Redcare Pharmacy liefert starke Zahlen im Kerngeschäft mit E-Rezepten – und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Der Grund liegt in einer unerwarteten Schwäche im margenstarken Nicht-Rezeptbereich, genau zu einem eigentlich saisonal starken Zeitpunkt. Gleichzeitig rückt eine größere Rückzahlung für eine Wandelanleihe näher und verstärkt die Nervosität im Markt.

Schwäche im Nicht-Rezeptgeschäft

Auslöser der aktuellen Abwärtsbewegung waren vorläufige Umsatzzahlen, die das Unternehmen am 7. Januar veröffentlicht hat. Auf Jahressicht sehen die Daten zunächst überzeugend aus: 2025 kletterte der Konzernumsatz um 24 % auf 2,9 Mrd. Euro. Doch im Detail zeigt sich ein anderes Bild.

Im vierten Quartal lag der Umsatz mit 794 Mio. Euro rund 3 % unter den Markterwartungen. Besonders kritisch: Die Schwäche konzentrierte sich auf das Nicht-Rezeptgeschäft (Non-Rx), also frei verkäufliche Produkte. Dort legten die Erlöse im Schlussquartal nur um 9 % zu – und verfehlten damit die Konsensschätzungen um deutliche 9 %.

Gerade weil diese Flaute mitten in der Grippesaison auftrat, werten viele Marktteilnehmer die Entwicklung als klar negative Überraschung. Entsprechend fiel die Reaktion an der Börse aus: Am Tag der Zahlenvorlage verlor die Aktie rund 8 %.

E-Rezepte als klarer Lichtblick

Deutlich besser sieht es im strategisch zentralen E-Rezeptgeschäft in Deutschland aus. Hier zeigte Redcare 2025, dass die Ausrichtung auf digitale Verordnungen operativ trägt.

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Die wichtigsten Kennzahlen:

  • Deutsches Rx-Geschäft (Gesamtjahr 2025): 503 Mio. Euro Umsatz, ein Plus von 98 %
  • Deutsches Rx-Geschäft (Q4 2025): 155 Mio. Euro Umsatz, 59 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr
  • Konzernumsatz 2025: 2,9 Mrd. Euro, +24 % zum Vorjahr

Damit unterstreicht das Unternehmen, dass es sich im noch jungen Markt für elektronische Rezepte frühzeitig eine starke Position erarbeitet hat. Aus strategischer Sicht funktioniert die Wachstumsstory im Rx-Bereich damit grundsätzlich wie geplant. Dennoch überlagert die Enttäuschung im übrigen Geschäft diese operative Stärke im aktuellen Marktbild.

Hoher Short-Anteil und anstehende Rückzahlung

Neben der operativen Entwicklung sorgt die Finanzierungssituation für zusätzlichen Druck. Rund 14 % der ausstehenden Aktien sind leerverkauft – ein für deutsche Verhältnisse hoher Wert. Das signalisiert, dass insbesondere professionelle Investoren weiterhin skeptisch bleiben, vor allem mit Blick auf Margenrisiken und den intensiven Wettbewerb im Onlinehandel mit Nicht-Rezeptprodukten.

Kurzfristig rückt zudem ein fester Termin in den Fokus: Am 21. Januar 2026 wird eine Zahlung von 64,5 Mio. Euro an Inhaber einer Wandelanleihe fällig, die ihr Put-Recht gezogen haben. Diese Rückzahlung ist der letzte Schritt einer größeren Schuldenneuordnung aus dem Jahr 2025 und belastet die Liquidität zusätzlich.

Charttechnisch spiegelt sich die Unsicherheit klar wider: Die Aktie schloss am Freitag bei 64,50 Euro und liegt damit rund 53 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 138,40 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf mehr als 46 %, während der Kurs nur knapp über dem jüngsten Jahrestief notiert.

Fazit: Zwischen Strategieerfolg und Vertrauensfrage

Unterm Strich steht ein gemischtes Bild: Operativ bestätigt das starke Rx-Wachstum in Deutschland die strategische Ausrichtung von Redcare Pharmacy. Gleichzeitig hat die deutliche Verfehlung im Non-Rx-Geschäft gezeigt, wie empfindlich der Markt auf Schwächen im profitablen Standardgeschäft reagiert – zumal vor dem Hintergrund eines hohen Short-Interesses und der anstehenden Rückzahlung der Wandelanleihe. Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die Dynamik im E-Rezeptbereich in stabilere Gesamtzahlen übersetzen und die finanzielle Flexibilität nach der Fälligkeit am 21. Januar wieder ausbauen kann.

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