Bitcoin bewegt sich derzeit in einem fragilen Gleichgewicht. Nach dem Absturz von den Allzeithochs kämpft die weltweit größte Kryptowährung mit geopolitischen Schocks, veränderten Strategien der Miner und wiederkehrender institutioneller Nachfrage. Die Frage ist: Hält der Boden oder droht ein erneuter Rückschlag?

Technischer Rebound – aber keine Entwarnung

Bitcoin legte am Montag rund 5 Prozent zu und durchbrach kurzzeitig die Marke von 69.000 US-Dollar. Der Anstieg war jedoch primär ein Short Squeeze, getrieben von Liquidationen überhebter Leerverkäufer und einem Rückgang der ETF-Abflüsse. Analysten warnen: Die Rally ist technisch fragil, solange echte Spot-Nachfrage fehlt.

Mark Connors, Chief Investment Officer bei Risk Dimensions, dämpft die Euphorie: „Das ist kein Signal für einen Marsch zurück Richtung 100.000 Dollar." Der entscheidende Widerstand bei 75.000 Dollar bleibt intakt. Große Liquidationscluster um 65.000 und 70.000 Dollar zeigen, wie anfällig der Markt für abrupte Bewegungen bleibt.

Geopolitik und Makrodaten belasten

Die jüngsten Kursschwankungen sind eng mit makroökonomischen Verwerfungen verknüpft. Präsident Trumps Ankündigung neuer 15-prozentiger globaler Zölle sowie die Eskalation im Nahen Osten – inklusive der drohenden Schließung der Straße von Hormus – trieben Bitcoin zeitweise unter 66.000 Dollar. Rohöl, Aktien und Gold reagierten ebenfalls nervös.

Hinzu kommen heißer als erwartete Erzeugerpreisdaten und eine wiederanziehende Industrieproduktion. Eine Zinssenkung der US-Notenbank im März gilt vor der Sitzung am 18. März praktisch als ausgeschlossen. Das stützt den Dollar und belastet Risikoanlagen wie Bitcoin.

ETF-Zuflüsse als Hoffnungsschimmer

Trotz der allgemeinen Verkaufswelle zeigt die institutionelle Seite Lebenszeichen. Am 3. März flossen 458 Millionen Dollar in US-Bitcoin-ETFs – ein deutliches Signal für erneutes Vertrauen. In der vergangenen Woche summierten sich die Nettozuflüsse auf 1,5 Milliarden Dollar.

Allerdings täuscht das nicht über die längerfristige Schwäche hinweg. Das verwaltete Vermögen in Bitcoin-ETFs ist binnen eines Monats von 110,92 auf 89,02 Milliarden Dollar gefallen. Das zeigt: Institutionelle Anleger haben massiv Positionen abgebaut.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bitcoin?

MARA Holdings kippt Hold-Strategie

Der größte börsennotierte Bitcoin-Miner MARA Holdings hat seine Strategie grundlegend geändert. In einer SEC-Mitteilung erklärte das Unternehmen, künftig Bitcoin-Bestände teilweise verkaufen zu wollen, um operative Kosten zu decken und das Geschäft in Richtung KI und Hochleistungsrechnen auszubauen. MARA hält derzeit 53.822 BTC – der zweitgrößte Bestand unter börsennotierten Unternehmen.

Die Firma ist nicht allein: Core Scientific kündigte an, 2026 den Großteil seiner Bitcoin-Bestände zu veräußern. Im Januar verkaufte das Unternehmen bereits rund 1.900 BTC für etwa 175 Millionen Dollar. Diese Strategie-Shifts erhöhen das Angebot auf dem Markt und könnten den Preis unter Druck setzen.

On-Chain-Daten deuten auf Stabilisierung hin

Unterhalb der Oberfläche zeigen Blockchain-Daten eine Beruhigung. Langfristige Halter reduzierten ihre Verkäufe deutlich: Lag die 30-Tage-Nettoveränderung Anfang Februar noch bei minus 243.737 BTC, sank sie bis Anfang März auf minus 31.967 BTC – ein Rückgang um 87 Prozent.

Auch Miner, die Bitcoin regelmäßig verkaufen müssen, zeigen weniger Kapitulation. Die Peak-Verkaufswelle lag am 8. Februar bei minus 4.718 BTC täglich, bis zum 1. März schrumpfte die Zahl auf minus 837 BTC. Das deutet darauf hin, dass der schlimmste Verkaufsdruck nachlässt.

Große Investoren nutzen die Schwäche zum Einstieg: Die staatlichen Investmentfonds Mubadala und Al Warda aus Abu Dhabi stockten Mitte Februar ihre Bitcoin-ETF-Positionen auf.

Sentiment bleibt angespannt

Der Fear & Greed Index verharrt seit drei Wochen im Bereich „Extreme Angst". Auf der Wettplattform Polymarket gehen 62 Prozent der Nutzer davon aus, dass Bitcoin noch in diesem Jahr unter 50.000 Dollar fallen wird – bemerkenswert pessimistisch für einen Asset, der vor wenigen Monaten noch über 100.000 Dollar notierte.

Technisch steht ein Death Cross im Tageschart bevor: Die 50-Tage-Linie droht unter die 200-Tage-Linie zu fallen – historisch oft ein Signal für erhöhte Volatilität. Analysten wie Standard Chartered haben ihre Jahresendziele auf 50.000 Dollar gesenkt. Langfrist-Bullen setzen dagegen auf den Halving-Zyklus und die strategische Bitcoin-Reserve der USA als strukturellen Preisboden.

Ausblick: Kampf zwischen Angebot und Nachfrage

Bitcoin steht vor einem Balanceakt. Einerseits könnten Miner-Verkäufe und Gewinnmitnahmen das Angebot erhöhen. Andererseits stabilisieren institutionelle Zuflüsse und zurückhaltendes Verhalten der Langfrist-Halter die Nachfrageseite.

Die Fed-Sitzung am 18. März dürfte richtungsweisend werden. Bis dahin bleibt Bitcoin in einem volatilen Umfeld gefangen – zwischen technischen Warnsignalen, geopolitischen Risiken und strukturellen Unterstützungsfaktoren.

Bitcoin: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 04. März liefert die Antwort:

Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bitcoin: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...