PayPal Aktie: Verhängnisvolle Wendung
PayPal steckt zwischen wachsendem Konkurrenzdruck und abkühlender Dynamik im Kerngeschäft. Mehrere Analysten haben zuletzt den Daumen gesenkt und damit den ohnehin schwachen Trend verstärkt. Entscheidend ist dabei weniger der Gesamtmarkt, sondern ein ganz bestimmter Bereich des Geschäftsmodells.
Analysten nehmen Tempo raus
Eine Reihe von Research-Häusern hat ihre Einschätzung für die PayPal-Aktie zuletzt spürbar abgekühlt. Im Mittelpunkt stehen Sorgen um Marktanteile und ein langsameres Wachstum in zentralen Segmenten.
- Daiwa Securities stufte von „Outperform“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel deutlich von 77 auf 61 US-Dollar. Die Analysten verweisen auf anhaltenden Druck auf Bewertung und Wachstum.
- Monness, Crespi, Hardt zog nach und kappte die Einstufung von „Buy“ auf „Neutral“, mit Verweis auf eingetrübte Ergebnis-Erwartungen.
- Jefferies bestätigte zwar „Hold“, sieht mit einem Kursziel von 60 US-Dollar aber ebenfalls begrenztes Aufwärtspotenzial. Als Belastungsfaktor gelten vor allem nachlassende E‑Commerce-Umsätze in Deutschland, einem wichtigen Markt für das Zahlungsvolumen.
- Bank of America bleibt bei „Neutral“ mit einem Ziel von 68 US-Dollar.
Die Folge: Die Aktie steht weiter unter Druck. Gestern schloss das Papier bei 56,56 US-Dollar und liegt damit gut ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch von 89,31 US-Dollar zu Jahresbeginn 2025.
Schwachstelle Branded Checkout
Im Zentrum der Kritik steht PayPals „Branded Checkout“ – also das klassische, mit Logo gebrandete Bezahlfenster, über das ein Großteil der Transaktionen läuft. Genau hier hat sich das Wachstum zuletzt abgeschwächt.
Daiwa betont, dass die Bewertung so lange gedeckelt bleiben dürfte, bis sich das Wachstum beim „Branded Checkout“-Zahlungsvolumen (Total Payment Volume, TPV) wieder klar beschleunigt. Seit September 2025 bremst zudem das makroökonomische Umfeld: Die allgemein schwächere Konsumdynamik schlägt direkt auf das Zahlungsvolumen durch.
Auch das Unternehmen selbst hatte im Dezember die Erwartungen gedämpft. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 stellte PayPal in einem Update in Aussicht, dass das Wachstum mindestens zwei Prozentpunkte unter dem Tempo des dritten Quartals liegen dürfte. Das untermauert die Skepsis der Analysten.
Neue Initiativen trotz Gegenwind
Trotz des klaren Abwärtstrends arbeitet PayPal an neuen Wachstumstreibern und versucht, seine große Kundenbasis besser zu monetarisieren.
1. KI und „Agentic Commerce“
Gemeinsam mit Microsoft baut PayPal seine Rolle im KI-getriebenen E‑Commerce aus. Mit „Copilot Checkout“ sollen Nutzer direkt innerhalb der Copilot-Umgebung einkaufen können. Die Integration in solche KI-Plattformen soll PayPal früh in neuen digitalen Ökosystemen verankern.
2. Daten-Tools für Händler
Auf der CES 2026 stellte das Unternehmen „Transaction Graph Insights“ sowie ein „Measurement Partnership Program“ vor. Ziel ist es, Händlern detaillierte Auswertungen zum Kaufverhalten ihrer Kunden zu liefern – und so zusätzlichen Mehrwert über reine Zahlungsabwicklung hinaus zu schaffen.
3. PayPal World
Mit „PayPal World“, das noch in diesem Jahr starten soll, will der Konzern internationale Wallets und Bezahlsysteme enger verknüpfen. Bank of America schätzt, dass dieses Projekt rund 365 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Umsätzen bringen könnte, sollte die Umsetzung gelingen.
4. Banklizenz-Pläne
Bereits Ende 2025 hat PayPal Anträge für die Gründung von „PayPal Bank“ eingereicht, einer in Utah lizenzierten „Industrial Loan Company“. Damit könnte das Unternehmen künftig selbst Kredite vergeben und Einlagen halten – ein Schritt in Richtung stärker integrierter Finanzdienstleister.
Ausblick: Viel Potenzial, aber Geduldsprobe
Operativ und an der Börse bleibt die Ausgangslage zwiespältig. Die Aktie notiert nur rund 12 % über ihrem 52‑Wochen-Tief, während der Relative-Stärke-Index (RSI) von knapp über 70 eine bereits stark gelaufene kurzfristige Erholung signalisiert. Gleichzeitig deuten Projekte in KI, Datenanalyse, globalen Wallet-Netzwerken und Banking auf zusätzliche Erlösmöglichkeiten hin.
Kurzfristig bestimmen jedoch die Schwäche im Branded Checkout, das verlangsamte Zahlungsvolumen und die zurückhaltenden Analystenstimmen das Bild. Erst wenn PayPal bei Wachstum und Profitabilität im Kerngeschäft wieder klar zulegt und die neuen Initiativen messbare Beiträge liefern, dürfte sich der Bewertungsdruck nachhaltig lösen.
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