten Quartal um 7,5 Prozent und verkaufte 285.000 Aktien. Zwar hält UNICOM weiterhin ein großes Paket, doch der Teilverkauf deutet auf eine sinkende Risikobereitschaft hin.
Solides Polster trotz Verlusten
Einen wichtigen Lichtblick gibt es in der Bilanz: Rigetti verfügt über ein Liquiditätspolster von rund 600 Millionen US-Dollar, gestärkt durch die Ausübung von Optionsscheinen Ende 2025. Angesichts eines operativen Verlusts von zuletzt 20,5 Millionen US-Dollar pro Quartal sichert dieser Cash-Bestand das Überleben des Unternehmens für die kommende Entwicklungsphase, unabhängig von den aktuellen Einnahmeproblemen.
Die Diskrepanz zwischen der Stimmung bei Privatanlegern und professionellen Analysten bleibt bestehen. Während in Foren weiterhin auf eine schnelle Erholung spekuliert wird, bewerten Analysten die Lage nüchterner und verweisen auf die Unsicherheit der Kommerzialisierung. Klarheit über den weiteren Kursverlauf dürfte spätestens der 4. März 2026 bringen, wenn Rigetti die Ergebnisse für das vierte Quartal präsentiert.
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