Rekordwachstum auf der einen Seite, eine drastisch gesenkte Margenprognose auf der anderen. Redcare Pharmacy hat mit seinen Jahreszahlen für 2025 und dem aktualisierten Ausblick die Märkte aufgeschreckt – und die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief gedrückt.

Starkes Wachstum, enttäuschende Profitabilität

Der Umsatz der Online-Apotheke kletterte 2025 um 24 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro. Besonders das deutsche E-Rezept-Geschäft lieferte: Die Einnahmen aus verschreibungspflichtigen Medikamenten verdoppelten sich hierzulande auf 503 Millionen Euro. Die Kundenbasis wuchs um 11 Prozent auf 13,9 Millionen aktive Nutzer.

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Das Wachstum hat jedoch seinen Preis. Der Nettoverlust blieb mit 39,4 Millionen Euro hoch, auch wenn er sich gegenüber dem Vorjahr (46,4 Millionen Euro) leicht verringerte. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich zwar von 1,4 auf 2,0 Prozent – von echter Profitabilität ist das Unternehmen aber weit entfernt.

Gesenkte Ziele lösen Kursrutsch aus

Der eigentliche Auslöser für den Kurseinbruch war der Ausblick. Für 2026 peilt Redcare ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent an – der Marktkonsens hatte rund 17,5 Prozent erwartet. Noch schwerer wiegt die Revision des mittelfristigen Margenziels: Statt der bisher kommunizierten 8 Prozent soll die bereinigte EBITDA-Marge langfristig nur noch 5 Prozent erreichen.

Die Reaktion an den Märkten war entsprechend deutlich. Die Aktie verlor innerhalb eines Monats rund 39 Prozent und notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief.

Analysten uneins über Bewertung

Unter Analysten herrscht keine Einigkeit. Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 150 Euro fest, weist aber darauf hin, dass der Mittelpunkt der EBITDA-Guidance für 2026 rund 19 Prozent unter dem bisherigen Konsens liegt. UBS bewertet die Aktie mit „Neutral" und einem Kursziel von 74 Euro und hebt die kontinuierliche Verlangsamung im margenstarken OTC-Segment hervor: Dort sank das Wachstum von rund 25 Prozent im Jahr 2023 auf nun prognostizierte 8 bis 10 Prozent für 2026.

Genau dieses Segment bereitet Beobachtern Sorgen. Im vierten Quartal wuchs der OTC-Umsatz zwar um 9 Prozent auf 483 Millionen Euro, verfehlte die Konsensschätzung aber um etwa 9 Prozent.

Das strukturelle Dilemma

Das Kernproblem ist klar: Das boomende E-Rezept-Geschäft treibt den Umsatz, ist aber weniger profitabel als das OTC-Segment, das gleichzeitig an Dynamik verliert. Das Management erwartet, dass die Investitionsausgaben nach 2026 unter 2 Prozent des Umsatzes fallen – die Jahre 2025 und 2026 gelten als Investitionshöhepunkt.

Am 6. Mai 2026 legt Redcare die nächsten Quartalszahlen vor. Der Markt wird dann prüfen, ob die Wachstumsverlangsamung im OTC-Bereich aufgefangen werden kann und die neue Margenprognose von mindestens 2,5 Prozent für 2026 erreichbar bleibt.

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