Petrobras droht im Amazonas-Mündungsgebiet Gegenwind von offizieller Seite. Die brasilianische Staatsanwaltschaft hat die Umweltbehörde Ibama aufgefordert, das laufende Umweltlizenzverfahren für die Ölexploration dort auszusetzen. Auslöser sind Widersprüche in den Unterlagen – und neue Umweltbedenken nach einem Leck mit Bohrflüssigkeit.

Widersprüche in den Bohrplänen

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Pará und Amapá begründet ihre Empfehlung mit Unstimmigkeiten zwischen öffentlichen Angaben und internen Projektdokumenten. Konkret geht es um den Umfang der genehmigten Aktivitäten: Die bestehende Betriebslizenz erlaube formal nur eine einzige Bohrung, die Quelle „Morpho“.

Ein von Petrobras selbst eingereichter Zeitplan zeichnet jedoch ein größeres Programm. Demnach seien zwischen 2025 und 2029 drei weitere Bohrungen in der Region vorgesehen. Genau diese Differenz ist nun der zentrale Punkt der behördlichen Kritik.

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Leck, Bericht und Geldstrafe

Zusätzlichen Druck bringt ein interner Bericht von Ibama. Er bezieht sich auf ein Leck von rund 18.000 Litern Bohrflüssigkeit am 4. Januar, etwa 175 Kilometer vor der Küste des Bundesstaats Amapá. Laut Bericht führte der Vorfall zu toxischen Effekten bei Meereslebewesen – genannt werden unter anderem Erstickung, potenziell tödliche oder subletale Folgen sowie mögliche Störungen von Nahrungsketten.

Ibama stufte das Verhalten von Petrobras im Zusammenhang mit dem Vorfall als fahrlässig ein und verhängte eine Geldstrafe von 2,5 Millionen BRL. Petrobras widerspricht dieser Bewertung. Der Konzern kündigte an, der Behörde Belege vorzulegen, wonach die ausgetretene Flüssigkeit biologisch abbaubar, nicht persistent und nicht bioakkumulativ sei. Außerdem habe man den Betrieb nach Entdeckung des Lecks sofort gestoppt und Korrekturmaßnahmen umgesetzt.

Gasvertrag als Parallelmeldung

Unabhängig von den Problemen rund um die Ölexploration meldete Petrobras Fortschritte im Gasgeschäft. Das Unternehmen unterzeichnete seinen ersten Erdgasliefervertrag im freien Markt im Nordosten Brasiliens mit dem Keramikhersteller Cerbras. Die Lieferungen sollen am 1. März starten.

Damit steht Petrobras kurzfristig auf zwei Schauplätzen: Während die Expansion im Gasmarkt vorankommt, könnte die Empfehlung zur Aussetzung der Umweltlizenz im Amazonas-Mündungsbecken die Öl-Explorationspläne in dieser als strategisch wichtigen Region geltenden Zone ausbremsen.

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