Der erhoffte Befreiungsschlag durch einen Einstieg von Anta Sports bleibt zunächst aus. Zwischen Puma-Großaktionär Artémis und dem chinesischen Sportartikler klaffen die Preisvorstellungen offenbar weit auseinander. Damit rückt eine schnelle Einigung in weite Ferne – und die Aktie hängt zwischen Übernahmefantasie und ernüchternder Realität fest.

Verhandlungen in der Sackgasse

Im Mittelpunkt stehen die rund 29 Prozent der Anteile, die die Familie Pinault über ihre Holding Artémis hält. Artémis gilt seit Längerem als verkaufsbereit und will das Portfolio neu ausrichten. Doch der Wunschpreis liegt deutlich über dem, was der Markt aktuell hergibt.

Kern des Konflikts ist die Bewertung:

  • Artémis-Ziel: Orientierung an früheren Höchstständen, mit einer angestrebten Bewertung von deutlich über 40 Euro je Aktie
  • Marktniveau: Der Kurs liegt heute bei 21,56 Euro, rund 47 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 40,70 Euro
  • Interessent: Anta Sports zeigt sich zurückhaltend angesichts der volatilen Entwicklung und der schwächeren Konsumdynamik in Europa

Für Anta wirkt eine hohe Übernahmeprämie riskant, zumal Puma operativ noch nicht klar signalisiert hat, dass frühere Wachstums- und Margenniveaus wieder erreichbar sind. Das Auseinanderklaffen von „Wunschpreis“ und aktuellem Marktpreis ist damit das zentrale Hindernis – ein typisches Problem in späten Phasen von Übernahmegesprächen.

Trotz der abgekühlten Fantasie hält sich die Aktie bislang relativ stabil. Auf Wochensicht steht zwar ein Minus von gut 7 Prozent zu Buche, seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf knapp 4 Prozent. Von Panik ist aber keine Spur, eher von wachsender Skepsis, dass ein Deal zu den Vorstellungen von Artémis zustande kommt.

Uneinigkeit unter Analysten

Auch die Analystenlage zeichnet ein gemischtes Bild. Bernstein Research bleibt bei einer positiven Einschätzung und stuft den Wert mit „Outperform“ ein, verbunden mit einem Kursziel von 24 Euro. Das signalisiert moderates Potenzial aus eigener Kraft – allerdings ohne große Sprünge.

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Auf der anderen Seite steht die UBS mit einem Kursziel von 19,60 Euro und dem Votum „Neutral“. Damit liegt ihre Bewertung klar unter dem aktuellen Kurs und unter der Einschätzung von Bernstein. Die Differenz zwischen 24 und 19,60 Euro spiegelt die Unsicherheit wider: Wie weit kann Puma ohne externe Impulse operativ und an der Börse tatsächlich aufholen?

Die Branche befindet sich insgesamt in einer Konsolidierungsphase nach starken Jahren. Für Puma kommt hinzu, dass der Großaktionär die Beteiligung eher als Finanzinvestment betrachtet. Damit fehlt der strategische Langfristfokus eines Ankerinvestors, was den Druck zur Lösung der Beteiligungssituation erhöht.

Bewertung, Chartbild und M&A-Fantasie

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten knapp 47 Prozent verloren. Das 52‑Wochen-Hoch bei 40,70 Euro ist weit entfernt, während das jüngste Tief bei 15,48 Euro (Abstand rund 39 Prozent) zeigt, wie groß die Spanne der Markterwartungen zuletzt war. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 75 Prozent unterstreicht diese Nervosität.

Technisch bewegt sich der Kurs derzeit nur leicht über den zentralen Durchschnittslinien:

  • 50‑Tage-Durchschnitt: 21,18 Euro
  • 200‑Tage-Durchschnitt: 21,03 Euro
  • aktueller Kurs: 21,56 Euro

Das Niveau signalisiert kurzfristige Stabilisierung, aber noch keinen klaren Aufwärtstrend. Auffällig ist dagegen der RSI von 73,2, der bereits in den überkauften Bereich rutscht. Angesichts der fundamental offenen Fragen könnte die Luft nach oben damit zunächst dünner werden – insbesondere, wenn von der M&A-Seite keine neuen Impulse kommen.

Wie geht es nun weiter? Solange es keine offizielle Absage der Gespräche gibt, bleibt die Übernahmefantasie ein wichtiger Bestandteil der Story. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass eine endgültige Einigung an der Bewertung scheitert und der Kurs sich stärker an den fundamental orientierten Analystenzielen von rund 20 bis 24 Euro ausrichtet.

Konkreter Ausblick

In den kommenden Wochen rücken zwei Faktoren in den Vordergrund:

  • News zur Artémis-Beteiligung: Jede Bestätigung oder Relativierung der Verkaufsabsichten und der Gespräche mit Anta Sports dürfte unmittelbar auf den Kurs durchschlagen. Ein klares Nein zu einem Deal zu den Wunschkonditionen würde den Fokus stärker auf die operative Entwicklung lenken.
  • Operative Signale für 2026: Der Markt wartet auf Hinweise zum ersten Quartal, um einschätzen zu können, ob Puma wieder an frühere Wachstumsphasen anknüpfen kann und höhere Bewertungen als die aktuellen Kursziele rechtfertigt.

Für den Moment bleibt die Aktie zwischen Übernahmehoffnung, Bewertungsrealität und einem noch fragilen Turnaround eingeklemmt. Entscheidend wird sein, ob Puma in den nächsten Quartalen genug operatives Momentum zeigt, um entweder die Verhandlungsposition von Artémis zu stützen – oder auch ohne strategischen Käufer wieder deutlich höhere Kurse zu rechtfertigen.

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