Rheinmetall Aktie: Bewertungskorrektur
Rekordaufträge, eine abgeschlossene Großübernahme, ambitionierte Wachstumsziele — und trotzdem notiert die Aktie rund 30 Prozent unter ihrem September-Hoch. Rheinmetall liefert operativ, aber der Kurs straft den Konzern ab. Der Grund liegt weniger in den Zahlen selbst als in dem, was Anleger erwartet hatten.
Wenn Rekordwerte nicht reichen
Als Rheinmetall Mitte März die Jahreszahlen für 2025 vorlegte, war das Zahlenwerk objektiv stark: 9,935 Milliarden Euro Umsatz, eine operative Marge von 18,5 Prozent und ein Auftragsbestand von 63,8 Milliarden Euro — alles auf Rekordniveau. Der Markt hatte jedoch auf rund 10,2 Milliarden Euro Umsatz und ein Ergebnis jenseits der 1,9-Milliarden-Marke gesetzt. Bei einem KGV im Bereich von 90 bis 100 reichte diese moderate Verfehlung für eine spürbare Neubewertung.
Hinzu kommt die Verzögerung beim Verkauf des zivilen Autozuliefergeschäfts. Rheinmetall peilt eine Vertragsunterzeichnung nun für spätestens das dritte Quartal an — länger als ursprünglich erhofft. Das hat Anleger zusätzlich enttäuscht.
Seither hat die Aktie rund 15 Prozent ihres Jahreswertes abgegeben und notiert mit deutlichem Abstand unter dem 200-Tage-Durchschnitt von knapp 1.708 Euro.
NVL-Übernahme: Neues Standbein im Schiffbau
Parallel zur Kursschwäche vollzog Rheinmetall einen strategischen Schritt: Zum 1. März 2026 schloss der Konzern die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) ab. Die EU-Kommission hatte im Februar ohne Auflagen zugestimmt.
NVL bringt einen erwarteten Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro und rund 2.100 Mitarbeiter mit. Unter dem NVL-Dach sind mehrere norddeutsche Werften vereint — darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast. Rheinmetall will dabei nicht nur Schiffsrümpfe liefern, sondern vollständige Systemlösungen: von Sensorik und Elektronik über Geschütze bis hin zu autonomen Überwassersystemen.
Analysten sehen Aufholpotenzial, Zahlen folgen im Mai
63 Analysten sehen im Durchschnitt ein Kursziel von 2.129 Euro — das entspräche einem Aufschlag von gut 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Das niedrigste Ziel liegt bei 1.700 Euro, das höchste bei 2.500 Euro.
Für 2026 erwartet Rheinmetall selbst ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 Prozent — ein implizites EBIT von über 2,6 Milliarden Euro. Am 7. Mai folgen die Zahlen zum ersten Quartal, fünf Tage später findet die Hauptversammlung statt. Dort soll eine auf 11,50 Euro je Aktie erhöhte Dividende beschlossen werden, nach 8,10 Euro im Vorjahr. Ob die Q1-Zahlen die Erwartungslücke schließen können, entscheidet maßgeblich darüber, ob die aktuelle Kursschwäche ein Korrekturexzess war oder eine dauerhafte Neubewertung.
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