Militärische Eskalation im Nahen Osten und ein unerwartetes Comeback beim Bundeswehr-Drohnenprogramm treiben die Rheinmetall-Aktie am Montag deutlich nach oben. Während europäische Rüstungswerte von den US-Angriffen auf den Iran profitieren, könnte für den Düsseldorfer Konzern zeitnah ein weiterer Auftrag über 269 Millionen Euro folgen.

Geopolitischer Schock befeuert Rüstungssektor

Die Aktie legt im vorbörslichen Handel um 4,52 Prozent auf 1.744,50 Euro zu. Damit reiht sich Rheinmetall in eine breite Aufwärtsbewegung europäischer Verteidigungswerte ein. BAE Systems verteuert sich vorbörslich um mehr als 7 Prozent, Renk und Hensoldt gewinnen zwischen 5 und 9 Prozent.

Hintergrund ist die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran seit Samstag. JPMorgan-Analyst David Perry sieht vor allem BAE Systems im Fokus: Das britische Unternehmen liefert die Infrarot-Zielerfassung für THAAD-Raketenabwehrsysteme der US-Armee. Medienberichten zufolge wurden bereits bei den ersten Angriffen im Juni 2025 zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten THAAD-Arsenals verbraucht. Perry rechnet nun mit einem "weitaus höheren Verschleißtempo".

Drohnenprogramm: Unerwartete Rückkehr ins Rennen

Parallel sorgt eine Wendung beim Bundeswehr-Drohnenprogramm für Aufsehen. Rheinmetall war zunächst faktisch ausgeschieden, nachdem das Unternehmen laut Verteidigungspolitiker Andreas Schwarz "nicht in der erforderlichen Qualität liefern" konnte. Ein erfolgreicher Test der FV-014-Drohne Mitte Februar änderte die Konstellation grundlegend.

Die Drohne soll bei dem Testflug besser abgeschnitten haben als das Produkt des Start-ups Stark. Obwohl ein Rheinmetall-Team und nicht die Bundeswehr selbst den Test durchführte, reichte die Performance offenbar aus, um das Unternehmen wieder ins Spiel zu bringen.

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Voraussichtlich im April 2026 soll Rheinmetall einen Auftrag über 269 Millionen Euro erhalten – allerdings mit erheblichen Auflagen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages deckelte am 25. Februar die Ausgaben je Hersteller auf zunächst eine Milliarde Euro brutto. Um an das volle Vertragsvolumen zu gelangen, müssen alle Anbieter bis September die Funktionstüchtigkeit ihrer Drohnen anhand festgelegter Meilensteine nachweisen. Andernfalls kann das Verteidigungsministerium die Verträge wieder aufheben.

Das ursprünglich geplante Volumen von 4,4 Milliarden Euro wurde damit auf 2 Milliarden Euro zusammengestrichen und auf mehrere Anbieter verteilt.

Weitere Aufträge und neue Systeme

Unabhängig vom Drohnenprogramm sicherte sich Rheinmetall einen NATO-Vertrag aus Dänemark über fünf mobile Feldhospitäler im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Auf der Enforce Tac-Messe in Nürnberg präsentierte das Unternehmen zudem den Raketenjagdpanzer Fuchs JAGM, der mit einem Vertikalstartsystem für 24 gelenkte Raketen ausgestattet ist.

Jahresbericht als Lackmustest

Am 11. März veröffentlicht Rheinmetall seinen Jahresbericht 2025 und den Ausblick für 2026. Das Management erwartet für das laufende Jahr Umsätze zwischen 15 und 16 Milliarden Euro sowie eine EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent.

Besonders ambitioniert ist die Auftragsprognose: Rund 67 Milliarden Euro an deutschen Aufträgen sollen in den nächsten vier Quartalen eingehen, darunter das "Arminius"-Boxer-Paket mit einem festen Tranchenanteil von 12,5 Milliarden Euro sowie potenziell 12 bis 13 Milliarden Euro an Marineaufträgen. Das würde den Auftragsbestand bis Jahresende 2026 auf rund 135 Milliarden Euro katapultieren – gegenüber 63,8 Milliarden Euro Ende Q3 2025.

Der Jahresbericht wird zeigen, ob diese Erwartungen realistisch sind oder ob das Unternehmen die Messlatte zu hoch gelegt hat.

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