Puma Aktie: Short-Attacke
Ein schwieriges Konsumumfeld, ein Kurs, der sich erst langsam vom Tief löst – und nun ein prominenter Hedgefonds, der klar auf fallende Kurse setzt: Puma startet mit Spannungen zwischen Skepsis und Übernahmefantasie ins Börsenjahr 2026. Im Zentrum steht dabei eine neue, auffällig große Leerverkaufsposition.
Hedgefonds erhöht Druck auf die Aktie
Laut den aktuellen Meldungen im Bundesanzeiger hat der quantitative Hedgefonds Two Sigma eine neue Short-Position von 1,33 % der ausstehenden Puma-Aktien aufgebaut (Stand: 06.01.2026). Für eine Erstmeldung ist das ein ungewöhnlich hoher Wert – häufig bewegen sich neue Positionen nur knapp über der Meldeschwelle von 0,50 %.
Parallel dazu hält Capital Fund Management weiterhin eine Short-Position von 0,50 %. Zusammen ergibt sich damit ein spürbarer Block an Wetten gegen den MDAX-Titel. Diese Positionierung signalisiert, dass institutionelle Investoren trotz des bereits deutlichen Kursrückgangs der vergangenen zwölf Monate weiteres Rückschlagpotenzial einkalkulieren.
Wichtige Eckpunkte der Short-Situation:
- Two Sigma mit 1,33 % Short-Anteil an Puma
- Capital Fund Management mit 0,50 % Short-Position
- Insgesamt knapp 1,8 % des Kapitals als gemeldete Wetten auf fallende Kurse
Im Handel zeigte sich die Nervosität bereits: Am Montag schloss die Aktie bei 22,45 Euro, im Tagesverlauf kam es aber zu spürbaren Rücksetzern. Heute Morgen deutete das Orderbuch mit engen Spannen und abwartenden Orders auf Zurückhaltung hin – ein Umfeld, in dem größere Short-Positionen zusätzlichen Druck entfalten können.
Übernahmefantasie und gesicherte Finanzierung
Dem Druck der Leerverkäufer stehen zwei Aspekte gegenüber, die derzeit eine gewisse Stabilisierung bringen: anhaltende Übernahmespekulationen und eine frisch gesicherte Finanzierungslinie.
Zum Jahreswechsel verdichteten sich Marktgerüchte, die Puma als möglichen Übernahmekandidaten für 2026 sehen. Diese Fantasie wirkt aktuell wie ein technischer Boden im Bereich um 22 Euro. Solange dieser Narrativ im Markt bleibt, fällt es Short-Sellern schwerer, den Kurs nachhaltig unter die jüngsten Tiefs zu drücken.
Zudem hat das Management Ende Dezember eine neue Kreditlinie über gut 700 Millionen US-Dollar vereinbart. Diese zusätzliche Liquidität soll in einem voraussichtlich schwachen Konsumjahr 2026 den finanziellen Handlungsspielraum sichern. In einem Umfeld, in dem viele Konsumwerte unter margenschwachem Wachstum leiden, ist dieser Puffer ein wichtiges Argument für die optimistische Seite.
Aus technischer Sicht spiegelt sich diese Stabilisierung bereits in den Kennzahlen wider: Der Kurs liegt mit 22,45 Euro klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,76 Euro und rund 7,5 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,88 Euro. Gleichzeitig bleibt die Aktie auf Jahressicht deutlich angeschlagen – rund 50 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 44,52 Euro.
Schwaches Vorjahr und schwieriges Branchenumfeld
Die neue Short-Attacke lässt sich kaum ohne Blick auf die Vorgeschichte einordnen. 2025 war Puma der schwächste Wert im MDAX mit einem Kursverlust von rund 50 %. Das belastete Sentiment wirkt ins neue Jahr hinein.
Hinzu kommt ein schwieriges Branchenumfeld:
- Nike lieferte zuletzt enttäuschende Zahlen, insbesondere aus China.
- Lululemon kämpft im Premiumsegment mit rückläufigen Umsätzen in den USA.
- Umfragen deuten auf anhaltende Konsumzurückhaltung bei Premium-Mode und Sportartikeln hin, besonders in Europa.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Short-Thesis konsistent: Eine konjunkturell gebremste Nachfrage trifft auf eine Branche, die auf zahlungsbereite Kunden und modische Impulse angewiesen ist. Wenn gleichzeitig Übernahmegerüchte nicht mit konkreten Schritten unterlegt werden, könnte der Markt die aktuelle Stabilisierung als Zwischenerholung werten.
22-Euro-Marke im Fokus
Operativ ändert die Short-Position von Two Sigma zunächst nichts, sie verschiebt aber das Kräfteverhältnis an der Börse. Gegenüber stehen sich:
-
Short-Seller-Sicht:
Die Kombination aus schwacher Vorjahresperformance, schwieriger Konsumlage und branchenspezifischen Problemen spricht aus ihrer Perspektive für weitere Rückschläge. Die Übernahmegerüchte werden offenbar eher als fragiler Stützfaktor gesehen. -
Bull-Szenario:
Auf der Gegenseite stehen die gesicherte Finanzierungsreserve von rund 700 Millionen US-Dollar und die Übernahmefantasie. Sollten sich konkrete Schritte abzeichnen oder das Management die frische Liquidität für klar nachvollziehbare strategische Maßnahmen nutzen, wären schnelle Gegenbewegungen möglich – bis hin zu einem Short Squeeze, der die Leerverkäufer unter Zugzwang setzt.
Charttechnisch kristallisiert sich die Zone um 22 Euro als zentrale Marke heraus. Der Kurs notiert aktuell genau auf diesem Niveau, rund 45 % über dem 52-Wochen-Tief bei 15,48 Euro. Der RSI von 73,2 signalisiert zudem eine bereits überkaufte Situation nach der jüngsten Erholung von rund 12 % in den vergangenen 30 Tagen.
Für die nächsten Handelstage deutet vieles auf anhaltend hohe Schwankungen hin: Der erhöhte Short-Anteil verknappt effektiv den frei handelbaren Bestand und kann damit schnelle Bewegungen verstärken – in beide Richtungen. Entscheidend wird, ob der Kurs die Zone um 22 Euro behauptet oder ob ein erneuter Test der Tiefs die Oberhand gewinnt.
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