Ein chinesischer Sportartikelriese klopft an, doch am Verhandlungstisch prallen Welten aufeinander. Anta Sports soll ein offizielles Angebot für den 29-Prozent-Anteil von Artemis an Puma vorgelegt haben – strategisch ein Türöffner in Asien, finanziell ein echter Härtetest. Entscheidend ist die Preisfrage: Wie viel ist der Einstieg einem Käufer wert, wenn das operative Umfeld schwächelt und die Aktie weit unter früheren Höchstständen notiert?

Anta-Einstieg: Logik ja, Preis nein

Im Zentrum steht der 29-prozentige Puma-Anteil, den die Investmentgesellschaft Artemis der Familie Pinault hält. Anta Sports, in Europa vor allem über die Amer-Sports-Marken Salomon und Wilson bekannt, will sich diesen Block offenbar sichern. Die Finanzierung des Deals soll bereits stehen, was die Seriosität des Interesses untermauert.

Strategisch wäre ein Einstieg der Chinesen ein starkes Signal. Puma könnte seinen Zugang zu asiatischen Märkten deutlich ausbauen, Anta würde im Gegenzug eine etablierte globale Marke in sein Portfolio integrieren. An der Börse schürt genau diese M&A-Fantasie die Fantasie um den Titel.

Doch an einem Punkt stocken die Gespräche: Artemis soll mehr als 40 Euro je Aktie verlangen – deutlich über dem aktuellen Kursniveau um 23,19 Euro. Damit ergibt sich:

  • ein Aufschlag von rund 70 % auf den Börsenkurs
  • eine klare Orientierung der Verkäuferseite an früheren Hochs
  • eine Käuferseite, die den aktuellen Marktwert als Maßstab sieht

Diese Bewertungslücke gilt laut Insidern als Hauptgrund dafür, dass die Verhandlungen zuletzt ins Stocken geraten sind.

Die Fakten zur Marktlage

Die Diskussion um den Preis findet vor dem Hintergrund eines deutlich schwächeren Börsenbildes statt. Während die Aktie heute nur leicht im Plus liegt (rund +0,17 % auf 23,19 Euro), wirkt der Blick zurück ernüchternd.

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Zentrale Daten zur Aktie:

  • Kursverlust auf 12-Monats-Sicht: etwa -44 %
  • 52-Wochen-Hoch: 41,81 Euro (Mitte Januar 2025), aktueller Abstand rund -44 %
  • 52-Wochen-Tief: 15,48 Euro (November 2025), aktueller Abstand nach oben knapp 50 %
  • RSI (14 Tage) bei 73,2 – ein Bereich, den viele Marktteilnehmer als überkauft einstufen
  • 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt liegen allesamt um 20–21 Euro, der Kurs notiert jeweils klar darüber

Die Aktie hat sich also vom Tief spürbar erholt, bleibt aber weit von früheren Niveaus entfernt. Parallel dazu zeigen Analystenreaktionen, dass die operative Schwäche in den Bewertungsmodellen bereits Spuren hinterlassen hat: RBC sieht das faire Niveau bei 20 Euro („Sector Perform“), Bernstein Research bei 24 Euro („Outperform“). Von Kurszielen in der Nähe der von Artemis avisierten 40 Euro ist der Markt damit weit entfernt.

Operative Schwäche drückt die Fantasie

Die hohe Preisforderung wirkt vor allem deshalb ambitioniert, weil das operative Umfeld derzeit alles andere als glänzend ist. CEO Arthur Hoeld steht vor mehreren Herausforderungen im Kerngeschäft.

Besonders im wichtigen Laufschuhsegment hat Puma Marktanteile eingebüßt. Marken wie On und Hoka haben in den vergangenen Jahren spürbar zugelegt und sich in genau jenem Feld positioniert, in dem Puma traditionell stark sein wollte. Auch Produkte mit Signalwirkung wie das Modell „Speedcat“ konnten diesen Trend bislang nicht nachhaltig drehen.

Diese operative Schwäche schwächt die Verhandlungsposition der Verkäuferseite. Ein strategischer Investor wie Anta wird kaum bereit sein, eine Prämie zu zahlen, die die aktuellen Risiken im Tagesgeschäft weitgehend ausblendet. Für Artemis heißt das: Die Argumentation mit historischen Höchstständen überzeugt einen potenziellen Käufer nur begrenzt, wenn die Margen- und Wachstumsperspektiven aktuell unter Druck stehen.

Fazit: Deal-Fantasie dominiert den Kurs

Die Puma Aktie spiegelt derzeit vor allem den laufenden M&A-Poker wider, weniger eine starke operative Ausgangslage. Der Kurs liegt mit gut 23 Euro klar über den von einigen Analysten genannten fairen Werten um 20 Euro – ein Hinweis darauf, dass der Markt einen möglichen Deal bereits teilweise einpreist.

Kommt es zu einer Einigung in der Nähe der von Artemis angestrebten 40 Euro, wäre das kurzfristige Aufwärtspotenzial erheblich. Bleibt es dagegen bei unvereinbaren Preisvorstellungen und scheitern die Gespräche endgültig, könnte der Titel wieder näher an die von Analysten skizzierten Bewertungsniveaus zurückfallen. Die Kombination aus hoher Volatilität und großer Bewertungslücke macht den Wert damit zu einer klaren Spekulation auf den Ausgang der Verhandlungen mit Anta.

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