Redcare Pharmacy Aktie: Konkurrenzdruck steigt
Die Offensive der Drogerieketten erreicht die Online-Apotheken mit voller Wucht. Nach dm zieht nun auch Rossmann mit einer eigenen Versandapotheke nach – gesteuert ausgerechnet aus den Niederlanden, also dort, wo Redcare sein Kerngeschäft betreibt. An der Börse ist die Stimmung gekippt, der Titel notiert auf dem tiefsten Stand der vergangenen zwölf Monate. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell gegen die neuen Angreifer aus dem Stationärhandel ist.
Rossmanns Online-Pläne treffen den Kern
Auslöser des jüngsten Verkaufsdrucks ist die offiziell bestätigte Strategie von Rossmann. Nachdem dm mit einem digitalen Arzneimittelangebot bereits Unruhe in die Branche gebracht hatte, folgt nun der nächste große Player mit klaren Worten: „Die Online-Apotheke wird kommen“, stellte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, unmissverständlich klar.
Brisant ist dabei der gewählte Ansatz: Rossmann will das Apothekengeschäft aus den Niederlanden heraus organisieren – also genau dort, wo auch Redcare Pharmacy seinen zentralen Standort hat. Für viele Marktteilnehmer wirkt das wie ein direkter Angriff auf die etablierten Versender. Entsprechend groß ist die Sorge vor einem harten Preiswettbewerb und einem spürbaren Verlust von Marktanteilen für Redcare.
Die Nervosität blieb nicht auf die Aktie beschränkt. Auch der Wettbewerber DocMorris geriet parallel deutlich stärker unter Druck. Der gesamte Sektor der börsennotierten Online-Apotheken steht damit plötzlich wieder im Schatten der Expansionspläne von Drogerieketten, die über dichte Filialnetze, hohe Markenbekanntheit und große Marketingbudgets verfügen.
Kurs unter Druck, Trend klar abwärts
An der Börse spiegelt sich die Skepsis in einem anhaltend schwachen Kursverlauf wider. Die Aktie schloss den Freitag bei 59,30 Euro, was einem Tagesminus von 1,66 Prozent entspricht. Damit markiert der Titel zugleich ein neues 52-Wochen-Tief und liegt rund 57 Prozent unter dem Hoch vom März 2025 – der Versuch einer Stabilisierung ist vorerst gescheitert.
Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Lage:
- Schlusskurs Freitag: 59,30 Euro (Tagesveränderung: -1,66 %)
- 52-Wochen-Spanne: 59,30 Euro – 138,40 Euro
- Veränderung seit Jahresanfang: -11,69 %
- 12-Monats-Performance: -51,75 %
Auch der Blick auf die gleitenden Durchschnitte unterstreicht den Abwärtstrend. Der Kurs notiert spürbar unter dem 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt. Von einer technischen Erholung kann daher bisher keine Rede sein, zumal kurzfristige Erholungsversuche im aktuellen Nachrichtenumfeld rasch wieder abverkauft werden.
Shortseller setzen auf weitere Schwäche
Flankiert wird der Druck von der Aktivität professioneller Shortseller. Laut den jüngsten, am 24. Januar veröffentlichten Daten hat der Hedgefonds PDT Partners, LLC seine Netto-Leerverkaufsposition angepasst und hält per 22. Januar 0,98 Prozent der ausstehenden Aktien in einer Short-Position.
Eine meldepflichtige Shortquote in dieser Größenordnung bedeutet, dass einzelne institutionelle Investoren gezielt auf fallende Kurse setzen. Marktbeobachter interpretieren diesen Schritt als Zeichen dafür, dass aus Sicht dieser Adressen das Risiko weiterer Rückschläge noch nicht gebannt ist. Gerade in einem Umfeld mit starkem Wettbewerbsdruck können negative Nachrichten dann zusätzliche Abwärtsdynamik entfalten.
Analysten sehen weiterhin Luft nach oben
Während die Börse den Fokus klar auf die neuen Konkurrenzrisiken legt, bleiben nicht alle Analysten pessimistisch. So hält die Privatbank Berenberg trotz des deutlichen Kursrückgangs an ihrer positiven Einschätzung fest und bestätigt das Rating „Buy“ mit einem Kursziel von 165 Euro.
Das Spannende: Dieses Ziel liegt aktuell fast beim Dreifachen des tatsächlichen Kurses. Die Diskrepanz zwischen dem, was der Markt momentan bereit ist zu zahlen, und dem, was einzelne Analysten dem Unternehmen fundamental zutrauen, ist damit erheblich. Dahinter steht die Einschätzung, dass Redcare trotz verschärfter Konkurrenz mittelfristig von strukturellen Trends wie dem E-Rezept und der weiteren Verlagerung des Arzneimittelhandels ins Netz profitieren kann.
Ob sich diese optimistische Sicht durchsetzt, hängt vor allem davon ab, wie gut es dem Unternehmen gelingt, seine Marktposition gegenüber dm, Rossmann und anderen Wettbewerbern zu behaupten – etwa über Service, Sortiment, Markenbindung und Effizienz in der Logistik.
Fazit: Geschäftsmodell im Belastungstest
Unterm Strich steht Redcare vor einem echten Belastungstest. Kurzfristig dominieren Sorgen um stärkere Konkurrenz aus dem Drogeriebereich, was sich in einem klaren Abwärtstrend, einem neuen Jahrestief und wachsendem Short-Interesse niederschlägt. Mittel- bis langfristig rückt nun in den Vordergrund, ob das Unternehmen seine Stärken im Online-Geschäft in einem zunehmend engen Marktumfeld ausspielen kann. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob die aktuellen Kursniveaus eher Ausdruck überzogener Angst oder ein Vorgeschmack auf anhaltenden Margendruck sind.
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