Der Zahlungsdienstleister PayPal durchlebt derzeit eine seiner schwersten Phasen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Neben enttäuschenden Quartalszahlen und dem überraschenden Austausch des CEOs belasten nun auch noch Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs die Stimmung. Hinzu kommt der bevorstehende Rauswurf aus dem S&P 100 Index, was den Druck auf die Papiere weiter erhöht.

Führungskrise und verfehlte Ziele

Auslöser der aktuellen Turbulenzen war die Vorlage der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 Anfang Februar. PayPal verfehlte nicht nur die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, sondern zog auch gleich die langfristigen Finanzziele für 2027 zurück. Besonders das schwache Abschneiden im wichtigen Kernbereich des "Branded Checkout" sorgte für Verunsicherung bei den Investoren.

Als Konsequenz zog der Aufsichtsrat die Reißleine: Seit dem 1. März lenkt der ehemalige HP-Chef Enrique Lores als neuer CEO die Geschicke des Konzerns. Er löste Alex Chriss ab, da dem Gremium das Tempo bei der Umsetzung von Innovationen und der operativen Disziplin zu langsam war.

Juristischer Ärger und Index-Abstieg

Doch der Führungswechsel ist nicht die einzige Baustelle. In den USA formieren sich derzeit mehrere Sammelklagen von Aktionären. Der Vorwurf lautet auf Wertpapierbetrug: Das vorherige Management soll ein falsches Bild über die Umsatzperspektiven gezeichnet und makroökonomische Risiken gezielt heruntergespielt haben.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PayPal?

Erschwerend kommt hinzu, dass PayPal am 23. März aus dem S&P 100 Index gestrichen wird. Dieser Schritt zwingt viele institutionelle Anleger und Indexfonds dazu, ihre Positionen entsprechend anzupassen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass dies die Liquidität der Aktie und das Handelsvolumen in den kommenden Tagen spürbar beeinflussen wird. Mehrere Analystenhäuser, darunter KGI Securities und Canaccord Genuity, reagierten auf die unsichere Gemengelage bereits mit Herabstufungen.

Lichtblicke im operativen Geschäft

Trotz des heftigen Gegenwinds treibt das Unternehmen seine technologische Entwicklung voran. Eine neue Partnerschaft mit OpenAI soll KI-gestützte Einkaufserlebnisse direkt in ChatGPT ermöglichen und so Millionen von Händlern neue Vertriebswege eröffnen. Zudem baut PayPal sein Krypto-Geschäft rund um den eigenen Stablecoin durch strategische Partnerschaften weiter aus. Auch hartnäckige Gerüchte über ein externes Interesse des Konkurrenten Stripe halten sich im Markt.

An der Börse spiegeln sich diese strategischen Initiativen jedoch noch nicht wider. Aktuell notiert der Titel bei 38,80 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn einen Verlust von knapp 22 Prozent.

Für den neuen CEO Enrique Lores stehen nun entscheidende Wochen an. Die anstehende Index-Anpassung Ende März und die Fristen in den Gerichtsverfahren werden die kurzfristige Richtung vorgeben. Langfristig muss das neue Management beweisen, dass es das schwächelnde Checkout-Geschäft stabilisieren und die verlorene Glaubwürdigkeit durch verlässliche Prognosen zurückgewinnen kann.

Anzeige

PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:

Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...