Rekorderlöse, aber kein Gewinn — und eine Prognose, die Analysten enttäuscht hat. Redcare Pharmacy erlebt gerade eine der schärfsten Kurskorrektur im MDAX seit Jahren. Der Markt sendet ein klares Signal: Umsatzwachstum allein reicht nicht mehr.

Die Zahlen hinter dem Kursrutsch

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für Redcare auf den ersten Blick beeindruckend. Der Konzernumsatz stieg um 24,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Besonders das Rezeptgeschäft legte zu: Die Erlöse aus verschreibungspflichtigen Medikamenten kletterten um 42,6 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro — erstmals überschritt dieser Bereich die Milliarden-Marke. Der deutsche Markt trug dazu erheblich bei, wo sich die Rezepterlöse auf 503 Millionen Euro nahezu verdoppelten.

Unter der Oberfläche sieht es weniger rosig aus. Das bereinigte EBITDA für das Gesamtjahr stieg zwar um 72 Prozent auf 57,4 Millionen Euro, blieb damit aber am unteren Ende der eigenen Prognose und unter dem Analystenkonsens von 61,6 Millionen Euro. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von rund 35 Millionen Euro. Die Bruttomarge sank von 22,3 auf 21,3 Prozent — ein Effekt des wachsenden Anteils margenschwacher Rezeptverkäufe.

Hinzu kommt eine spürbare Verlangsamung im OTC-Segment, also bei rezeptfreien Produkten. Das Wachstum dort fiel im vierten Quartal auf 9,2 Prozent — nach noch 19,7 Prozent im ersten Quartal. Das Unternehmen verwies auf geringere Marketingausgaben und ein insgesamt schwaches Marktumfeld.

Prognose enttäuscht, Mittelfristziel gesenkt

Der eigentliche Auslöser für den Kurseinbruch war die Guidance für 2026. Management erwartet ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent — der Analystenkonsens hatte rund 17,5 Prozent erwartet. Auch die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent liegt unter den Markterwartungen von 2,9 bis 3,0 Prozent.

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Noch schwerer wiegt eine strukturelle Revision: Das mittelfristige EBITDA-Margenziel wurde von „über 8 Prozent" auf „über 5 Prozent" gesenkt. CFO Hendrik Krampe begründete dies mit sinkenden Marketingkosten, Automatisierungsgewinnen in der Logistik sowie dem Ausbau von Marktplatz- und Retail-Media-Erlösen. Das langfristige Ziel von über 8 Prozent bleibt bestehen — rückt aber zeitlich weiter in die Ferne.

Investitionen bleiben vorerst hoch. Mit 118,6 Millionen Euro Capex bezeichnete das Unternehmen 2025 und 2026 als „Peak-Investitionsjahre". Ein neues Logistikzentrum im tschechischen Plzeň, das im Dezember 2025 den Betrieb aufnahm, soll österreichische Bestellungen übernehmen und Kapazitäten für bis zu 15 Millionen zusätzliche OTC-Sendungen jährlich bereitstellen.

Analysten gespalten

Die Reaktion der Analysten fällt unterschiedlich aus. Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 150 Euro fest, räumt aber ein, dass der Mittelpunkt der EBITDA-Prognose für 2026 rund 19 Prozent unter dem bisherigen Konsens liegt. UBS bewertet die Aktie mit „Neutral" und einem Kursziel von 74 Euro — und verweist auf die kontinuierliche Verlangsamung im OTC-Bereich, dessen Wachstum von rund 25 Prozent im Jahr 2023 auf nun prognostizierte 8 bis 10 Prozent gefallen ist. Barclays warnte vor erheblichem Abwärtsdruck auf die Konsensschätzungen für beide Geschäftsbereiche.

Die Aktie notiert aktuell auf einem neuen 52-Wochen-Tief und rund 46 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Maß für das geschwundene Vertrauen der Märkte.

Am 6. Mai 2026 legt Redcare seine Zahlen für das erste Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob die Margenverbesserung trotz hoher Investitionskosten erste messbare Fortschritte zeigt. Die Hauptversammlung am 15. April könnte erste operative Signale für das laufende Jahr liefern.

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