Rheinmetall profitiert aktuell gleich von zwei Seiten: einer angespannten geopolitischen Lage und einem technologischen Fortschritt im Zukunftsfeld Wasserstoff. Während der DAX ein neues Rekordniveau erreicht, setzt sich der Rüstungskonzern mit starkem Momentum ab. Wie solide ist dieser Antrieb?

Starke Performance im Rekordmarkt

Die Aktie schloss gestern bei 1.815,00 Euro und liegt damit klar über den zentralen Durchschnittslinien. Besonders auffällig ist der langfristige Anstieg: Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs um mehr als 180 Prozent erhöht, der Abstand zum 52‑Wochen-Tief beträgt über 180 Prozent.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Schlusskurs gestern: 1.815,00 Euro
  • Veränderung 7 Tage: +16,87 %
  • Veränderung seit Jahresbeginn: +13,97 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (1.995,00 Euro): rund –9 %
  • RSI (14 Tage): 83,7 (überkauft)
  • 30‑Tage-Volatilität (annualisiert): 81,45 %

Charttechnisch bewegt sich der Titel klar im Aufwärtstrend: Der Kurs liegt deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt (1.602,32 Euro) und auch spürbar über dem 200‑Tage-Durchschnitt (1.703,22 Euro). Das unterstreicht das starke Momentum, weist aber gleichzeitig auf ein erhöhtes Risiko kurzfristiger Rücksetzer hin.

Technologischer Schub im Wasserstoff-Sektor

Neben dem Kerngeschäft im Defense-Bereich meldet das Unternehmen einen Fortschritt in der zivilen Energietechnik. Das staatlich geförderte Projekt „E²ngel“ zur Entwicklung neuer Elektroden für die alkalische Wasserelektrolyse wurde erfolgreich abgeschlossen.

Die wesentlichen Punkte:

  • Edelmetallfrei: Die neue Elektrodentechnologie kommt ohne teure Edelmetalle aus und zielt damit auf niedrigere Herstellungskosten.
  • Höherer Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad der Elektrolyse stieg im Projektverlauf um mehr als 10 Prozent.
  • Doppelte Leistungsdichte: Die Leistungsdichte wurde verdoppelt, was für industrielle Anwendungen zentral ist.

Ab 2027 soll am Standort St. Leon-Rot eine Pilotfertigung für diese Hochleistungselektroden anlaufen. Aus Anlegersicht ist das ein Signal, dass der Konzern seine technologische Basis in den Wachstumsmarkt der grünen Wasserstofferzeugung überträgt und sich damit breiter aufstellt als reiner Rüstungstitel.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?

Geopolitische Lage stärkt Kerngeschäft

Parallel zu den Wasserstoff-News sorgt die weltpolitische Entwicklung für zusätzlichen Rückenwind. Auslöser ist eine Neubewertung von Sicherheitsrisiken, die insbesondere durch die Intervention der USA in Venezuela und die damit verbundenen Spannungen verstärkt wurde.

Berichte über:

  • beschlagnahmte Öltanker und
  • militärische Drohgebärden

haben die Erwartung gefestigt, dass Verteidigungsbudgets weltweit weiter steigen. Vor diesem Hintergrund gilt Rheinmetall mit einem umfangreichen Auftragsbestand – darunter Großprojekte wie Satellitenaufklärung und Munitionslieferungen – als einer der Hauptprofiteure. Das prall gefüllte Orderbuch wird am Markt als wesentlicher Pfeiler für die aktuelle Bewertung gesehen.

Analysten: Spielraum bis in den vierstelligen Bereich

Die jüngste Kursrallye hat die optimistischen Einschätzungen der Analysten nicht gebremst. Im Gegenteil: Die Kursziele liegen weiterhin klar über dem aktuellen Niveau.

Konkret:

  • Deutsche Bank: „Buy“-Rating, Kursziel 2.100 Euro (Analyst Christoph Laskawi)
  • Bernstein Research: „Outperform“, fairer Wert bei 2.000 Euro (Adrien Rabier)

Im Durchschnitt ergibt sich ein Konsenskursziel von rund 2.176 Euro. Gegenüber dem Bereich um 1.800 Euro entspricht das einem rechnerischen Aufwärtsspielraum von etwa 15 bis 20 Prozent. Positiv hervorgehoben wird die Kombination aus:

  • vollen Auftragsbüchern im Rüstungsbereich und
  • technologischen Fortschritten in neuen Geschäftsfeldern wie Wasserstoff.

Fazit: Starker Trend mit erhöhter Spannung

Rheinmetall verbindet derzeit ein dynamisches Marktumfeld mit operativen Fortschritten. Der DAX notiert auf Rekordniveau, die Aktie selbst liegt nur rund 9 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch und deutlich über den maßgeblichen Durchschnittslinien. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 83,7 eine überkaufte Situation, die kurzfristige Korrekturen möglich macht.

Substanziell stützen zwei Säulen das Bild: ein anhaltend hoher Bedarf an Rüstungsgütern in einer verschärften geopolitischen Lage sowie der Einstieg in die industrielle Umsetzung einer effizienzsteigernden Wasserstoff-Elektroden-Technologie ab 2027. Solange beide Treiber intakt bleiben und der Auftragsbestand auf hohem Niveau verharrt, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend der Rheinmetall Aktie klar intakt.

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 09. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...