PayPal steckt in einer der schwierigsten Phasen seit der Abspaltung von eBay. CEO-Wechsel, verfehlte Quartalszahlen, Klagen wegen Wertpapierbetrugs und der bevorstehende Rauswurf aus dem S&P 100 – all das trifft das Unternehmen gleichzeitig. Wie tief reicht der Vertrauensverlust, und was kann der neue Chef dagegen tun?

Ein neuer Chef übernimmt ein schwieriges Erbe

Anfang März 2026 übernahm Enrique Lores, zuvor mehr als sechs Jahre CEO des Technologiekonzerns HP, das Ruder bei PayPal. Sein Vorgänger Alex Chriss wurde abgelöst, weil der Vorstand das Tempo bei der strategischen Umsetzung als unzureichend bewertete.

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Lores bringt Erfahrung in Hardware und Technologietransformation mit – aber keine nachgewiesene Expertise im Bereich digitaler Zahlungsdienste. Genau das macht seinen Start so herausfordernd. Der Vorstand erwartet von ihm, Innovationen zu beschleunigen, KI-Initiativen voranzutreiben und die operative Disziplin zu stärken.

Schwache Zahlen als Auslöser

Den Ausgangspunkt der aktuellen Krise bildeten die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025. PayPal erzielte einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar – und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 8,80 Milliarden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (1,23 Dollar statt erwarteter 1,28 Dollar) zeigte sich dasselbe Bild.

Besonders besorgniserregend: Das Wachstum im Kerngeschäft mit dem eigenen Checkout-Produkt verlangsamte sich im vierten Quartal auf gerade einmal ein Prozent – nach sechs Prozent im Vorjahresquartal. Schwächelndes US-Retailgeschäft und internationaler Gegenwind machten sich bemerkbar. Die Reaktion der Märkte war entsprechend heftig: Die Aktie brach Anfang Februar um rund 20 Prozent ein.

Klagen, Indexabstieg und institutioneller Druck

Die rechtlichen Konsequenzen folgen auf dem Fuß. Mehrere Kanzleien haben Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Der Vorwurf: PayPal habe Anleger über die tatsächliche Umsetzungsstärke seiner Geschäftsstrategie getäuscht und Wettbewerbsrisiken heruntergespielt. Kläger, die zwischen Februar 2025 und Februar 2026 PayPal-Aktien hielten, können sich bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger registrieren lassen.

Hinzu kommt der Rauswurf aus dem S&P 100, der am 23. März 2026 wirksam wird. Das hat praktische Folgen: Indexfonds, die den S&P 100 abbilden, müssen die Aktie abstoßen. Das kann den Verkaufsdruck kurzfristig erhöhen und die Handelsliquidität beeinflussen.

Lichtblicke im Gegenwind

Trotz allem gibt es operative Fortschritte. Venmo steuert auf mehr als zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz zu – früher als geplant. Das Enterprise-Payments-Segment kehrte im vierten Quartal zu zweistelligem Volumenwachstum zurück. Und PayPal treibt seine KI-Ambitionen voran: Eine Partnerschaft mit OpenAI soll Millionen von Händlern über ChatGPT erreichbar machen.

Ob diese Initiativen ausreichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Konsens unter Analysten liegt derzeit bei einem Kursziel von 59,03 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Mehrheit der Analysten stuft die Aktie mit „Halten" ein, was die abwartende Haltung des Marktes gut widerspiegelt.

Bis zum S&P-100-Rebalancing am 23. März, dem Ablauf der Klagefrist am 20. April und dem nächsten Auftritt von CEO Lores vor Investoren dürfte die Aktie unter erhöhtem Beobachtungsdruck bleiben. Konkrete Aussagen zur Branded-Checkout-Strategie und zur künftigen Gewinnentwicklung werden entscheidend dafür sein, ob der Markt beginnt, PayPals Erholungspotenzial neu zu bewerten.

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