Puma Aktie: China-Bremse
Ein möglicher Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta Sports hatte der Puma Aktie zuletzt frischen Schwung gegeben. Jetzt mehren sich Berichte, dass die Verhandlungen mit dem Großaktionär Artémis ins Stocken geraten – und damit der wichtigste Kurstreiber der vergangenen Tage wackelt. Im Fokus steht damit wieder die Frage: Wie robust ist Puma ohne die Phantasie eines China-Deals auf sich gestellt?
China-Einstieg stockt
Kern der aktuellen Unsicherheit sind die Gespräche zwischen Anta Sports und der von der Familie Pinault kontrollierten Beteiligungsgesellschaft Artémis, die rund 29 Prozent an Puma hält. Laut Marktberichten liegen beide Seiten beim Preis für das Paket deutlich auseinander. In der Folge scheint der Prozess vorerst zu stagnieren.
Damit fehlt dem Papier vorerst der strategische Aufhänger, der zuletzt für Unterstützung sorgte. Die Übernahmespekulation hatte die schwächere operative Ausgangslage zeitweise in den Hintergrund gedrängt. Fällt dieser Katalysator weg, rücken wieder Themen wie Lagerbestände, Margendruck und das schwierige Umfeld in wichtigen Absatzmärkten in den Vordergrund.
Gestern schloss die Aktie bei 21,49 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf knapp 47 Prozent – ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark das Vertrauen bereits gelitten hat.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Spekulation um Anta-Einstieg gerät ins Stocken
- Uneinigkeit über den Preis für das 29%-Paket von Artémis
- Kurs gestern: 21,49 Euro, rund 47 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
- Jahresperformance (12 Monate): etwa –47 %
- Sektorbelastungen durch China-Schwäche und Zolldrohungen
Analysten extrem gespalten
Wie kontrovers die Lage eingeschätzt wird, zeigen aktuelle Analystenstudien aus der Mitte des Monats. Die Bandbreite der Kursziele ist außergewöhnlich groß und unterstreicht das Risiko- und Chancenprofil des Titels.
Die UBS bleibt bei einer neutralen Einstufung mit Kursziel 19,60 Euro. Die Schweizer Analysten verweisen auf eine schwache fundamentale Ausgangslage. Hohe Lagerbestände treffen auf ein schwieriges Marktumfeld in China, den USA und Europa. Für das Jahr 2026 sehen sie die Gefahr rückläufiger Umsätze und möglicher Verluste.
Ganz anders Berenberg: Die Privatbank bekräftigte ein Kursziel von 40 Euro und empfiehlt den Titel zum Kauf. Die Experten argumentieren mit einem hohen, bislang unzureichend gehobenen Markenwert und setzen stark auf das neue Management, diesen in profitables Wachstum zu übersetzen.
Zwischen 19,60 und 40 Euro liegt damit eine Spanne von mehr als 100 Prozent. Für Investoren bedeutet das: Die Meinungen darüber, ob Puma vor einer Erholung oder weiterer Schwäche steht, gehen derzeit kaum weiter auseinander.
Sektorbelastungen durch Konjunktur und Zölle
Die Probleme sind jedoch nicht nur hausgemacht. Die gesamte Sportartikelbranche steht unter Druck. Auch Adidas zeigte zu Wochenbeginn Schwäche, was auf die Stimmung im Sektor durchschlägt.
Belastend wirken vor allem:
- erneute Zolldrohungen der USA, die Importe verteuern könnten
- eine abkühlende Konjunktur in China, die auf den Konsum drückt
Für Puma ist die Entwicklung in Asien besonders kritisch. Eine nachlassende Dynamik im vierten Quartal 2025 trifft auf eine hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Entsprechend sensibel reagiert der Kurs auf negative Nachrichten aus der Region.
Charttechnik und Volatilität
Charttechnisch ist das Bild angeschlagen. Die jüngsten Rückgänge haben wichtige Unterstützungen unterboten, nachdem der Kurs unter kurzfristige Durchschnittslinien gefallen war. Im größeren Bild zeigt sich: Mit 21,49 Euro liegt die Aktie rund 47 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 40,70 Euro, aber zugleich deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 15,48 Euro.
Auffällig ist die hohe Schwankungsbreite. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei gut 75 Prozent – ein klares Signal für ein nervöses Handelsumfeld. Der RSI auf 14-Tage-Basis steht mit 73,2 im überkauften Bereich. Kurzfristig ist der Kurs damit bereits wieder etwas über den gleitenden Durchschnitten von 50 (21,18 Euro) und 200 Tagen (21,03 Euro angekommen. Ein stabiler technischer Boden ist daraus aber noch nicht abzuleiten, solange der Ausgang der Gespräche mit Anta offen bleibt und die Branchenthemen unverändert drücken.
Fazit: Hohe Spanne, hohe Unsicherheit
Das Bild bei Puma ist zweigeteilt: Auf der einen Seite steht ein Titel, der innerhalb eines Jahres fast die Hälfte seines Werts verloren hat und unter einem schwierigen Marktumfeld in Schlüsselmärkten leidet. Auf der anderen Seite sehen Teile des Marktes erhebliches Aufholpotenzial – gestützt auf Markenstärke, Managementwechsel und die Option eines strategischen Einstiegs aus China.
Kurzfristig dürfte vor allem entscheidend sein, ob die stockenden Verhandlungen mit Anta wieder Fahrt aufnehmen und ob sich aus China und den USA Entspannungssignale bei Konjunktur und Handelspolitik ergeben. Bis dahin bleibt die Spanne zwischen Chance und Risiko bei Puma ungewöhnlich groß.
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