Übernahmespekulationen, ein schwacher Gesamtmarkt und extrem unterschiedliche Analystenmeinungen – bei Puma prallen derzeit mehrere Faktoren aufeinander. Während die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten fast die Hälfte ihres Werts verloren hat, setzen einige Häuser weiter auf eine deutliche Erholung. Wie passt das zusammen?

Schwacher Kurs, schwacher Sektor

Zum Wochenstart geriet der Titel erneut unter Druck. Auf Wochensicht steht ein Minus von knapp 7 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 4 Prozent im Rückstand. Aktuell notiert sie bei 21,57 Euro und damit fast 47 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 40,70 Euro.

Die Schwäche ist kein isoliertes Puma-Phänomen. Auch der direkte Konkurrent Adidas gab zuletzt klar nach, was auf eine belastete Branchenstimmung und eine Sektorrotation hindeutet. Der Kursverlauf zeigt zudem ein hohes Schwankungsniveau: Die 30‑Tage-Volatilität liegt annualisiert bei über 75 Prozent. Technisch bewegt sich die Aktie zwar leicht über ihren 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitten, bleibt aber insgesamt angeschlagen.

Wichtige technische Kennzahlen im Überblick:

  • Aktueller Kurs: 21,57 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: ca. -47 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief (15,48 Euro): ca. +39 %
  • 50‑Tage-Durchschnitt: 21,18 Euro
  • 200‑Tage-Durchschnitt: 21,03 Euro
  • RSI (14 Tage): 73,2 (überkauftes Niveau)
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): 75,06 %

Der erhöhte RSI-Wert signalisiert kurzfristig eine überkaufte Situation, was in Kombination mit der jüngsten Abwärtsbewegung die Unsicherheit unter kurzfristig orientierten Marktteilnehmern unterstreicht.

Anta-Gerüchte als möglicher Kurstreiber

Parallel zur schwachen Kursentwicklung hält sich ein Thema hartnäckig: mögliche Aktivitäten des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta Sports. Im Markt wird darüber spekuliert, Anta könnte Interesse am Aktienpaket der Pinault-Familie (Artemis) haben, die ein bedeutender Anteilseigner bei Puma ist.

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Diese Übernahmefantasie hatte den Kurs in der Vorwoche zeitweise stabilisiert. In der aktuellen Abwärtsphase reicht das allerdings nicht mehr aus, um Gegenbewegungen auszulösen. Institutionelle Investoren gehen inzwischen vorsichtiger mit dem Szenario um. Solange weder eine offizielle Bestätigung noch ein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt, bleibt der Spekulationscharakter hoch und eine Verlässlichkeit für die Bewertung gering.

Analystenmeinungen: Spannweite von 20,90 bis 40 Euro

Besonders auffällig ist die aktuelle Analystenlandschaft. Die jüngsten Einschätzungen vom 19. Januar zeichnen ein breites Spektrum möglicher Kursziele:

  • Berenberg: bleibt klar optimistisch mit „Buy“ und einem Kursziel von 40,00 Euro. Vom aktuellen Niveau aus entspräche dies einem theoretischen Potenzial von rund 86 Prozent.
  • UBS: zeigt sich deutlich zurückhaltender. Die Einstufung lautet „Neutral“, das Kursziel liegt bei 20,90 Euro und damit sogar leicht unter dem aktuellen Kurs.
  • Bernstein Research: nimmt eine Zwischenposition ein, votiert mit „Outperform“ und sieht den fairen Wert bei 24,00 Euro.

Die Spanne reicht damit von nahezu keinem Aufwärtsspielraum bis zu einem deutlichen Erholungsszenario. Der Kernkonflikt: Während optimistische Häuser vor allem die mittelfristigen Chancen betonen, sehen skeptischere Analysten die aktuellen Risiken und den schwachen Sektor als begrenzenden Faktor.

Operatives Bild und Personalien

Fundamental blickt Puma auf ein solides Jahr 2024 zurück. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 8,817 Milliarden Euro und ein EBITDA von 978 Millionen Euro. Die Zahlen zeigen, dass das Geschäft trotz Kursdruck weiter in einer relevanten Größenordnung läuft.

Gleichzeitig stellt sich das Unternehmen kommunikativ neu auf. Zum 1. Januar 2026 übernahm Nadia Kokni die Position der Vice President, Global Brand Marketing. In der aktuellen Marktphase ist eine klarere Markenpositionierung strategisch wichtig, um sich im intensiven Wettbewerbsumfeld von Adidas, Nike & Co. abzuheben.

Fazit: Hohe Diskrepanz, wenig kurzfristige Impulse

Die Lage ist klar konturiert: Die Puma-Aktie ist charttechnisch angeschlagen, reagiert sensibel auf die schwache Branchenstimmung und weist gleichzeitig eine ungewöhnlich große Lücke zwischen aktuellem Kurs und den optimistischsten Analystenzielen auf.

Ohne eine Konkretisierung der Spekulationen rund um Anta Sports oder einen klaren operativen Impuls – etwa durch neue Zahlen oder belastbare Ausblicke – bleibt diese Diskrepanz vorerst bestehen. Kurzfristig dürften daher vor allem Gesamtmarkt, Sektortrend und Nachrichtenlage zum Artemis-Anteil den Takt vorgeben.

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