PayPal steckt in einer der schwierigsten Phasen seiner Geschichte. Gleich zwei Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs wurden am Donnerstag eingereicht, ein neuer CEO übernahm erst vor wenigen Wochen das Ruder — und der Kurs notiert rund 38 % unter dem Niveau vor einem Jahr.

Der Februar-Schock als Ausgangspunkt

Der Ursprung der aktuellen Krise liegt in einem einzigen Handelstag. Am 3. Februar 2026 brach die Aktie um mehr als 20 % ein, nachdem PayPal enttäuschende Quartalszahlen veröffentlicht hatte. Der Umsatz im Weihnachtsquartal lag mit 8,68 Milliarden Dollar unter den Analystenerwartungen von 8,80 Milliarden Dollar. Besonders alarmierend: Das Wachstum im Kerngeschäft mit dem Branded Checkout verlangsamte sich auf gerade noch 1 % — nach 6 % im Vorjahresquartal. Gleichzeitig zog das Unternehmen seine Finanzziele für 2027 zurück.

Noch am selben Tag wurde CEO Alex Chriss abgelöst. Sein Nachfolger Enrique Lores, zuvor Chef von HP, übernahm das Amt offiziell am 1. März 2026.

Klagen und Indexabstieg verschärfen den Druck

Die Kanzleien Portnoy Law Firm und Kessler Topaz Meltzer & Check haben unabhängig voneinander Sammelklagen für den Zeitraum vom 25. Februar 2025 bis zum 2. Februar 2026 eingereicht. Der Vorwurf: PayPal habe Anleger mit irreführenden Aussagen über den Umsatzausblick und das Wachstumspotenzial getäuscht und dabei Risiken durch Saisonalität und makroökonomische Schwankungen heruntergespielt. Investoren haben bis zum 20. April 2026 Zeit, den Status als Hauptkläger zu beantragen.

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Zusätzlichen institutionellen Gegenwind bringt die bevorstehende Entfernung aus dem S&P 100. Ab dem 23. März 2026 wird PayPal aus dem Index gestrichen — ein Schritt, der erfahrungsgemäß den Verkaufsdruck durch passiv verwaltete Fonds erhöht.

Digitale Assets als Gegengewicht

Inmitten dieser Turbulenzen setzt PayPal auf Wachstum im Krypto-Bereich. Mastercard startete am 11. März sein Crypto Partner Program, ein globales Netzwerk aus über 85 Unternehmen — darunter Binance, Ripple und Circle. PayPal ist ebenfalls Teil des Programms. Die Teilnehmer sollen gemeinsam mit Mastercard Produkte entwickeln, die On-Chain-Technologien wie programmierbare Zahlungen oder tokenisierte Vermögenswerte mit bestehenden Zahlungsinfrastrukturen verbinden.

Neuer Chef, alte Probleme

Enrique Lores übernimmt ein Unternehmen unter erheblichem Druck. Er muss das Kerngeschäft stabilisieren, auf die laufenden Klagen reagieren und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit als Partner im wachsenden Blockchain-Ökosystem aufrechterhalten. Immerhin: PayPal setzt seine Partnerschaften rund um den eigenen Stablecoin PayPal USD fort, unter anderem mit TCS Blockchain und CellPoint Digital.

Die zurückgezogenen Langfristziele und der abrupte Führungswechsel bleiben vorerst die größten Belastungsfaktoren. Wie Lores das Unternehmen neu ausrichtet, dürfte sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.

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