Rheinmetall meldet am Freitag gleich zwei Fortschritte auf dem Weg zur reinen Rüstungsfirma: Die NATO ordert Panzermunition für 200 Millionen Euro, während die Trennung vom kriselnden Autozuliefergeschäft in die finale Phase geht. Mit dem Überleitungstarifvertrag sind nun auch die sozialpartnerschaftlichen Hürden für den Automotive-Verkauf genommen.

NATO ruft erstmals aus Rahmenvertrag ab

Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) hat aus dem im Juli 2025 geschlossenen Rahmenvertrag erstmals konkrete Mengen abgerufen: Rund 35.000 Patronen Panzermunition im Kaliber 120 Millimeter für diverse Bündnispartner. Der Auftragswert liegt bei etwa 200 Millionen Euro.

Das zugrunde liegende „Basic Contractual Instrument" vereinfacht die Beschaffung erheblich: NATO-Mitglieder können über standardisierte Bedingungen und Spezifikationen direkt bei der NSPA ordern, ohne einzelne Ausschreibungen durchführen zu müssen. Die 120-mm-Glattrohrtechnologie von Rheinmetall ist seit 1980 im Einsatz und kommt unter anderem in Leopard 2 und M1 Abrams zum Einsatz.

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Beschäftigte abgesichert – Käufer gebunden

Parallel hat Rheinmetall mit Betriebsräten und IG Metall einen Überleitungstarifvertrag für die Automotive-Sparte Power Systems ausgehandelt. Die Kernpunkte:

  • Drei Jahre Beschäftigungssicherung an deutschen Standorten
  • Drei Jahre Standortsicherung
  • Fortgeltung bestehender Tarifverträge für drei Jahre
  • Bindende Wirkung für den künftigen Käufer

Die Mitgliederversammlungen der IG Metall haben das Verhandlungsergebnis bestätigt. Nach Ablauf der Erklärungsfrist kann der Vertrag Ende Februar unterzeichnet werden – rechtzeitig vor dem anvisierten Verkaufsabschluss Ende März.

Zwei Bieter im Rennen

Rheinmetall verhandelt weiterhin mit zwei Interessenten über den Verkauf der Automotive-Division. Die Sparte fertigt Teile für die Automobilindustrie, kämpft aber mit rückläufigen Umsätzen. Im Dezember 2025 hatte der Vorstand die Trennung beschlossen und eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 350 Millionen Euro verbucht.

Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die strategische Neuausrichtung: Neben dem NATO-Auftrag hatte Rheinmetall Anfang Februar einen Rahmenvertrag mit Dänemark über Munitionslieferungen gemeldet, im Januar folgte ein Großauftrag der Bundeswehr über 30-mm-Munition für den Puma. Mit der Automotive-Trennung und den laufenden Großaufträgen könnte die Fokussierung auf das Verteidigungsgeschäft bis zum Jahresende 2026 vollständig abgeschlossen sein.

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