Porsche AG Aktie: Gegenwind voraus?
Vom profitabelsten Autobauer der Welt – gemessen an der Marge – zum Sanierungsfall innerhalb eines Jahres. Porsches Jahreszahlen für 2025 sind ein Einschnitt, der die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief gedrückt hat.
Gewinn nahezu ausgelöscht
Der operative Konzerngewinn brach um 92,7 Prozent ein – von 5,6 Milliarden Euro auf nur noch 413 Millionen Euro. Die Automobilsparte selbst kollabierte von einer operativen Marge von 14,5 Prozent auf gerade noch 0,3 Prozent. Verantwortlich dafür waren außerordentliche Belastungen von insgesamt rund 3,9 Milliarden Euro aus drei Bereichen: der Aufgabe einer neuen vollelektrischen Fahrzeugplattform (~2,4 Milliarden Euro), Wertminderungen auf batteriebasierte Aktivitäten (~700 Millionen Euro) sowie US-Zollkosten (~700 Millionen Euro).
Besonders schmerzhaft: Porsche hat jahrelang an eben jener EV-Plattform entwickelt, die nun auf Eis liegt. Das Unternehmen schwenkt zurück zu Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybriden – ein kostspieliger Strategiewechsel, der die Bilanz 2025 massiv belastet hat.
China-Krise ohne schnelle Lösung
Neben den Sonderbelastungen drückt ein strukturelles Problem auf die Zahlen. Die Fahrzeugauslieferungen sanken weltweit um 10 Prozent auf knapp 280.000 Einheiten. In China – einst der wichtigste Wachstumsmarkt – brachen die Verkäufe um 26 Prozent ein. Der Taycan, Porsches Elektro-Flaggschiff, verlor 22 Prozent bei den Auslieferungen. Einheimische chinesische Hersteller überholen europäische Premiummarken zunehmend bei Technologie und Preis.
Als Reaktion plant das Management, das chinesische Händlernetz bis Ende 2026 auf rund 80 Standorte zu reduzieren – weniger Volumen, mehr Fokus auf Marge.
Die Dividende spiegelt die Lage wider: Sie wurde um 56 Prozent auf 1,01 Euro je Vorzugsaktie gekürzt.
Neue Führung, verhaltener Ausblick
Seit dem 1. Januar 2026 führt Michael Leiters das Unternehmen – zuvor CEO bei McLaren, davor acht Jahre Chief Technology Officer bei Ferrari. Seine erste Bewährungsprobe kommt früh: Der Vorstand erwartet für 2026 einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 5,5 bis 7,5 Prozent. Weitere Einmalbelastungen im hohen dreistelligen Millionenbereich sind bereits eingeplant.
Ob Leiters den Weg zurück in den zweistelligen Margenbereich glaubwürdig skizzieren kann, wird Bernstein-Analyst Stephen Reitman zufolge zur zentralen Frage der ersten Analystenkonferenz. Immerhin: Der automotive Netto-Cashflow stieg trotz des Ergebniseinbruchs – ein Hinweis darauf, dass der operative Kern des Unternehmens stabiler ist als die GuV suggeriert. Kepler Cheuvreux deutet an, dass Porsche den Tiefpunkt seines Ertragszyklus möglicherweise bereits hinter sich hat.
Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Tief und liegt rund 21 Prozent unter dem Jahresanfangskurs. Mit den Q1-Zahlen 2026 bekommt Leiters die erste Gelegenheit, den Restrukturierungskurs mit konkreten Zahlen zu untermauern.
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