PayPal steckt in einer der schwersten Krisen seit der Abspaltung von eBay. Enttäuschende Quartalszahlen, ein abrupter CEO-Abgang und nun mehrere Sammelklagen von Anlegern — der Zahlungsdienstleister kämpft gleichzeitig an mehreren Fronten.

Die Klagewelle und ihr Auslöser

Im Februar 2026 brach der Kurs an einem einzigen Handelstag um rund 20 % ein und vernichtete mehr als 9 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Auslöser war ein tief enttäuschender Quartalsbericht: PayPal erzielte im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar — unter der Analystenerwartung von 8,80 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,23 Dollar ebenfalls unter dem Konsens von 1,28 Dollar. Besonders alarmierend: Das Wachstum im Kerngeschäft Branded Checkout verlangsamte sich auf gerade noch 1 %, nach 6 % im Vorjahresquartal.

Mehrere Anlegerkanzleien haben inzwischen Sammelklagen eingereicht. Der Vorwurf: PayPal und sein Management hätten Investoren mit wiederholten Wachstumsversprechen in die Irre geführt und dabei Risiken durch Saisonalität und makroökonomische Schwankungen heruntergespielt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Unternehmen seine 2027er Finanzziele — erst ein Jahr zuvor kommuniziert — vollständig zurückzog. Die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger läuft bis zum 20. April 2026.

Neuer Chef, alte Probleme

Gleichzeitig mit dem Gewinneinbruch trennte sich PayPal von CEO Alex Chriss. Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores das Unternehmen — zuvor CEO von HP Inc. Er übernimmt ein Unternehmen, dessen Aktie seit dem Jahreshoch im Januar 2025 bei 94,05 Dollar um knapp 47 % gefallen ist. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 21 % zu Buche.

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Analysten reagierten mit Vorsicht. Canaccord Genuity senkte sein 12-Monats-Kursziel deutlich und begründete dies mit einer Neubewertung von PayPals Wettbewerbsposition und den kurzfristigen Gewinnaussichten.

Krypto und KI als Gegengewicht

Während der Druck im Kerngeschäft anhält, setzt PayPal auf neue Wachstumsfelder. Das Unternehmen ist Teil von Mastercards neuem Crypto Partner Program, dem mehr als 85 Unternehmen angehören — darunter Binance, Circle, Ripple und Gemini. PayPal bringt dabei seinen großen globalen Nutzerstamm und seine Consumer-Payment-Infrastruktur ein. Das Programm zielt auf praktische Anwendungsfälle wie grenzüberschreitende Zahlungen und B2B-Transaktionen ab.

Parallel dazu treibt PayPal den Einstieg in KI-gestützten Handel voran. Eine Partnerschaft mit OpenAI soll Instant-Checkout direkt in ChatGPT ermöglichen. Zudem haben PayPal, Sabre und Mindtrip eine Kooperation angekündigt, die ab dem zweiten Quartal 2026 ein vollständiges KI-gestütztes Reisebuchungserlebnis liefern soll — inklusive PayPals Wallet und Pay-Later-Optionen.

Ob diese Initiativen die Schwäche im Branded-Checkout-Geschäft kompensieren können, wird die zentrale Bewährungsprobe für Lores in den kommenden Quartalen sein.

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