Nach dem geplatzten Warner-Bros.-Deal dreht Netflix die Strategie um 180 Grad. Der Streaming-Riese kassiert 2,8 Milliarden Dollar Abstandszahlung, kauft stattdessen ein KI-Startup und plant rund 20 Milliarden Dollar für Inhalte ein. Wall Street ist gespalten, wie viel das wert ist.

Der Warner-Deal und seine Folgen

Netflix beendete Anfang März 2026 offiziell die Übernahmeversuche bei Warner Bros. Discovery. Das geplante All-Cash-Angebot hätte den Schuldenberg des Unternehmens auf das Fünf- bis Sechsfache aufgetürmt – kein Wunder, dass Anleger erleichtert reagierten. Die Netflix-Aktie legte im Februar 2026 um 15,3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen sein 83-Milliarden-Dollar-Angebot zurückgezogen hatte. Warner Bros. Discovery wird nun vollständig von Paramount Skydance für rund 110 Milliarden Dollar Unternehmenswert übernommen.

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Co-CEO Ted Sarandos machte in einem Bloomberg-Interview am 1. März deutlich, dass weitere große Übernahmen vorerst vom Tisch sind: „Wir sind Aufbauer, keine Käufer."

KI statt Hollywood-Studio

Nur wenige Tage nach dem WBD-Rückzug gab Netflix die Übernahme von InterPositive bekannt – einem KI-Startup aus Los Angeles, das von Schauspieler und Regisseur Ben Affleck gegründet wurde. Das 16-köpfige Team entwickelt KI-gestützte Werkzeuge für Filmemacher, die unter anderem Farbkorrektur, Relighting und visuelle Effekte in der Postproduktion automatisieren. Affleck wird Netflix künftig als Senior Adviser begleiten.

Anders als bei Lizenzmodellen, die in der Branche seit Jahrzehnten üblich sind, steht die Technologie durch die vollständige Übernahme exklusiv Netflix zur Verfügung. Die Transaktion fällt in eine sensible Phase: Gerade laufen neue Tarifverhandlungen zwischen Studios, Streamingdiensten und den Kreativgewerkschaften. Netflix-Technologiechefin Elizabeth Stone betonte, der Ansatz des Unternehmens ziele darauf ab, Filmemacher zu stärken, nicht zu ersetzen.

Analysten uneinig, Wachstum verlangsamt sich

Wells Fargo stufte die Aktie nach dem WBD-Saga auf „Hold" zurück und setzte ein Kursziel von 105 Dollar – was einem Aufwärtspotenzial von rund 6 Prozent entspricht. Analyst Steven Cahall sieht Netflix auf dem Weg zurück zu organischem Wachstum über mehr Content-Investitionen und veranschlagt eine faire Bewertung von 25 bis 30 mal Kurs-Gewinn-Verhältnis. J.P. Morgan hielt dagegen am 10. März an seiner Kaufempfehlung fest, Bank of America bestätigte ebenfalls „Buy". Barclays votiert mit „Hold".

Fundamental zeigt das Unternehmen solide Zahlen: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 17,6 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Die operative Marge lag im Gesamtjahr 2025 bei 29,5 Prozent, für 2026 peilt Netflix 31,5 Prozent an. Das Werbegeschäft wuchs 2025 um mehr als 150 Prozent auf über 1,5 Milliarden Dollar – für 2026 erwartet das Management eine Verdopplung auf rund 3 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig kühlt das Wachstumstempo ab. Netflix prognostiziert für 2026 einen Umsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar, was einem Plus von 12 bis 14 Prozent entspricht – spürbar weniger als die Dynamik Ende 2025. Im TV-Marktanteil liegt Netflix mit 8,8 Prozent hinter YouTube (12,5 Prozent) und Disney (11,9 Prozent).

Für das zweite Quartal 2026 rücken die Überarbeitung der mobilen App sowie der Ausbau des Live-Programms in den Mittelpunkt. Ob das organische Wachstum – getragen von Werbeumsätzen und einem um rund 10 Prozent erhöhten Content-Budget – die Erwartungen erfüllen kann, die der Kursanstieg seit Februar eingepreist hat, wird die entscheidende Frage der kommenden Quartale sein.

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