PayPal durchlebt aktuell eine der schwersten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Nach enttäuschenden Quartalszahlen, einer kassierten Langfristprognose und dem plötzlichen Austausch des CEOs rollt nun eine Welle von Sammelklagen auf den Zahlungsdienstleister zu. Während das Management versucht, mit neuen KI- und Blockchain-Partnerschaften gegenzusteuern, wächst der Druck der Investoren massiv.

Verfehlte Ziele und ein plötzlicher Chefwechsel

Auslöser der aktuellen Misere war der Finanzbericht vom 3. Februar. PayPal verfehlte mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn von 1,23 US-Dollar pro Aktie die Markterwartungen. Besonders alarmierend für den Markt war das Wachstum beim sogenannten Branded Checkout, das von fünf Prozent im Vorquartal auf magere ein Prozent einbrach. Als Konsequenz zog das Management die erst ein Jahr zuvor ausgegebenen Finanzziele für 2027 vollständig zurück.

Die Reaktion folgte prompt: Der Aufsichtsrat ersetzte den glücklosen CEO Alex Chriss mit Wirkung zum 1. März durch den ehemaligen HP-Chef Enrique Lores. An der Börse sorgte die Kombination aus schwachen Zahlen und Führungsvakuum für einen Ausverkauf, der an einem einzigen Tag über neun Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtete.

Klagewelle und skeptische Analysten

Inzwischen rüsten sich mehrere große Anwaltskanzleien für juristische Auseinandersetzungen. Die eingereichten Sammelklagen werfen PayPal vor, Anleger über die tatsächliche Wachstumskurve und die Erreichbarkeit der 2027er-Ziele getäuscht zu haben. Betroffene Investoren haben bis zum 20. April Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.

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Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kurs wider. Am Freitag ging das Papier bei 39,23 Euro aus dem Handel, was einem Verlust von knapp 21 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Auch die Wall Street zieht Konsequenzen aus der fehlenden Wachstumsfantasie und dem jüngsten Ausschluss aus dem S&P 100 Index:

  • Bank of America: Neues Rating "Neutral" mit einem Kursziel von 48 US-Dollar.
  • Canaccord Genuity: Einstufung "Hold", drastische Kurszielsenkung von 100 auf 42 US-Dollar.

Flucht nach vorn durch Technologie-Partnerschaften

Ungeachtet der juristischen und personellen Turbulenzen treibt PayPal seine strategische Neuausrichtung voran. Der Konzern integriert sich in das neue Krypto-Partnerprogramm von Mastercard, um seine globale Nutzerbasis für grenzüberschreitende Blockchain-Zahlungen zu positionieren.

Parallel dazu setzt das Unternehmen stark auf künstliche Intelligenz. Neben einer Kooperation mit OpenAI für direkte Bezahlvorgänge in ChatGPT startet im zweiten Quartal eine Partnerschaft mit Sabre und Mindtrip. Ziel ist die Etablierung einer KI-gestützten Reisebuchungsplattform, die PayPals digitale Wallet direkt einbindet.

Diese technologischen Initiativen müssen nun rasch greifbare Ergebnisse liefern, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Der erste echte Härtetest für den neuen CEO Enrique Lores steht bereits fest im Kalender: Am 5. Mai präsentiert PayPal die Ergebnisse für das erste Quartal. Dann verlangen Investoren konkrete Belege für eine operative Stabilisierung, insbesondere im kritischen Branded-Checkout-Segment.

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