Der Rüstungskonzern Rheinmetall präsentiert für 2025 historische Rekordzahlen und schraubt die Prognosen für die kommenden Jahre deutlich nach oben. Gleichzeitig gerät der finale Schritt zur reinen Defence-Gruppe ins Stocken. Der geplante Verkauf der zivilen Autozuliefersparte verzögert sich weiter und erweist sich als hartnäckige Baustelle im ansonsten makellosen Zahlenwerk.

Zivilsparte als schwer verkäuflicher Restposten

Ursprünglich wollte das Management den Vertrag für den Bereich Power Systems noch vor Ostern unterzeichnen. Nun peilt CEO Armin Papperger das zweite oder gar dritte Quartal an. Ein Käufer für die Division mit knapp 8.000 Beschäftigten ist öffentlich noch nicht in Sicht. Die Sparte kämpft mit rückläufigen Umsätzen in der Autoindustrie und passt strategisch nicht mehr zur rein militärischen Ausrichtung des Unternehmens. Um potenziellen Reibungen vorzubeugen, vereinbarte die Konzernführung bereits im Februar eine dreijährige Beschäftigungs- und Standortsicherung mit der IG Metall.

Rüstungsboom sorgt für volle Kassen

Abseits dieser Verzögerung steht das operative Kerngeschäft auf einem historisch starken Fundament. Angetrieben von der massiven Aufrüstung der NATO-Staaten kletterte der Umsatz 2025 um 29 Prozent auf knapp zehn Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Bilanzstruktur: Rheinmetall wandelte Nettofinanzschulden in Höhe von 1,29 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres in ein Guthaben von 369 Millionen Euro um. Dieser immense Barmittelzufluss resultiert primär aus hohen Vorauszahlungen der Kunden.

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Am Kapitalmarkt honorierten Investoren diese fundamentale Entwicklung auf Jahressicht mit einem Kursplus von knapp 17 Prozent, wobei die Aktie gestern bei 1.606,00 Euro aus dem Handel ging.

Neue Struktur und ambitionierte Ziele

Um das rasante Wachstum zu steuern, agiert der Konzern seit Januar in einer neuen Struktur mit fünf Divisionen. Durch die abgeschlossene Übernahme des Marineschiffbauers NVL im März stieß Rheinmetall in den maritimen Bereich vor und sicherte sich auf einen Schlag weitere sechs Milliarden Euro für das Auftragsbuch. Der gesamte Backlog summiert sich mittlerweile auf gewaltige 63,8 Milliarden Euro.

Auf dieser Basis formuliert das Management konkrete Zielmarken für die kommenden Monate und Jahre:
- Dividende 2025: Vorschlag von 11,50 Euro je Aktie (Vorjahr: 8,10 Euro)
- Umsatzprognose 2026: 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro (Wachstum von 40 bis 45 Prozent)
- Langfristziel 2030: 50 Milliarden Euro Konzernumsatz

Der nächste Fixpunkt für Investoren ist der 7. Mai 2026. Mit der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal wird das Management erste Einblicke geben, wie reibungslos die Integration der neuen Marinesparte im laufenden Betrieb funktioniert. Fünf Tage später stimmt die Hauptversammlung über die geplante Gewinnausschüttung ab. Bis dahin bleibt die Suche nach einem Käufer für die Zivilsparte die einzige strukturelle Aufgabe der ansonsten konsequenten Wachstumsstrategie.

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